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Weinbauinfo Tuniberg Nr. 3

Datum: 15.04.2019

Allgemeiner Entwicklungsstand

Der April zeigt uns bisher seit Monatsbeginn seine kühle Schulter. Das zurückliegende Wochenende war ausgesprochen frisch, die angesagten Fröste kamen glücklicherweise nicht. Im Obstbau wäre es eng geworden. Zum Monatsanfang gab es in ganz Südbaden einen kräftigen, aber sanften und anhaltenden Landregen mit bis zu 40 mm Regen. Im Bodenseeraum wurden diese Werte nicht erreicht, es bleibt dort bisher trockener. Die oberen Bodenschichten zeigen nun eine gute Durchfeuchtung. Die kühle Witterung hat auch die Vegetationsentwicklung gebremst, es geht in den Reben nur langsam voran. In den meisten mittleren Lagen stehen wir kurz vor dem Stadium „grüne Triebspitze deutlich sichtbar“. In sehr frühen Lagen und einzelnen Junganlagen oder sehr frühen Sorten ist „erstes Blatt entfaltet“ zu sehen. Damit stehen wir kurz vor dem langjährigen Mittel und gleichauf wie 2018. Die angekündigte Erwärmung mit viel Sonnenschein für diese Woche und auf Ostern dürfte die Entwicklung beschleunigen. Die weinbaulichen Arbeiten laufen zügig, inzwischen ist schon einiges an Junganlagen gepflanzt.

Zu den tierischen Schädlingen

Beim Pheromonverfahren ist lediglich auf die regelmässige, zweimal wöchentliche Fallenkontrolle hinzuweisen, besonders beim Einbindigen Traubenwickler in Randlagen.

Die Bekämpfung der Kräuselmilben gestaltet sich etwas verwaschen. Es gab immer wieder warme Nachmittage, die genutzt werden konnten. Bei der angesagten Erwärmung diese Woche ist in vielen Lagen rasch die Entwicklung zu weit, ausser man behandelt mit Schwefel alleine, was immer noch eine gute Wirkung bringt. In tiefen Lagen oder späteren Regionen zeichnet sich auf Wochenmitte bis vor Karfreitag ein idealer Termin ab. Das gilt besonders für den Bodenseeraum. Achten Sie auf eine gute Benetzung des Stammkopfes und der Fruchtrute, dies ist die einzige Behandlung, bei der tropfnass optimal ist. Zum Einsatz kommen 3,5 kg / ha Netzschwefel und, wo noch umsetzbar, ein Ölprodukt wie Para Sommer mit 4 - 6 l / ha oder das Rapsöl Micula mit 8 - 12 l / ha Mittelaufwand bei einem Wasseraufwand von 400 – 600 l / ha. Ebenso sind Rhompenspanner und Erdraupen aktiv. Achten Sie auf bekannte Befallslagen, ein zusätzlicher kurzer Blick in übrige Flächen ist immer zu empfehlen. Das Absammeln am frühen Abend bei Dunkelheit ist nach wie vor eine bewährte und effektive Methode. Man kann auch mit z.B. Mimic mit 0,2 l / ha oder Steward mit 0,05 l / ha eine Bekämpfung durchführen. Dazu müssen aber die Raupen mit Spritzbrühe getroffen werden, da ansonsten eine ausreichende Wirkung nicht erzielt wird. Eine Behandlung am Tag ist wirkungslos. Mit beginnendem Wachstum kommen die Wildschäden. Bei wirtschaftlich relevanten Schäden ist schnellstmöglich der Jagdpächter zu informieren. Eine gütliche Einigung ist immer anzustreben. Um allerdings ggf. Ansprüche durchsetzen zu können, muss unmittelbar nach Bekanntwerden eines Schadens, dieser an die Gemeindeverwaltung gemeldet werden. Im Vordergrund sollten vorbeugende Maßnahmen zur Vergrämung oder Verhinderung des Zugangs (z.B. Einzäunung der Rebfläche, Elektrozaun am Waldrand, Hasendraht / Rebschutzrohr) stehen.

Weinbauliche Hinweise
Die Düngung beschränkt sich aktuell noch auf organische Dünger oder Phosphor und Kalium. Die Düngung mit Magnesium sollte später mit Stickstoff erfolgen. Beachten Sie die Anforderungen der neuen Düngeverordnung. Unter www.wbi-bw.de in den beiden Menüpunkten Fachinformationen und Service finden Sie Informationen und Vorlagen zu ihrer Verwendung. Zu dem Thema gibt es im Badischen Winzer in den Heften März und April ebenfalls umfangreiche Info. Jedes Jahr treten Fälle von verätzten Wurzel durch Düngegaben zur Jungrebe auf. Im Pflanzjahr ist eine Düngung mit Stickstoff nicht notwendig. Viel hilfreicher ist eine Abdeckung des Pflanzstreifens mit Kompost oder dessen kontinuierliche Bearbeitung bis zum Herbst. Nach oberflächlicher Abtrocknung der Böden bestehen sehr gute Bedingungen für Einsaaten. Besonders für die Wolf – Mischung ist es noch ein sehr guter Zeitpunkt, um den lichtkeimenden Mischungspartnern einen guten Start zu geben. Vergessen Sie nicht den Termin zur Spritzgerätekontrolle. Die Termine der regionalen Prüfbetriebe sind der Fachpresse zu entnehmen.

Sofern nicht anderst erforderlich erfolgt das nächste Weinbauinfo am 25. April 2019.



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