Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 5

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Allgemeine Situation:

Die Niederschläge mit ca. 20L in den letzten Tagen waren eine Wohltat für die gesamte Landwirtschaft, auch wenn diese deutlich stärker ausfielen als angekündigt. Somit hat die erste Primärinfektion stattgefunden, welche allerdings durch die Behandlung Anfang Mai sauber abgedeckt wurde. Mittlerweile lassen sich in den meisten Lagen 6 bis 8 Blätter zählen, die Gescheinsansätze bilden sich deutlich aus und überraschen den ein oder anderen in Ihrer Anzahl.  

Dieses Jahr lassen sich auffällig viele ausgefressene Knospen von Rhombenspanner und Erdraupen finden. Hier treiben nun die Nebenaugen aus und kompensieren zumindest zum Teil den Ausfall. 

Die Wetterprognose für kommende Woche zeigt sich weiterhin sehr durchwachsen, mit den größten Niederschlägen am Montag von 10-15L Diese sind seit mehreren Tagen so vorhergesagt, scheinen also als sehr sicher.  Dienstag und Mittwoch bleiben -stand heute- trocken, gegen Ende der Woche wieder Regen. 

Rebschutz:

Peronospora und Oidium

Nach dem Wetterumschwung übernimmt nun wieder Peronospora die Leitkrankheit und die nächste Behandlung richtet sich nach den Niederschlägen. Viele Betriebe haben vergangen Samstag ihre erste Behandlung durchgeführt.

Der Zuwachs der Laubfläche hat sich seit der ersten Behandlung im relativen Vergleich mehr als verdoppelt und wird dank des sommerlichen Wetters am Wochenende weiterhin stark ansteigen. Gerade am Anfang der Saison sollte deswegen nicht zu sehr auf den Blattzuwachs von 400 cm2 bzw. 600cm2 vertraut werden, sondern eben auch die Verdoppelung der Laubfläche und Gescheinsstreckung beachtet werden.

Aufgrund dessen gibt es folgende Empfehlungen:

Betriebe welche in der ersten Behandlung kein Phosphonat appliziert haben, wird empfohlen, die nächste Behandlung vor Montag durchzuführen.  

Betriebe welche mit Phosphonat behandelt haben, können auch die trockene Phase am Dienstag oder Mittwoch für die nächste Behandlung ausnutzen. Ein gewisses Restrisiko besteht allerdings weiterhin, nicht zuletzt, wenn sich die Wetterlage an diesen Tagen ändert. 

Mittelempfehlung:

Gegen Peronospora können Kontaktmittel eingesetzt werden, wie z.B. Folpan 80 WDG (0,6 kg/ha), Folpan 500 SC (0,9 l/ha), Delan WDG (0,3 kg/ha), (Dieses Jahr aufbrauchen) oder das neue Delan SC (0,24l/ha) (0,4 l/10.000 m2).

Gegen Oidium ist der Spritzbrühe Netzschwefel (3,6 kg/ha) zuzusetzen, wodurch auch Pockenmilben erfasst werden.  

Um den Neuzuwachs besser zu schützen wird der Zusatz von Phosphonaten wie z.B. Veriphos, Foshield, (jeweils 1,5 l/ha) oder Frutogard (2,25 l/ha) zur Spritzbrühe empfohlen. Werden andere Produkte eingesetzt, sind die entsprechenden Aufwandmengen zu beachten. Alternativ kann auch das Kombinationsmittel Delan Pro (1,8l/ha) eingesetzt werden.

Achtung, Mittelmenge beträgt hier x 1,5! Wurde bei der ersten Behandlung bereits Phosphonate zugesetzt und der Behandlungsabstand liegt bei 8 Tagen oder weniger, sollte die Aufwandmenge der Phosphonate lediglich x 1 betragen!

Die Mittelmenge errechnet sich aus der Basismenge x 1,5

Weinbauliche Maßnahmen 

Mittlerweile laufen die Ausbrecharbeiten. Im optimalen Fall bleiben pro Stock 3 bis 5 Triebe am Kopf stehen, am Biegedraht werden sämtliche Doppeltriebe entfernt. Dies sorgt für eine luftige Laubwand und mindert automatisch den Pilzdruck in den Anlagen. 

In Anlagen mit dem Erziehungssystem „Langzapfenkordon“ sollte nun das mechanische Ausbrechen durchgeführt werden. Dieser Arbeitsschritt ist für einen qualitätsorientierten Weinbau unerlässlich. 

Junganlagen: 

Viele Betriebe haben bereits ihre Neuanlagen gepflanzt. Besonders in Hanglagen mit direkter Angrenzung zu Wohngebieten sollte dringend eine bodendeckende Schicht Heu oder Stroh eingebracht werden, um stärkere Erosionen zu verhindern. Auch das Einsäen mit einfachen Mischungen wie Phacelia‑Buchweizen hat sich bewährt. Bei zu hoher Wasserkonkurrenz im Sommer wird diese gewalzt und sorgt somit ebenfalls für eine deckende Schicht. 

Sollten Sie den Zuschuss für Junganlagen beantragt haben, denken Sie bitte an die Flächenkorrektur nach der Pflanzung. Nur die tatsächlich bepflanzte Rebfläche wird gefördert. Bei einer Überbeantragung von >30% werden die Zuschüsse gekürzt. 

Die sicherste Methode zur Ermittlung der förderfähigen Fläche ist wie folgt:

Stockstandraum ermitteln: Stockabstand x Gassenbreite

Pflanzfläche ermitteln: Stockstandraum x Anzahl gepflanzte Reben

Die Förderung erfolgt flurstücksbezogen. Liegen mehrere Flurstücke nebeneinander, muss für jedes Flurstück die tatsächlich angepflanzte Fläche korrigiert werden. Im Zweifelsfall ist das Suchen der Grenzsteine die beste Wahl.  

Der späteste Abgabetermin für den GA ist der 15.05.2026. Bei Rückfragen hilft Ihnen die Hotline unter  0761-2187 5895. 

Frostgefahr:

In keinem der Wetterberichte sind Spätfröste zu erkennen. Frostruten können entfernt werden. 

Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 14.05.                           

gez. Mattmüller