Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 14

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Allgemeine Situation:

Es ist und bleibt trocken! Das zeigen mittlerweile auch ältere Ertragsanlagen in flachen, steinigen Böden anhand von gelben Basalblätter und ersten absterbenden Triebspitzen. 

Des Weiteren ergeben sich immer mehr Blattverbrennungen von Pflanzenschutzmittel auf der Südseite der Laubwand. Je gestresster eine Rebe ist, desto häufiger treten solche Verbrennungen auf. Große Niederschläge sind weiterhin nicht in Sicht. Mitte nächster Woche sind, stand heute, Gewitter möglich. Hoffen wir also auf das Beste…

Rebschutz:

Es gibt nichts Neues… Planen Sie Ihre Behandlungen bis zum 25.07, so wie es für Sie gut passt. Auf 2 Tage hin oder her kommt es aktuell nicht an. 14 Tage Behandlungsabstand sind kein Problem.

Mittelempfehlung:

Peronospora

Es kann weiterhin mit den „günstigen“ Kontaktmitteln gearbeitet werden wie z.B. Folpan 80 WDG (1,4 kg/ha) oder Folpan 500 SC (2,1 l/ha).

Dank der trockenen Witterung können die Mittel gegen Peronospora weiterhin reduziert werden, also Folpan 80 WDG (1,0 kg/ha) oder Folpan 500 SC (1,5 l/ha).

Alternativ kann auch Kupfer im Splittingverfahren (d.h. halbe Aufwandmenge auf die beiden letzten Behandlungen verteilt) angewandt werden, wie z.B. Cuprozin progress (0,8 l/ha), Funguran progress (1 kg/ha) oder Cuproxat (4,0 l/ha)

Oidium  

Traditionell kommt in vielen Betrieben zur Abschlussbehandlung Topas (0,28l/ha) (Gruppe G) zum Einsatz. Für einen sauberen Wirkstoffwechsel bis zuletzt kann in der vorletzten Behandlung z.B. Kusabi (0,26 l/ha) (Gruppe K) oder Vivando (0,28 l/ha) (Gruppe K) eingesetzt werden.

Zur „Auflockerung“ der organischen Spritzfolge kann auch Netzschwefel Stulln (3-4 kg/ha) in Kombination mit Vitisan (3-4 kg/ha) + Netzmittel wie z.B. Wetcit oder Kumar (3kg/ha) ohne Netzmittel appliziert werden. Hierbei sollten die Bicarbonate jedoch max. 1%ig dosiert werden. (1kg/100l Wasser) In stark trockengestressten Anlagen ist diese Strategie jedoch aktuell nicht zu empfehlen. 

Bitte achten Sie auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel! Es dürfen niemals zwei Mittel mit demselben Wirkstoff hintereinander eingesetzt werden. 

Die Kombination eines Multi-Site-Wirkstoffes (Netzschwefel 3kg/ha) mit einem organischen Oidiumfungizid soll verhindern helfen, dass sich beim organischen Mittel Resistenzen entwickeln. Aktuell fehlen dazu allerdings noch ausreichend wissenschaftliche Beweise. Aus diesem Grund kann von Seiten der Beratung keine allgemeine Empfehlung für diesen Einsatz ausgesprochen werden.

Die Mittelmenge errechnet sich aus der Basismenge x 3,5

Traubenwickler

Außerhalb der Pheromongebiete hat der Flug des Bekreuzten Traubenwicklers Anfang Juli in einzelnen wenigen Gewanne einen Flughöhepunkt (siehe VitiMonitoring). In den meisten Gemarkungen blieb der Flug aber unter der Bekämpfungsschwelle. Die Notwendigkeit einer Behandlung und der gegebenenfalls genaue Termin entnehmen Sie den örtlichen Infomeldungen. Die Pheromongebiete zeigen sich auch dieses Jahr stabil.

Amerikanische Rebzikade

Um eine zusätzliche Verbreitung der Rebzikade zu verhindern, denken Sie bitte an die Säuberung von Traktor und Laubschneider, wenn Sie aus dem Befallsgebiet herausfahren.

Um das Überspringen der Winden-Glasflügelzikade auf die Rebe zu unterbinden, sollten ab sofort keine Brennnesseln oder Winden auf Böschungen etc. entfernt werden. Andernfalls riskiert man einen zusätzlichen Eintrag der Schwarzholzkrankheit in die Anlagen. Diese Krankheit kann optisch nicht von der FD unterschieden werden. Befallene Stöcke müssen früher oder später im Befallsgebiet gerodet werden. 

Aktuell ist ein guter Zeitpunkt um Wildreben in Böschungen und Saumstrukturen ein weiteres Mal abzumulchen. WICHTIG: Dabei dürfen keine Gehölze zerstört werden und sollte nur dort passieren, wo im Winter bereits vorgearbeitet wurde. Zwingend erforderlich ist dann die erneut aufgewachsene Wildrebe Ende August bis Oktober mit Garlon zu behandeln. Bitte jetzt noch kein Garlon einsetzen! Beachten Sie dabei die Anwendungsbestimmungen aus der „Allgemeinverfügung Reblaus“

Hier der Link zur Befallskarte: Amerikanische Rebzikade.

Bitte beachten Sie weiterhin die Hinweise zur Behandlung aus Weinbauinfo Nr. 12.

Trockenheit in Junganlagen

Bei der aktuellen Trockenheit sollte eine zu hohe Wasserkonkurrenz in Anlagen bis zum 3. Standjahr vermieden werden. Das oberflächliche bearbeiten mit der Kreiselegge jeder 2. Gasse oder das mulchen bzw. Walzen von Begrünungen kann Abhilfe schaffen. Das Gleiche gilt für Ertragsanlagen auf sehr trockenen Standorten. Ein zu tiefes Mulchen wirkt sich ebenfalls negativ aus, da die Böden keinerlei Beschattung mehr haben. 

Reben im Pflanzjahr sollten im Unterstockbereich generell frei von Bewuchs sein. Das Abdecken der Gassen mit Stroh oder Heu beugt dem sonst sehr schnellen austrocknen der Böden vor und stellt eine effektive Maßnahme dar, bevor Wasser gefahren werden muss.

Bitte denken Sie auch an die 2- und 3-jährigen Reben in den Ertragsanlagen. Bei zu hohem Trockenstress hilft es, die Reben auf einen Trieb zu vereinzeln. 

Bei einer Wassergabe sollten mindestens 10l pro Rebe gegossen werden. 

Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 16.07.                          

gez. Mattmüller