Allgemeine Situation:
Die deutlich kühlere, regnerische und bewölkte Witterung bremst nun das Rebenwachstum aus. Im südlichen Beratungsgebiet fielen die Niederschläge vergangenen Montag mit rund 15L niedriger aus, als im nördlichen Gebiet mit ca. 25L. Nicht nur die Reben, auch die Pilzkrankheiten werden durch das kalte Wetter ausgebremst, weswegen die entstandenen Primärinfektionen vermutlich nicht allzu stark ausfallen werden. Bis zum Ende der Woche bleibt es weiterhin kühl und wechselhaft mit vereinzelten Niederschlägen. Ab nächster Woche soll es mit den Temperaturen aber wieder bergauf gehen. Wo noch nicht geschehen, wird heute in vielen Betrieben die zweite Pflanzenschutzmaßnahme gefahren. Doch es gibt genügend andere Arbeiten, welche in den kommenden Tagen erledigt werden sollten.
Rebschutz:
Peronospora und Oidium
Die 3. Behandlung richtet sich nach dem Zuwachs der Laubfläche. Bei Einsatz von Phosphonaten können hierbei 600cm2 Blattzuwachs abgewartet werden. Dieser kann über Vitimeteo bzw. das Behandlungstagebuch sehr gut nachvollzogen werden. Die Plattform ist mittlerweile unter vitimeteo-bw.de zu erreichen.
Mittelempfehlung:
Wo noch nicht geschehen, können gegen Peronospora Kontaktmittel eingesetzt werden, wie z.B. Folpan 80 WDG (0,6 kg/ha), Folpan 500 SC (0,9 l/ha), Delan WDG (0,3 kg/ha), (Dieses Jahr aufbrauchen) oder das neue Delan SC (0,24l/ha) (0,4 l/10.000 m2).
Gegen Oidium ist der Spritzbrühe Netzschwefel (3,6 kg/ha) zuzusetzen, wodurch auch Pockenmilben erfasst werden.
Um den Neuzuwachs besser zu schützen wird der Zusatz von Phosphonaten wie z.B. Veriphos, Foshield, (jeweils 1,5 l/ha) oder Frutogard (2,25 l/ha) zur Spritzbrühe empfohlen. Werden andere Produkte eingesetzt, sind die entsprechenden Aufwandmengen zu beachten. Alternativ kann auch das Kombinationsmittel Delan Pro (1,8l/ha) eingesetzt werden.
Achtung, Mittelmenge beträgt hier x 1,5! Wurde bei der ersten Behandlung bereits Phosphonate zugesetzt und der Behandlungsabstand liegt bei 8 Tagen oder weniger, sollte die Aufwandmenge der Phosphonate lediglich x 1 betragen!
Die Mittelmenge errechnet sich aus der Basismenge x 1,5
Gemeinsamer Antrag
Die neue C2 Kulisse (Flurstücks unabhängig) ist ab sofort in Fiona verfügbar. Sollte diese Förderung für Sie in Frage kommen, prüfen Sie ihren Antrag bitte noch einmal
Weinbauliche Maßnahmen
Mittlerweile laufen die Ausbrecharbeiten. Im optimalen Fall bleiben pro Stock 3 bis 5 Triebe am Kopf stehen, am Biegedraht werden sämtliche Doppeltriebe entfernt. Dies sorgt für eine luftige Laubwand und mindert automatisch den Pilzdruck in den Anlagen.
Junganlagen:
Viele Betriebe haben bereits ihre Neuanlagen gepflanzt. Besonders in Hanglagen mit direkter Angrenzung zu Wohngebieten sollte dringend eine bodendeckende Schicht Heu oder Stroh eingebracht werden, um stärkere Erosionen zu verhindern. Auch das Einsäen mit einfachen Mischungen wie Phacelia‑Buchweizen hat sich bewährt. Bei zu hoher Wasserkonkurrenz im Sommer wird diese gewalzt und sorgt somit ebenfalls für eine deckende Schicht.
Sollten Sie den Zuschuss für Junganlagen beantragt haben, denken Sie bitte an die Flächenkorrektur nach der Pflanzung. Nur die tatsächlich bepflanzte Rebfläche wird gefördert. Bei einer Überbeantragung von >30% werden die Zuschüsse gekürzt.
Die sicherste Methode zur Ermittlung der förderfähigen Fläche ist wie folgt:
Stockstandraum ermitteln: Stockabstand x Gassenbreite
Pflanzfläche ermitteln: Stockstandraum x Anzahl gepflanzte Reben
Die Förderung erfolgt flurstücksbezogen. Liegen mehrere Flurstücke nebeneinander, muss für jedes Flurstück die tatsächlich angepflanzte Fläche korrigiert werden. Im Zweifelsfall ist das Suchen der Grenzsteine die beste Wahl.
Der späteste Abgabetermin für den GA ist der 15.05.2026. Bei Rückfragen hilft Ihnen die Hotline unter 0761-2187 5895.
Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 21.05.
gez. Mattmüller