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Weinbauinfo Tuniberg Nr. 22

Datum: 19.11.2019

Allgemeiner Entwicklungsstand

Dieses Jahr erscheint das letzte Info spät, was zum einen an einer kurzen Urlaubspause, zum anderen an dem sehr späten Erhalt der Vorlagen für die Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen für das kommende Frühjahr liegt. Inzwischen laufen in den Betrieben die üblichen Winterarbeiten. Das Weinbaujahr 2019 kann mit einer guten Bilanz abgeschlossen werden, wenn auch mit regionalen Abstrichen. Wenn auch viele Daten auf ein normales, durchschnittliches Jahr hindeuten, so hatte der Verlauf insgesamt wieder einen schwankenden Charakter. Der sehr warme Winter brachte zwar ein sehr frühes Knospenschwellen, danach brachte aber ein teilweise kühler April und ein sehr kühler Mai eine langsame und stark verzögernde Entwicklung. Dies wurde im Juni wieder aufgeholt, die Blüte lag noch im langjährigen Mittel und war – trotz Bedenken durch einen Temperatureinbruch – sehr gut im Blüteerfolg. Im Juli brachte eine kurze und sehr heftige Hitzephase Sonnenbrandschäden und Rekordtemperaturen an die 40° C. Die weitere Entwicklung brachte keine Beschleunigung und Anfang September lagen die ersten Mostgewichte im langjährigen Schnitt. Eine sehr warme Septembermitte schob die Mostgewichte schnell und deutlich nach oben, sodass die Lese mit sehr zufriedenstellenden Werten umgesetzt werden konnte. Kühle Nächte erhielten die Frucht und Frische, die bisherigen Stimmungen aus den Kellern sind erfreulich. 2019 verfestigt den Trend, dass nur noch in grünen Laubwänden gelesen wird. Dies beinhaltet veränderte physiologische Abläufe, die Reben sind anhaltend aktiv. Im Hintergrund schwangen über weite Teile der Vegetationsperiode Bedenken wegen der Wasserversorgung mit. Zwei wichtige Niederschlagsphasen – im Mai und Ende Juli / Anfang August – brachten genügend Regen, um das Wachstum abzusichern. Trocken blieb der Unterboden über das ganze Jahr. Abweichend war der Verlauf im direkten Bodenseeraum. Dieser war mit Ausnahme des Junis immer feuchter wie das langjährige Mittel. Der Lesebeginn war nicht einfach, da Sorten wie Müller – Thurgau oder Bacchus auf viel Wasser schnell mit Fäulnis reagieren. Die Burgunderernte verlief erfreulicher und so ist das abschliessende Ergebnis besser wie erwartet. Nur der östliche Bodensee hatte hier nochmals schlechtere Bedingungen. Was sich generell zeigt und die Entwicklung der vergangenen Jahre bestätigt, ist, dass die umfassenden Grundarbeiten wie Lockerung der Trauben, Entblätterung und gezielter Pflanzenschutz gegen Botrytis inzwischen essentiell wichtig sind. Keine Region kann sich davor schützen, im Verlauf der Reife mit viel Wasser konfrontiert zu werden.

Zu den tierischen Schädlingen

2019 brachte wie die Vorjahre keine wesentlichen Überraschungen im Auftreten der KEF. Die Flugzahlen liegen im Rahmen der letzten Jahre. Kirschenanbau hatte enorme Probleme und war kein guter Vorbote. So war der spätere Befall in Rotem Gutedel und Rotem Muskateller als sehr empfindliche Sorten schnell und deutlich. Der weitere Witterungsverlauf half aber dem Weinbau. In den bekannten Randstrukturen wie Waldränder, Böschungen, Obstanlagen und auch Maisflächen trat etwas Befall auf. Der Behandlungsumfang war gering, im Bodenseeraum durch die Feuchtigkeit etwas höher. Die Forderung, dass 14 Tage Wartezeit, egal für welches Mittel oder Verfahren, zu lang sind und auf 7 Tage zurückgeführt werden sollte, bleibt weiterhin bestehen. Wie in 2018 war der frühe Befall durch Ameisenfrass auffallend, was die Etablierung von Fruchtfliegen fördert.

Sonstige Hinweise

Die neuen Formulare für die Umpflanzung und Umstrukturierung 2020 sind gegen Mitte November eingetroffen. Eine wesentliche Änderung gibt es bei der Sanktionierung. Überbeantragungen der Fläche können zu empfindlichen Sanktionen führen. Bei Planieen oder unförmigen Grundstücken sollte eine genaue Planung und vor allem, eine rechtzeitige Anpassung des Flächenumfanges bis spätestens zu der Einreichung der Pfropfrebenrechnung, die die Kontrolle auslöst, sorgfältig beachtet werden. Ansonsten läuft das Verfahren wie bekannt. Die Anträge werden wie gewohnt am Tuniberg bei den Gemeinden und ansonsten bei den Genossenschaften erhältlich sein. Sofern Sie den Antrag selbst aus der EDV holen, drucken Sie möglichst nur die ersten drei Seiten aus und lesen den Rest auf der Internetseite, der Papierbedarf ist nicht unbeträchtlich.

Eine Förderung ist nur möglich auf Rebflächen mit einer erteilten Genehmigung der Umwandlung von nicht genutzten und noch gültigen Pflanzrechten bzw. einer Genehmigung der Wiederbepflanzung gemäss den neuen Anbauregeln im Weinbau. Wer also wie gewohnt seine in der Weinbaukartei gemeldete Fläche rodet und auf derselben wieder pflanzt, erhält automatisch die Genehmigung. Die Meldung von Rodung und Pflanzung erfolgt über die Änderungsmeldung zur Weinbaukartei. Bei der Flächenerweiterung achten Sie unbedingt darauf, dass der Pachtbeginn, bzw. das Datum des Kaufvertrages vor dem Rodedatum liegt! Bei der Änderungsmeldung zur Weinbaukartei wird das Rodedatum tagesgenau erfasst. Es muss in drei Jahren gepflanzt sein.

Achtung! Pachten oder kaufen Sie keine gerodeten Flächen, ohne sich der bürokratischen Wege bewusst zu sein. Hier besteht kein Pflanzrecht mehr. Solche Flächen können nur über die Übertragung von Pflanzrechten von nicht gerodeten Flächen oder über die Neuzuteilung wieder aktiviert werden.

Neuanpflanzungen aus der Vergabe von Neupflanzungsrechten werden nicht gefördert.

Bei Unklarheiten wenden Sie sich zuständigkeitshalber an das Regierungspräsidium.

In der Förderkulisse für Handarbeitslagen im Steillagenweinbau ist zu beachten, dass ein Vorantrag bis zum Jahresende gestellt werden muss. Der 31.12.2019 ist ein Ausschlusstermin. Im Beratungsgebiet sind viele der möglichen Flächen schon beantragt. Beachten Sie den Termin aber, sofern noch Flächenergänzungen anstehen.

Die seit 2017 gültige Düngeverordnung verlangt in einem wesentlich breiteren Umfang die Dokumentation des Düngebedarfes, der Düngung und eine mehrjährige Nährstoffbilanzierung. Der Schwerpunkt liegt auf Stickstoff und Phosphor. Schon Betriebe ab 2 ha Weinbau fallen unter die Aufzeichnungspflichten, bei einem Gemischtbetrieb kann es schon weniger Weinbau sein. Aktuelle Formulare und Informationen zur Dokumentation im Weinbau finden Sie auf der Internetseite des Staatlichen Weinbauinstitutes Freiburg www.wbi.de unter Service.

Wichtige Hinweise zur Sachkunde im Pflanzenschutz

Für die Pflanzenschutz-Sachkundigen ist auf der Rückseite des Sachkundeausweises vermerkt, ab welchem Datum alle drei Jahre fortlaufend die vier Stunden Sachkundefortbildung erbracht werden müssen. Die erforderlichen Stunden können in den Winterversammlungen (zumeist im Zeitraum Februar / März) als zweistündige Fortbildungsveranstaltungen erbracht werden. Die jeweiligen Termine werden entsprechend regional veröffentlicht.

Eine weitere Möglichkeit der Fortbildung ist das Angebot der Landakademie. Unter der Adresse www.landakademie.de kann ein Fortbildungskurs im modularen Aufbau absolviert werden. Die Kursgebühr beträgt € 50.

Pflanzenschutz - Sachkundelehrgang für Winzer - Neusachkundige

Das Pflanzenschutzgesetz schreibt vor, dass alle Personen, welche Pflanzenschutzmittel ausbringen, sachkundig sein müssen. Landwirte, Winzer, Gärtner, usw. mit Ausbildung sind sachkundig im Sinne dieses Gesetzes.

Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald führt einen Pflanzenschutz - Sachkundelehrgang für die Winzer durch, der für alle Bereiche, also Markgräflerland, Tuniberg, Kaiserstuhl und Glottertal zentral abgehaltern wird. Der Lehrgang umfasst fünf Abende und beginnt Ende Januar 2020. Zusätzlich ist ein sechster Abend für die Sachkunde in der Böschungspflege zur Reblausbekämpfung und zum Flämmen auf Böschungen mitintegriert.

Der Sachkundekurs für Neusachkundige 2020 findet ab dem 21.01.2020 im Rathaus Opfingen statt, Beginn 19:30 Uhr. Die Folgetermine sind: 28.01, 04.02., 11.02., 18.02. und 03.03. Der Lehrgangsabend am 11.02. beinhaltet den Lehrgang zum Böschungspflegemanagement / Reblausbekämpfung. Der Prüfungstag ist am 06.03.2020.

Die Gebühren betragen: € 40 für den Kurs, € 40 für die Prüfung. Der Kurs ist auf 50 Teilnehmer begrenzt. Es zählt das Datum der Anmeldung.

An dem oben genannten Sachkundelehrgang interessierte Winzerinnen und Winzer sollten sich schriftlich, am besten unter Verwendung des Anmeldeformulars auf der Infoseite des Landwirtschafsamtes, unter Angabe von Namen, Adresse und Geburtsdatum bis spätestens 15.12.2019 beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft, Europaplatz 3, 79206 Breisach, per Fax-Nr. 0761/2187775899 oder per E-Mail:

hansjoerg.stuecklin@lkbh.de, egon.zuberer@lkbh.de oder tobias.burtsche@lkbh.de anmelden.

Weitere Auskünfte erteilen die Weinbauberater Hansjörg Stücklin (0761-2187 5827), Egon Zuberer (0761-2187 5828) und Tobias Burtsche (0761-2187 5858).

Bodenprobenaktionen

Diesen Winter stehen die Gemeinden Merdingen und Meersburg für die gemeinschaftlichen Bodenprobenaktionen auf dem Plan. Die Termine sind inzwischen über die Gemeindeblätter bekannt gegeben worden. Mit den Gemeinschaftsaktionen werden Anforderungen aus dem FAKT und der Düngeverordnung miterfüllt. Fachlich wünschen wir uns etwas mehr Humusproben, um einen Überblick über die Entwicklung der organischen Substanz aufrecht zu erhalten und bei der Düngeverordnung eine notwendige Datengrundlage zur Berechnung des Düngebedarfes. Nutzen Sie dieses Serviceangebot intensiv, denn die gewonnenen Informationen helfen auch uns in der politischen Aussendarstellung des Weinbaues.

Bereichsversammlungen

Als Bereichsversammlung des Badischen Weinbauverbandes steht noch die Veranstaltung am 20.11.2019 um 17:00 Uhr in Hagnau am Bodensee an.

Dies ist bis auf Sondermitteilungen das letzte Info in diesem Jahr. Wir wünschen allen einen guten Winterverlauf. Der Infodienst beginnt wieder, sofern nicht anderst erforderlich, im März 2020.

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