Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 13

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Allgemeine Situation:

Nach der gnadenlosen Hitze der letzten Wochen fielen vielerorts endlich die dringend benötigten Niederschläge. Leider nicht überall in den gewünschten Mengen. An den Wetterstationen wurden aufaddiert folgenden Werte gemessen: Freiburg: 5mm, Ehrenkirchen 22mm, Heitersheim: 38mm, Zunzingen/Müllheim: 21mm, Liel: 40mm, Blansingen: 10mm, Fischingen: 6mm. Da Gewitter sehr lokal auftreten können, gibt es von Ortschaft zu Ortschaft große Unterschiede. Der Regenmesser im Garten ist nach wie vor am zuverlässigsten. Voraussichtlich wars das aber erst einmal mit Regen. In den nächsten Tagen steigen die Temperaturen wieder über 30°C. 

Rebschutz:

Viele Betriebe haben erst kürzlich behandelt bzw. sind aktuell dabei.  Bis zur Abschlussbehandlung am 25.07. können noch 2 weitere Behandlungen eingeplant werden mit einem Abstand von ca. 12 Tagen.

Mit den „niedrigeren“ Temperaturen findet wieder eine Taubildung am frühen Morgen statt, was gute Bedingungen für Oidium bedeutet. Mit einem Behandlungsabstand von 12 Tagen sollt dies jedoch gut abgedeckt sein. 

Wo noch nicht geschehen, muss im Befallsgebiet mit der kommenden Überfahrt die 2. Behandlung gegen die Rebzikade erfolgen. Wo möglich, sollte das Mittel Sivanto Prime eingesetzt werden. Alternativ Karate Zeon oder Trebon. 

Mittelempfehlung:

Peronospora

Es kann weiterhin mit den „günstigen“ Kontaktmitteln gearbeitet werden wie z.B. Folpan 80 WDG (1,4 kg/ha) oder Folpan 500 SC (2,1 l/ha).

Ob weiterhin reduziert werden kann, hängt von den Niederschlägen ab. Sollte es wider Erwarten doch nass werden, bitte zurück zur Aufwandmenge x 3,5.

Andernfalls Folpan 80 WDG (1,0 kg/ha) oder Folpan 500 SC (1,5 l/ha).

Oidium  

Gegen Oidium sollten aktuell weiterhin wirkungsstarke Mittel eingesetzt werden, wie 

Talendo (0,35l/ha) (Gruppe J) (Keine Mischung mit Netzschwefel, kann ausflocken), 

Belanty (1,5 l/ha) (1,0l/10.000 m2) (Gruppe G) Hier finden Sie auch einen Dosierungsrechner für Belanty.

Dynali (0,7 l/ha) (Gruppe R/G)

Kusabi (0,26 l/ha) (Gruppe K)

Bitte achten Sie auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel! Es dürfen niemals zwei Mittel mit demselben Wirkstoff hintereinander eingesetzt werden. 

Die Kombination eines Multi-Site-Wirkstoffes (Netzschwefel 3kg/ha) mit einem organischen Oidiumfungizid soll verhindern helfen, dass sich beim organischen Mittel Resistenzen entwickeln. Aktuell fehlen dazu allerdings noch ausreichend wissenschaftliche Beweise. Aus diesem Grund kann von Seiten der Beratung keine allgemeine Empfehlung für diesen Einsatz ausgesprochen werden.

Die Mittelmenge errechnet sich aus der Basismenge x 3,5

Stiellähme 

Für eine bessere Versorgung und um der Stiellähme vorzubeugen, kann nach der Blüte der Zusatz von Epsotop-Bittersalz (12-14 kg/ha) mitappliziert werden. 

Keine Mischung mit Phosphonaten! Bei Applikation in den Mittagsstunden sollte darauf verzichtet werden.

Amerikanische Rebzikade

Um eine zusätzliche Verbreitung der Rebzikade zu verhindern, denken Sie bitte an die Säuberung von Traktor und Laubschneider, wenn Sie aus dem Befallsgebiet herausfahren.

Um das Überspringen der Winden-Glasflügelzikade auf die Rebe zu unterbinden, sollten ab sofort keine Brennnesseln oder Winden auf Böschungen etc. entfernt werden. Andernfalls riskiert man einen zusätzlichen Eintrag der Schwarzholzkrankheit in die Anlagen. Diese Krankheit kann optisch nicht von der FD unterschieden werden. Befallene Stöcke müssen früher oder später im Befallsgebiet gerodet werden. 

Aktuell ist ein guter Zeitpunkt um Wildreben in Böschungen und Saumstrukturen ein weiteres Mal abzumulchen. WICHTIG: Dabei dürfen keine Gehölze zerstört werden und sollte nur dort passieren, wo im Winter bereits vorgearbeitet wurde. Zwingend erforderlich ist dann die erneut aufgewachsene Wildrebe Ende August bis Oktober mit Garlon zu behandeln. Bitte jetzt noch kein Garlon einsetzen! Beachten Sie dabei die Anwendungsbestimmungen aus der „Allgemeinverfügung Reblaus“

Hier der Link zur Befallskarte: Amerikanische Rebzikade.

Bitte beachten Sie weiterhin die Hinweise zur Behandlung aus Weinbauinfo Nr. 12.

Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 09.07.                          

gez. Mattmüller