Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 15

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Allgemeine Situation:

Die Regenschauer der letzten Tage brachten der Natur zumindest eine kleine Verschnaufpause. Leider brachte vor ca. einer Stunde eine Gewitterfront auch Hagelkörner mit sich, welche die Rebanlagen im südlichen Markgräflerland teilweise extremst schädigten. 

Hier kommt weiter hinzu: Seit ein paar Tagen lassen sich vermehrt Ölflecken im oberen Geizlaub finden. Diese stammen aus den stärkeren Niederschlägen Anfang Juli und haben dank des gestrigen Regens vereinzelt angefangen zu sporulieren. 

Rebschutz:

In vielen Betrieben wurde in den letzten Tagen behandelt. 

Flächen, welche im Hagelgebiet liegen und bis zu 5 Tage zuvor behandelt wurden, benötigen keine kurative Behandlung gegen Peronospora.

In einigen Betrieben war die Behandlung aber auf das Wochenende geplant und dementsprechend liegen gut und gerne 10 bis 14 Tage Spritzabstand zwischen der letzten Behandlung und dem Hagelereignis. 

Die Erfahrung aus den letzten Jahrzehnten im Markgräflerland zeigt eindeutig: Eine kurative Behandlung bis max. 48 Stunden nach solch einem Ereignis ist durchaus sinnvoll, gerade wenn seit der letzten Überfahrt einige Tage vergangen sind. Natürlich nur, wo es die Befahrbarkeit zulässt!

Platzregen, große Niederschlagssummen, lange Blattnässezeiten und zerfetzte Blätter, an denen sich das Wasser sammelt und länger anhaftet gepaart mit einer schwülen Witterung und eventuell bereits sporulierenden Flecken bilden die optimalen Voraussetzungen für eine Peronosporainfektion. Die Wunden selbst spielen hierbei eine untergeordnete Rolle. 

Um den oberen Bereich der Laubwand weiter gesund zu erhalten wird deshalb in Anlagen im Unwettergebiet und einem lang zurückliegenden Spritzabstand eine kurative Behandlung empfohlen.  

Wer etwas risikobereiter ist, keine Ölflecke in der Laubwand hatte oder wie schon angesprochen kurz vor dem Ereignis bereits behandelt hat, kann auch auf eine kurative Behandlung verzichten.

Eine weitere Infektion an den Beeren ist nicht zu erwarten. Diese sind bereits mit mehreren Belägen aus den Überfahrten zuvor sowie von der eigenen Wachsschicht gut geschützt. Auch gegen Botrytis muss aktuell nichts unternommen werden. Die Zuckereinlagerung hat noch nicht begonnen. Die angeschlagenen Beeren werden eintrocknen und herausfallen. Dies zeigen aktuell Anlagen in Schelingen, Altvogtsburg und Bahlingen. 

Extrem betroffene Anlagen haben auch einen Großteil der Blätter verloren. Nach ca. einer Woche werden die Geiztriebe wieder austreiben. Diese sollten für die Versorgung der restlichen Trauben etwas länger als der vorgegebene Abschlusstermin behandelt werden. Mehr dazu in den kommenden Weinbauinfos. 

Mittelempfehlung:

Peronospora

In Anlagen ohne Hagelschaden kann weiterhin mit Kontaktmitteln gearbeitet werden. Aufgrund der nun vorhandenen Ölflecke sollte die übliche Basisaufwandmenge eingesetzt werden. 

Es kann weiterhin mit Kontaktmitteln gearbeitet werden wie z.B. Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha) oder Folpan 500 SC (2,4 l/ha).

Alternativ kann auch Kupfer im Splittingverfahren (d.h. halbe Aufwandmenge auf die beiden letzten Behandlungen verteilt) angewandt werden, wie z.B. Cuprozin progress (0,8 l/ha), Funguran progress (1 kg/ha) oder Cuproxat (4,0 l/ha)

In Anlagen im Unwettergebiet werden kurative Mittel empfohlen wie z.B. Melody Combi (2,2 kg/ha), Pergado (2,5 kg/ha) oder Fantic F (2,4 kg/ha)

Oidium  

Traditionell kommt in vielen Betrieben zur Abschlussbehandlung Topas (0,28l/ha) (Gruppe G) zum Einsatz. Für einen sauberen Wirkstoffwechsel bis zuletzt kann in der vorletzten Behandlung z.B. Kusabi (0,26 l/ha) (Gruppe K) oder Vivando (0,28 l/ha) (Gruppe K) eingesetzt werden.

Zur „Auflockerung“ der organischen Spritzfolge kann auch Netzschwefel Stulln (3-4 kg/ha) in Kombination mit Vitisan (3-4 kg/ha) + Netzmittel wie z.B. Wetcit oder Kumar (3kg/ha) ohne Netzmittel appliziert werden. Hierbei sollten die Bicarbonate jedoch max. 1%ig dosiert werden. (1kg/100l Wasser) In stark trockengestressten Anlagen ist diese Strategie jedoch aktuell nicht zu empfehlen. 

Bitte achten Sie auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel! Es dürfen niemals zwei Mittel mit demselben Wirkstoff hintereinander eingesetzt werden. 

Die Kombination eines Multi-Site-Wirkstoffes (Netzschwefel 3kg/ha) mit einem organischen Oidiumfungizid soll verhindern helfen, dass sich beim organischen Mittel Resistenzen entwickeln. Aktuell fehlen dazu allerdings noch ausreichend wissenschaftliche Beweise. Aus diesem Grund kann von Seiten der Beratung keine allgemeine Empfehlung für diesen Einsatz ausgesprochen werden.

Die Mittelmenge errechnet sich aus der Basismenge x 4

Amerikanische Rebzikade

Um eine zusätzliche Verbreitung der Rebzikade zu verhindern, denken Sie bitte an die Säuberung von Traktor und Laubschneider, wenn Sie aus dem Befallsgebiet herausfahren.

Antrag UuU

Ab sofort kann der Förderantrag für die Maßnahme "Förderung der Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen (UuU)" für das Durchführungsjahr 2027  ausschließlich digital über FIONA gestellt werden. Die papiergebundene Antragstellung entfällt. In FIONA ist der Antrag im Navigationsbaum unter "Förderanträge -> UuU" zu finden. Die Anleitung mit den Merkblättern, Erläuterungen, etc. finden Sie hier

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, bei Unklarheiten den Antrag vorab telefonisch - vormittags, unter der DW -5895 (Hotline) - durchzusprechen und diesen im Anschluss elektronisch über FIONA einzureichen.

Die Antragsfrist bleibt unverändert und endet für das Durchführungsjahr 2027 am 31. August 2026. Es handelt sich hierbei um eine Ausschlussfrist - eine verspätete Antragstellung ist nicht möglich.

Nächster Aufruf Ende nächster Woche                        

gez. Mattmüller