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Weinbauinfo Tuniberg Nr. 21

Datum: 19.09.2019

Allgemeiner Entwicklungsstand

Weiter anhaltende stabile trockene Herbstwitterung brachte und bringt uns eine sehr gute Reifeentwicklung. Zwar soll zu Anfang kommender Woche etwas Regen fallen, aber sofern die Mengen im angesagten Rahmen bleiben, hat es für den Gesundheitszustand keine Bedeutung. Die kühlen Nächte erhalten und fördern die Frucht.. Die Bestände können besonders im Burgunderbereich geradezu nach Wunsch geerntet werden. Letztes Jahr rannten wir den Öchsle hinterher, dieses Jahr kann nach Bedarf gesteuert werden. Das gilt in einschränkender Weise auch für den Bodensee. Der westliche Bodenseeraum ist von den Auswirkungen der Regen kaum betroffen, ab Konstanz in Richtung Osten laufen Vorlesen besonders in Müller – Thurgau und Bacchus. Die restlichen Sortengruppen stehen überwiegend gut. Diese Woche hat im Oberrheintal die Hauptlese begonnen, hoffen wir auf einen weiteren ruhigen Verlauf. Die Winzer sagen, es gibt eine schnelle Ernte. In einem Punkt stimmt dies: die inzwischen hohe Schlagkraft durch die Lesemaschinen bringt ganz andere Flächenleistungen.

Zu den tierischen Schädlingen

Zur letzten Woche ist keine wesentliche Änderung eingetreten. Bei der KEF sind die Burgunder bisher bis auf vereinzelte Randlagen Befalls frei, auch die in der Reife höherstehenden Selektionsanlagen. Der bisherige Witterungsverlauf ist sehr Winzer freundlich, was anfangs nicht so absehbar war, man denke an den raschen und starken Befall an Roten Gutedel im Markgräflerland.

Empfohlen wird, in Anlagen der Sorten Spätburgunder und Grauburgunder– insbesondere in den kritischen Randbereichen – die weitere Kontrolle durchzuführen. Für einen Einsatz in Burgunder in der Fläche besteht keine Notwendigkeit. Bei Einzelfällen ist auf die Wartezeit zu achten. Drehen Sie bei der Probe die Trauben um, da die KEF Eier bevorzugt im Schatten ablegt. In entblätterten Anlagen findet sich der Befall daher bevorzugt auf der Rückseite der Trauben. Dies gilt ebenso für alle anderen Sorten.

Erntehinweise

Für Betriebe mit Kellerwirtschaft werden die Oenologischen Hinweise auf der Internetseite des Staatlichen Weinbauinstitutes besonders empfohlen: www.wbi-freiburg.de unter Aktuelles: Oenologische Hinweise. Das vielfach vorhandene ESCA – Material sollte in der verbleibenden Zeit bis zur Lese entfernt werden. Dies gilt auch für Essigbefall, überwiegend in kompakten Burgunderklonen.

Zum Reifeverlauf

Die angegebenen Mostgewichte basieren auf Messungen vom 16.09.2019 aus überwiegend mittleren und guten Lagen des Tuniberges und Glottertales. Vom Bodenseeraum liegen nun Werte vom 19.09.vor. Die analytischen Werte ermittelt das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg durch Grape Scan. Der Reifeverlauf ist gut, wir stehen nah an 2017. Die Aufbereitung der Proben und die Mostfarben zeigen innerhalb von rund 10 Tagen eine starke Entwicklung. Die Säurewerte sind gut, auch wenn diese deutlich abgenommen haben. Die angesprochene ungleiche Entwicklung ist vielfach verschwunden. Beerenproben sind fruchtig. Es zeichnet sich ein schöner Jahrgang mit fruchtig - frischen Weinen ab.

Frühsorten:

Hier stehen noch Regentanlagen im Bodenseeraum. Schön geführte Anlagen im westlichen Bodenseeraum haben gegen Mitte 80 º Oechsle, am Bodensee liegen die Werte etwas tiefer. Die Trauben und Stiele sind stabil, bisher sind keine der bekannten Überreifesymptome zu finden, direkt am Bodensee aber leicht Botrytis. Die wenigen Dornfelderanlagen am Bodensee haben durch das viele Wasser dünnhäutige Beeren bekommen. Bis Ende kommender Woche wird die Lese dieser Sorten abgeschlossen sein.

Müller-Thurgau:

Die Hauptlese hat voll begonnen. Es gibt einen breit gestreuten Gesundheitszustand. Je nach Pflegezustand gibt es stark mit Botrytis besetzte Anlagen bis zu sehr schönen gesunden Beständen. Im Bodenseeraum laufen die Vorlesen. Die Mostfarben sind bei Müller – Thurgau gelblich geworden. Die Mostgewichte liegen von Mitte 70º Oe bis Anfang 80º Oe am Tuniberg. Am Bodensee sind die Werte besser wie gedacht, Vorlesen liegen im Schnitt um Mitte 70° Oe. Gesunde nachgelesene Anlagen liegen um 70° Oe. Die gesunden Beeren probieren sich noch oft sehr fest. Die Säurewerte liegen am Tuniberg zwischen 6,5ºº bis 8,0ºº Sre 0 bei pH – Werten um 3,3. Bis Ende kommender Woche dürfte die Lese im Oberrheintal abgeschlossen sein.

Die Burgundersorten:

Die Burgunderanlagen stehen schön und sind oft gut bis sehr gut geführt. In sehr frühen Lagen und Selektionsanlagen läuft die Lese, die eigentliche Hauptlese wird erst kommende Woche beginnen. Die Burgundersorten zeigen im sich Bodenseeraum überwiegend stabil, im westlichen Teil liegen die Mostgewichte etwas höher. Die Trauben haben Gewicht, gerade in kompakten Klonen. Gewinner ist hier der Weissburgunder, der wieder den höchsten Mengenzuwachs zeigt. Botrytisnester finden sich aktuell bevorzugt in kompakten Grauburgundertrauben, die oft schon Essigbefall beinhalten. Lockerung oder moderates Ausblasen ist von ganz grossem Vorteil, besonders nun am Bodensee. Die Mostgewichte liegen in allen gut geführten Anlagen nun Ende 80º Öchsle bis Mitte 90º Oe bei 9,0 bis 11,0ºº Säure. Selektionsanlagen erreichen schon über Mitte 90° Oe. Die pH – Werte liegen bei 3,2 bis 3,4. Im westlichen Bodenseeraum liegen gut geführte Anlagen im Mostgewicht bei Ende 80 º Oe bis Anfang 90 º Oe. Sind die Erträge etwas höher, fallen die Mostgewichte nach wie vor um rund 5° Oe ab. Direkt am See liegen sehr gute Anlagen zwischen 85º und 90º Oe. Anlagen mit guten mittleren Erträgen liegen um die 80 º Oe. Die Mostfarbenhaben sich sehr gut entwickelt und zeigen Reife.

Sonstige Sorten:

Die weiteren Sorten zeigen einen guten gesundheitlichen Zustand und auch hier sind die Öchslezunahmen hoch. Sehr schön im Ertrag und Aussehen sind Gewürztraminer. Schöne Anlagen haben die 90° Oe überschritten. Trotz teils hoher Erträge liegen bei Muskateller die Mostgewichten nun Ende 70º Oe mit gelben Mostfarben. Sehr schön sind die wenigen Rieslinganlagen, es gibt aber erste Botrytisbeeren. Die Mostgewichte liegen nun Anfang bis Mitte 80º Oe, die Fruchtausprägung ist gut. Die Säurewerte liegen bei über 12ºº mit pH – Werten um 3,0.

Dies war das letzte Weinbauinfo, ausser es gibt wirklich besondere Umstände. Nach der Lese erfolgt ein Info zu Fragen der Winterarbeit. Allen eine schöne Lese und eine glückliche Hand für die notwendigen Entscheidungen. Dieses Info erscheint nicht auf dem Anrufbeantworter. Bitte informieren Sie ihre Kollegen.

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