Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 7 

Lesezeit:
  • Teilen

Allgemeine Situation:

Die zurückliegenden kalten Tage brachten wertvolle Zeit für Ausbrech- und Stammputzarbeiten. Ab Freitag schlägt das Wetter endgültig um und die Temperaturen steigen auf bis zu 30°C. Zusammen mit der guten Wasserversorgung im Boden und den wärmeren Nachttemperaturen wird dies zu einem extremen Wachstumsschub führen. Dementsprechend wird auch die hellgelbe Farbe im Weinberg, welche auf die unangenehm niedrigen Temperaturen zurückzuführen ist, wieder einem saftigeren grün weichen. Somit stehen also in der kommenden Woche die ersten Heftarbeiten an. Im Vergleich zu letztem Jahr liegen wir 4 bis 5 Tage zurück, die Rebblüte wird in den mittleren Lagen vermutlich Ende Mai / Anfang Juni loslegen. 

Rebschutz:

Peronospora und Oidium

Auch wenn sich der Zuwachs der Blattfläche stark in Grenzen hält, sollte zum Wochenende hin eine Belagserneuerung durchgeführt werden. In vielen Betrieben liegt der Behandlungsabstand somit bei 10-14 Tagen, was durch die kühle Witterung auch kein Problem darstellt. Ab Freitag steigt aber das Oidiumrisiko stark an, weshalb eine 3. Behandlung zwischen Donnerstag und Samstag durchaus sinnvoll erscheint. 

Durch den prognostizierten starken Zuwachs in den kommenden Tagen, sowie eventuelle Regenfälle Ende Mai, wird die darauffolgende 4. Behandlung vermutlich in einem kürzeren Abstand erfolgen. Daher kann in der Behandlung am Wochenende gegen Oidium letztmalig nur Schwefel eingesetzt werden. 

Mittelempfehlung:

Weiterhin können gegen Peronospora Kontaktmittel eingesetzt werden, wie z.B. Folpan 80 WDG (0,8 kg/ha), Folpan 500 SC (1,2 l/ha), Delan WDG (0,4 kg/ha), (Dieses Jahr aufbrauchen) oder das neue Delan SC (0,4l/ha) (0,4 l/10.000 m2).

Gegen Oidium ist der Spritzbrühe Netzschwefel (3,6 kg/ha) zuzusetzen, wodurch auch Pockenmilben erfasst werden.  

Um den Neuzuwachs besser zu schützen wird der Zusatz von Phosphonaten wie z.B. Veriphos, Foshield, (jeweils 1,5 l/ha) oder Frutogard (2,25 l/ha) zur Spritzbrühe empfohlen. (Aufwand x1,5 reicht aus) Werden andere Produkte eingesetzt, sind die entsprechenden Aufwandmengen zu beachten. Alternativ kann auch das Kombinationsmittel Delan Pro (2,4l/ha) eingesetzt werden.

Die Mittelmenge errechnet sich aus der Basismenge x 2

Blattdünger

Durch die fehlenden Sonnenstunden und niedrigen Temperaturen zeigen viele Anlagen Anzeichen einer Schlechtwetterchlorose. Bei Parzellen, welche dies besonders stark aufweisen, ist die Zugabe eines Blattdüngers wie Harnstoff (0,5 kg /100l Spritzbrühe) oder Aminosol (2 l/ha) zu überlegen.  

Junganlagen: 

Junganlagen ab dem 3-Blatt-Stadium sollten vor den nächsten großen Niederschlägen ebenfalls behandelt werden.  

Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 28.05.                           

gez. Mattmüller