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Weinbauinfo Tuniberg Nr. 5

Datum: 07.05.2019

Allgemeiner Entwicklungsstand

Der April ging wie er kam: kühl und feucht. Und der Monat Mai geht bisher sparsam mit seinen Wonnen um. Das vergangene Wochenende war ausgesprochen kühl, lokal gab es Schneesturm wie den ganzen Winter nicht. Darunter haben auch etliche Veranstaltungen im Freien gelitten. Zum Glück war es bedeckt, so dass die Nachttemperaturen nur auf um die 0° C abgesunken sind, Frost hat keine Spuren hinterlassen. Als Vorteil sind die häufigeren Niederschläge zu sehen, kamen diese doch wieder als sanfte Landregen und damit mit hoher Wassereffizienz. Die obere Bodenschicht weist eine gute Durchfeuchtung auf. Die kühle Witterung der letzten zwei Wochen zeigt sich im Rebenwachstum, das nur langsam vorankommt. Die guten Lagen stehen bei im Schnitt Fünf – bis Sechsblattstadium. Dagegen sind die tieferen Lagen weit zurück, jedes Grad Temperaturvorteil kommt zum Tragen. Der Austrieb ist wie schon beschrieben uneinheitlich. Abweichend davon zeigt sich der Bodenseeraum sehr einheitlich im Austrieb und die dortigen tieferen Lagen zeigen kaum einen Unterschied zum Oberrheintal, die guten Lagen stehen bei Drei – bis Vierblattstadium. Die kommenden Tage bringen etwas höhere Temperaturen und ab Mittwoch bis Ende der Woche weiterhin Regen. Die Nachttemperaturen können gegen das Wochenende die 0° C Grenze streifen, richtig wärmer soll es Anfang kommender Woche werden.

Zu den tierischen Schädlingen

Bei den Traubenwicklerarten ist lediglich auf die regelmässige, zweimal wöchentliche Fallenkontrolle hinzuweisen, besonders beim Einbindigen Traubenwickler in Randlagen. Auf Grund der kühlen Temperaturen ist ausserhalb der Pheromongebiete nur geringer Flug zu verzeichnen.

In den Anlagen ist des Öfteren leichter Befall von Pockenmilben zu finden. Mit Aufnahme des Pflanzenschutzes wird die weitere Ausbreitung verhindert. In Junganlagen ohne Raubmilben wird eine Ansiedlung empfohlen. Bei wärmeren Temperaturen sind diese auf dem Laub in den guten Lagen zu finden, besonders bei Burgundersorten und PIWI – Sorten. Nutzen Sie die Ausbrecharbeiten für solche bewährten weinbaulichen Massnahmen.

Zu den Pilzkrankheiten

Die bisherigen Regen fielen bei sehr kühlen Temperaturen. Die Wetterlage war unproblematisch für die Pilzkrankheiten. Insgesamt ist die diesjährige Pflanzenschutzsituation zum Start uneinheitlich wie die Entwicklung. Die angesagten Regen ab Mittwoch fallen nach Vorhersage bei Temperaturen über 10° C und somit sind Primärinfektionen der Rebenperonospora besonders in den mittleren und frühen Lagen möglich und sollten davor behandelt werden. In den tieferen Lagen kann geschoben werden, da in der Regel die Blattfläche fehlt oder man macht eine Schwarzfleckenbehandlung. In diesen Lagen steht sehr oft der dafür empfänglichere Müller – Thurgau. Zum Einsatz kommen: ein Peronosporakontaktmittel wie z.B. Polyram WG mit 0,8 kg / ha oder Folpan 80 WDG mit 0,4 kg /ha Mittelaufwand. Bei Schwarzfleckenbehandlung in tiefen Lagen dort bevorzugt Delan WG mit 0,2 kg / ha Mittelaufwand. Dazu Schwefel gegen Oidum und Kräusel – und Pockenmilben mit 3,6 kg / ha Mittelaufwand. Weitere Zusätze wie Phosphonate haben mangels Blattfläche selbst in guten Lagen keine effektive Wirkung und machen daher keinen Sinn.

Hinweis:

Seit dem vergangenen Jahr werden nach und nach Regelungen zum Anwenderschutz von den Anwendungshinweisen in die Anwendungsbestimmungen überführt und können dann bei Nicht-Beachtung zu einem Bussgeld führen. Sie finden diese Auflagen in der Gebrauchsanleitung, die mit dem Etikett auf der Packung des jeweiligen Pflanzenschutzmittels angebracht ist.

Bitte beachten Sie grundsätzlich die aktuellen Anwendungsbestimmungen und die Gebrauchsanleitung!

Weinbauliche Hinweise
Bei der laufenden Düngung von Stickstoff ist eine Platzierung vor grösseren Niederschlägen vorteilhaft, um durch rasche Lösung Verluste so gering wie möglich zu halten. Bei einer Düngung von 40 – 50 kg / ha Stickstoff liegt man meist richtig, der aktuelle NID – Wert liegt bei 18 kg / ha vorhandenem Stickstoff im Boden und besonders, wenn zusätzlich noch Bodenbearbeitung stattgefunden hat. Das sind maximal 1,9 k / ar Kalkammonsalpeter oder Entec 26 oder maximal 2,3 kg / ar Schwefelsaures Ammoniak oder Stickstoffmagnesia. Eine intensivere Bodenbearbeitung z.B. zur Saatbeetbereitung kann gut mit 20 kg / ha Stickstoff aus Mineralisierung eingerechnet werden. Beachten Sie die Anforderungen der Düngeverordnung. Bei der Herbizidausbringung mit Glyphosat ist das vorherige Stammputzen und nachfolgender Behandlung im Abstand von 2 Tagen vorteilhaft. Für Mulcharbeiten wird das alternierende Mulchen empfohlen, da dies einen sehr positiven Effekt auf den Erhalt der Insektenpopulationen hat.

Sonstige Hinweise

Am 15. Mai ist die letzte Frist zur Abgabe und für Änderungen beim Gemeinsamen Antrag, z.B. Flächenänderungen bei der Umstellung und Umstrukturierung von Rebflächen.

Sofern nicht anderst erforderlich erfolgt das nächste Weinbauinfo am 16. Mai 2019.



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