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Weinbauinfo Nr. 02-2026 vom 01-04-2026
Agenda: - Termin Pheromonaushängung
- Tierische Schädlinge
Vegetationsstand und Witterung
Die aktuelle Entwicklung der Reben bewegt sich zwischen BBCH 5 Wollestadium, über BBCH 07 Beginn des Knospenaufbruchs, bis hin zu BBCH 09 Gründe Triebspitze z.B. bei Chardonnay in sehr frühen Lagen. Nach einer sehr warmen Witterungsphase Ende Februar und in der 1. Märzhälfte haben die zurückliegenden und aktuell tieferen Tagesdurchschnittstemperaturen und vor allem die abkühlenden Nächte die Entwicklung verzögert bzw. aufgehalten. Mit der vorhergesagten Erwärmung über Ostern und nächste Woche wird die Entwicklung der Reben wieder an Fahrt aufnehmen.
Die notwendige Temperatursumme von 900 Kd (Kelvindays) ist an den Wetterstationen am Kaiserstuhl nahezu überall erreicht. Damit ist der Flugbeginn des Traubenwicklers bei den jetzt vorhergesagten warmen Temperaturen über Ostern möglich. D.h. die Pheromondispenser sollten nun schnellstmöglich in den Flächen aufgehängt werden. Auch die Pheromonkontrollfallen sollten umgehend installiert werden.
Besondere Beobachtung benötigen bekannte, befallsgefährdete Rebflächen bezüglich Tierischer Knospenschädlinge. Aktuell findet man schon aufgebohrte Knospen durch den Rhombenspanner.
Foto:KnospenschadenRhombenspanner
Bezüglich Unterstockbodenpflege ist für Betriebe die planen, Herbizide in Form von z.B. Glyphosat in Kombination mit Katana einzusetzen, jetzt die Zeit gekommen das praktisch umzusetzen, bevor die Stammausschläge stärker austreiben. Andere Betriebe können sich je nach Höhe des Unterstockbewuchses noch Zeit lassen und den ersten Herbizideinsatz erst nach dem Entfernen der Stammaustriebe durchführen bzw. bei der mechanischen Bearbeitung mit den Stammbürsten den Unterwuchs klein halten und evtl. den Herbizideinsatz nach der Blüte terminieren.
Tierische Schädlinge
Traubenwickler
Überprüfen Sie bitte die Aufhängdichte von mindestens 502 Dispenser/ha bie Shinetsu LE bzw. 250 Dispenser/ha bei den Neuen Biootwin L+ innerhalb der Rebfläche und der notwendigen, dichteren Randabhängung um die Funktion der Verfahren fachlich abzusichern.
Bitte Schlaufen Sie die Dispenser um die Fruchtruten um ein Vertriften durch den Wind zu vermeiden. Auch das zeitnahe Aushängen der Pheromonkontrollfallen zur Überwachung der Funktion der gemeinschaftlichen Pheromonverwirrung ist grundlegend.
Kräusel- und Pockenmilbe
Ab Anfang nächste Woche ist die Temperatursumme erreicht damit Kräuselmilben aus ihrem Winterquartieren auswandern und ihre Eier an den sich öffnenden Knospen ablegen. Infolge kann es zu Kräuselmilbenbefall in den Rebanlagen kommen. Besonders anfällig sind jüngere Rebanlagen 2.-5. Standjahr. Grund ist i.d.R. ein geringerer Besatz an natürlichen Feinden wie z.B. Raubmilben.
Eine vorbeugende Behandlung mit Netzschwefel 3,6-7,5 Kg/ha, je nach Produkt /Zulassung, in Kombination mit einem Ölpräparat wie z.B. Micula 8 L/ha (Rapsöl) oder Para Sommer 4 L/ha (Paraffinöl) ist bei gefährdeten Rebanlagen zu empfehlen.
Pilzkrankheiten
Phomopsis (Schwarzfleckenkrankheit)
Die niederschlagsreichen Frühjahre 20224 und 2025 haben zu verstärkten Infektionen der Schwarzfleckenkrankheit geführt. Oft kann man folgende Krankheitszeichen siehe Foto beobachten:
Eine vorbeugende Behandlung zum Entwicklungsstadium Grüne Treibspitze deutlich sichtbar, mit einem Kontaktfungizid wie z.B. Folpan 80 WDG 0,6 Kg/ha oder Folpan 500 SC 1,0L/ha in Kombination mit Netzschwefel Microthiol 6,25 Kg/ha, wird bei Befallsanlagen und empfindlichen Sorten wie z.B. Müller-Thurgau empfohlen.
ESCA Prophylaxe (Junganlagen)
Tessior (Wirkstoff: Pyraclostrobin (5 g/l) + Boscalid (10 g/l) in Polymermatrix). Tessior wird als Wundschutz zeitnah nach dem Rebschnitt (am besten umgehend) auf die Wunden aufgebracht. Durch das Polymer kommt es bei der Abtrocknung zu einem visuell plastischen Wundschutz und somit zu einer Barriere, die das Eindringen der ESCA Pilze in die frischen Schnittwunden verhindert. Des Weiteren wirken die fungiziden Wirkstoffe gegen die Escaerreger. Tessior ist eine fertig formulierte Anwendungslösung. Empfohlen Aufwandmenge 3-6 L/ha. Bitte beachten Sie, dass die Zulassung von Tessior am 15.09.26 endet. Damit ist der einsatz innerhalb der Aufbrauchfrist 2027 noch möglich.
Ein weiteres Produkt ist Vintec (Wirkstoff Trichoderma atroviride SC 1) um den Holzpilz ESCA zu bekämpfen. Trichoderma ist ein Antagonist auf der Basis natürlicher vorkommender Pilze, die als Holz-, Wurzel-, und Bodenbesiedler weltweit existieren. Diese Trichoderma in Form von Vintec besiedeln bei der Ausbringung auf frische Schnittwunden an den Reben, diese und können damit das Eindringen des ESCA Pilzes verhindern. Eine Behandlung von insbesondere jüngeren Rebanlagen, die bisher keine ESCA-Symptome zeigen kann sinnvoll sein. Eine Behandlung von bereits mit ESCA befallenen Reben erbringt keinen Zugewinn.
Aufwandmenge 2g/l (200 g/100L je ha) Wasser spritzen (z.B. Rückenspritze)
Bitte beachten sie die genauen Anwendungsbestimmungen für die Anwendung von Vintec. Bitte lesen sie hierzu unbedingt den Beipackzettel, da die Anwendung von Trichoderma auch insbesondere die dazu förderlichen Witterungsbedingungen zu beachten sind.
Spritzgeräteprüfung
Bitte kontrollieren Sie den Prüfaufkleber auf Ihrem Sprühgerät.
Verschiedene Landmaschinenwerkstätten bieten im Frühjahr, Prüftermine für den Spritzen-TÜV an.
Auch Herbizidspritzen müssen eine gültige Prüfplakette haben.
Tobias Burtsche
Weinbauberatung Kaiserstuhl