Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 17 

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Allgemeine Situation:

Die regulären Pflanzenschutzbehandlungen sind beendet und es kehrt zumindest für ein paar Wochen etwas Ruhe in den Winzeralltag ein, bevor es spätestens Anfang September mit der Weinlese losgeht. Momentan ist eine rasante Entwicklung der Reife zu beobachten, gerade in ertragsreduzierten Anlagen. Die aktuelle Hitzewelle erreicht morgen ihren Höhepunkt mit bis zu 40°C, was in dem aktuellen Entwicklungsstadium auch zu Sonnenbrand führen kann. Weiterhin leiden Junganlagen im 2. bis 4. Standjahr am stärksten unter der Trockenheit. In Extremfällen sollten Trauben oder ganze Bögen abgeschnitten werden, um den Wasserbedarf der Rebe zu senken. Wie viel weniger Niederschlag tatsächlich bisher fiel, zeigen die Messungen der Wetterstationen von Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahr.

Freiburg                                                  Heitersheim                                 Fischingen

2025: 404l                                                  2025: 600l                                     2025: 450l

2026: 275l                                                  2026: 336l                                     2026: 279l



Rebschutz:

Anlagen mit starkem Blattverlust durch Hagel

In Anlagen mit starkem Blattverlust durch Hagel verschiebt sich der Abschlusstermin um 7 bis 10 Tage nach hinten bis spätestens 04.08. Gerade Gutedelanlagen haben dank des üppigen Ansatzes nach dem Hagelschlag weiterhin eine Ertragsaussicht von 100kg/ar oder mehr. Für die Versorgung dieser Trauben sind die neu gebildete Geiztriebe sehr wichtig und sollten möglichst lange befallsfrei bleiben. Diese Anlagen sollten beim Laubschnitt sehr hoch oder gar nicht mehr geschnitten werden. 

WICHTIG! Halten Sie zuvor Rücksprache mit ihrem Vermarktungsbetrieb. Sollten die geschädigten Anlagen z.B. für Federweißer gelesen werden, ist dieser Termin evtl. zu spät. Generell werden zu diesem Termin nur Mittel mit max. 21 Tagen Wartezeit empfohlen. 

Mittelempfehlung:

Peronospora

Durch die Wartezeit ist die Mittelauswahl beschränkt. Zum Einsatz kommt z.B. Mildicut (3-4 l/ha) (Phosphonat bereits enthalten), Cuprozin progress (0,8 l/ha), Funguran progress (1 kg/ha) oder Cuproxat (4,0 l/ha)

Sollte sich bis zum Behandlungstermin ein Wetterumschwung abzeichnen, kann der Zusatz von Phosphonat ebenso sinnvoll sein wie z.B. Foshield oder Rombiphos extra. (Beide 1,5-2l/ha)

Oidium  

Gegen Oidium können in dieser Behandlung Mittel eingesetzt werden wie z.B. Belanty (1,5l/ha) (Gruppe G) oder Dynali (0,8l/ha) (Gruppe R/G). 

Alternativ kann auch Netzschwefel Stulln (3-4 kg/ha) in Kombination mit Vitisan (3-4 kg/ha) + Netzmittel wie z.B. Wetcit oder Kumar (3kg/ha) ohne Netzmittel appliziert werden. Hierbei sollten die Bicarbonate jedoch max. 1%ig dosiert werden. (1kg/100l Wasser) In stark trockengestressten Anlagen ist diese Strategie jedoch aktuell nicht zu empfehlen. 

Stopp-Spritzung bei festgestelltem Oidiumbefall: 

Mittlerweile gibt es erste vereinzelte Meldungen zu Oidiumbefall an den Trauben. Bitte kontrollieren Sie zeitnah Ihre bekannten anfälligen Lagen und Sorten.

Ist ein Befall festzustellen, wird in die möglichst entblätterte Traubenzone eine zweimalige „Traubenwäsche“ (Brühaufwand 600- 800 l/ha) mit Kumar (5kg/ha), oder VitiSan (8 kg/ha, max. 1%ig + Netzmittel) im Abstand von 3-5 Tagen empfohlen. 

Der Zusatz von Netzschwefel Stulln (4kg/ha) (WZ 28 T) verbessert die Stopp-Wirkung. 

Das Fahren jeder Gasse ist hier unausweichlich.

3-4 Tage nach der ersten Behandlung sollte ein Erfolg sichtbar sein. 

Beachten Sie die besonderen Anwendungsempfehlungen für die Bicarbonate. Wichtig, die Anwendung sollten in den Abend- oder Morgenstunden durchgeführt werden.

Amerikanische Rebzikade

Um eine zusätzliche Verbreitung der Rebzikade zu verhindern, denken Sie bitte an die Säuberung von Traktor und Laubschneider, wenn Sie aus dem Befallsgebiet herausfahren.

Ende August sollten auch sämtliche Wildreben mit Garlon behandelt werden.  Bitte beachten Sie hierbei die Nebenbestimmungen der „AV Reblaus“ der jeweiligen Landkreise. Diese ist auf meiner Homepage unter der Rubrik „Allgemeinverfügungen“ zu finden.

Zum Zeitpunkt der Behandlung sollte es nicht über 28°C haben und windstill sein. 

Mit diesem Weinbauinfo endet das regelmäßige Erscheinen für das Jahr 2026.

Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen, die vielen guten Gespräche und die tolle Zusammenarbeit.

In der Zeit vom 30.07. bis zum 21.08. bin ich nicht erreichbar. In dringenden Fällen erreichen Sie meinen Kollegen Egon Zuberer unter 0162 2550675 oder unter egon.zuberer@lkbh.de

Nächster Aufruf nach Bedarf                             

gez. Mattmüller