Geeignete Nachsaatarten
Deutsches Weidelgras
- Das wichtigste Gras der Weiden und Mähweiden; Eignet sich sehr gut für die intensive Nutzung
- Das wichtigste Gras für Nachsaatmischungen:
- Dominierende Art an sicheren / günstigen Standorten
- 15-20% Anteil in Mischungen für schwierigere Lagen
- An Grenzstandorten in den Höhenlagen ist die Sortenwahl entscheidend (H - gekennzeichnet im grünen Faltblatt)
- Grosse sortenabhängige Unterschiede im Entwicklungsverlauf:
- Frühreife Sorten: Schnelle Bodenbedeckung; hoher Frühjahrsertrag
- Spätreife Sorten: grössere Nutzungselastizität; ausdauernd; ideal für die Weidenutzung
Wiesenrispengras
- Sehr langsame Jugendentwicklung und Etablierung im Bestand
- Bildet nach 2-3 Jahren eine dichte, trittfeste und dauerhafte Grasnarbe
- Eignet sich für Mähweiden mittlerer bis höherer Nutzungsintensität, auch in weidelgrasunsicheren Lagen
Wiesenschwingel
- Wichtigstes Heugras bei mittlerer Nutzungs- und Düngungsintensität
- In Höhenlagen auch in Mähweiden wichtig: erträgt den Winter gut und wird konkurrenzstärker
- Mittlere Jugendentwicklung: Etabliert sich zuverlässig in Mischungen nach 2–3 Jahren
Knaulgras
- Sehr anpassungsfähige Art: Erträgt Winter und Trockenheit gut
- Etabliert sich langsam, wird nach einigen Jahren sehr konkurrenzfähig
- Grosse sortenabhängige Unterschiede im Entwicklungsverlauf:
- Frühreife Sorten: Schnellere Jugendentwicklung und Konkurrenzkraft; hoher Frühjahrsertrag
- Spätreife Sorten: Grössere Nutzungselastizität; blattreichere Erträge, stabilere Futterqualität
Wiesenfuchsschwanz
- Langsame Jugendentwicklung, wird mit zunehmender Nutzungsdauer konkurrenzkräftiger
- Eignet sich für Winter-, Spätfrost- und nasse/wechselfeuchte Standorte („Deutsches Weidelgras-Ersatz“)
- Nachsaaten nur bei intensiver Nutzung.
- Je nach Frühreife gut kombinierbar in Mischungen mit Deutschem Weidelgras oder Wiesenschwingel
Siehe: Bestimmung
der wichtigsten Gräser des Wirtschaftsgrünlandes, LfL (Kleine Gräserkunde)
Weissklee
-
Rasche Anfangsentwicklung, ausdauernd, wichtigster Klee im intensiv genutzten Grünland.
-
Klein- bis mittelblättrige Sorten sind für die Weidenutzung (1/3 Kleeanteil) vorteilhaft
-
Grossblättrige Sorten sind hochwachsend, gut für die Mahd geeignet; Enthalten wenige blausäurebildenden Verbindungen
Grünlandmischungen
Siehe: Empfehlung für die Ansaat und Nachsaat von Dauergrünland, LAZBW (Grünes Faltblatt)
Siehe: Sortenempfehlung Baden-Württemberg mit Sortenbeschreibung, LAZBW
Intensives Grünland nach Leitgras
Mähweiden mit deutschem Weidelgras
Deutsches Weidelgras gedeiht in tiefgründigen, mittelschwehren, nicht verdichteten Böden, die eine gute Nährstoffversorgung und Wasserführung aufweisen. Bevorzugt wird ein gemässigtes Klima in milden, sonnigen Lagen bis ca. 1000 m, mit gut verteilten Jahresniederschlägen ab ca. 900 mm/Jahr.
- Mahd, Dauer- oder Mähweide: 4-6 Nutzungen: 80-120 dtTS/ha
- Reichliche Nährstoffversorgung
- regelmässige leichte Güllegaben (20-30 kg N/ha und Aufwuchs)
-
Optimale Versorgung von Phosphor und Kalium und Magnesium
-
pH nicht unter 5,5
- Dichte Grasnarbe und sehr gute Futterqualität
- Frühe 1. Nutzung (Silo oder Weide)
- Nachsaaten bzw. Übersaaten mit wenigen Gliedern. Bsp: Deutsches Weidelgras (Verschiedene Frühreife Gruppen) Wiesenrispe, Weissklee)
Mähweiden mit Wiesenrispengras
In gut intensivierbaren Standorten bis ca. 1000 M.ü.M. wenn Weidelgräser nicht gut gedeihen, mit ausgeprägten Weidenutzung (Dauerweide oder Mähweide)
- 4-5 Nutzungen: 60 bis 100 dt TS/ha
- Gülle oder Gülle/Mist
- Angepasste Nährstoffversorgung
- regelmässige leichte Güllegaben (ca. 20 kg N/ha und Aufwuchs)
-
Optimale VErsorgung con Phosphor, Kalium und Magnesium
-
pH nicht unter 5,5
- Trittfestes Gras und sehr gute Futterqualität
- Frühe 1. Nutzung (Silo oder Weide)
- Nachsaaten bzw. Übersaaten mit guten Futtergräser
Wiesen mit Wiesenfuchsschwanz
Hauptwiesenform der frisch-feuchten nährstoffreichen Standorten des Landkreises. Die Wiesenfuchschwanzwiese erhält sich sowohl unter wenig intensiven Nutzung (SIEHE..) als auch unter intensiven Nutzung in weidelgrasunfähigen Standorten.
- Schnittnutzung für Silage/Heu (2-5) 60-120 dtTS/ha
- Gülle oder Gülle/Mist
- Erster Aufwuchs rohfaserreich, Frühmähen (Lagergefahr) weitere Aufwüchse mit guter Qualität
Wiesen mit Knaulgras
Knaulgraswiesen sind in moderat intensivbaren dennoch nicht weidelgrasfähigen Standorten im gesamten Landkreis in frisch-trockenen üblich. Sie können auch bei ungenügender Düngung intensivere Grünlandformen ersetzen. Normalerwei
- 3-4 Nutzungen, 75-100 dt TS/ha in Tallagen, 40-80 dt TS/ha in höheren Lagen
- Massige Düngung mit Mist und Gülle
- ausgewogene botanische Zusammensetzung bei sorgfältiger Bewirtschaftung
- Mahdzutzung, nicht immer 2. Aufwuchs silieren. Mittlere Heu- und gute Öhmdqualität.
- Weiden: Eher nur als Vorweide oder Herbstweide
- Nachsaaten nur wenn notwendig
- Nutzung und Düngung müssen übereinstimmen sonst verunkrauten sie rasch (vor allem in höheren Lagen) weil
intensivierbare Gräser fehlen:
- Zu höhe Düngung gegen Nutzng: Zunahme grobstängliges Futter (Wiesenkerbel, Bärenklau, Ampfer...)
- Zu Höhe Nutzung gegen Düngung: Zunahme Lückenfüller
Weiden mit Kammgras und deutschem Weidelgras
Kammgrasweiden lösen in höheren und rauhen Lagen die Weiden mit Weidelgras ab.
Sie sind vielfältig und gehören unterhalb ca. 100 m ü. M. zu den mittel bis wenig intensiven, in den Hlhenlagen des Landkreises zu den intensiveren Weideformen. In den extensiveren Formen, das deutsche Weidelgras wird durch Rotschwingel ersetzt (SIEHE)
- Hauptsächlich Weidenutzung: 20-60 dtTS/ha je nach Höhenlage
- massige Düngung mit Mist und Gülle
- angepasste Weideführung und Besatz: Weidepflege wichtig
- Gute Futterqualität der Blätter
- Gelegentlich versamen lassen zur Bestandeserneuerung