Weinbauinfo Tuniberg Nr. 2

Allgemeiner Entwicklungsstand

Zum Abschluss des Monates schickte uns der bisher eher kühle März ein paar ungewöhnlich warme und schöne Tage – eine freundliche Geste auf Ostern. Das gibt Teilen der Natur einen enormen Schub, die ersten Kirschen und frühe Zwetschgensorten blühen. In den Reben ist es noch ruhig, nur in den frühen Lagen am Tuniberg oder exponierten Steillagen haben wir beginnendes Knospenschwellen. Über Ostern soll es noch Frühlingshaft bleiben, danach deutlich kühler, aber mit Unsicherheiten bei den Wetterdiensten bei der Untergrenze. Auffallend ist das hohe Tag – Nachtgefälle bei der Temperatur. Solange die Temperaturen in der Nacht unter 10° C bleiben, wird es in den Reben insgesamt nicht so schnell verlaufen, wie die Tagestemperaturen es gefühlt vermitteln. Was uns der März nicht brachte, ist ausreichend Wasser. Der Monat liegt über alle Gebiete Südbadens rund 25% unter Soll.

Zu den tierischen Schädlingen

Trotz der aktuell warmen Tage reicht die Zeit zur Pheromonausbringung, um auf das Wochenende nach Ostern diese Arbeit abzuschliessen, im Bodenseeraum eine Woche später. Gepokert sollte aber nicht werden, wenn die Abkühlung nach Ostern nicht so eintritt, ist der Flugbeginn rasch erreicht.

Bei den Schadmilben sind besonders die Junganlagen bis zum dritten Standjahr oft von Befall mit Kräuselmilben betroffen. Für die Standardbehandlung mit Schwefel und Öl nach der Temperatursumme 300, die Pockenmilben miterfasst, zeichnet sich das Erreichen der Temperatursumme auf das Wochenende nach Ostern ab, im Bodenseeraum wird es sicherlich Mitte April. Für die Behandlung müssen dann Tagestemperaturen von mindestens 10° C vorliegen. Zum Einsatz kommt die bewährte Mischung aus 3,6 kg / ha Netzschwefel und einem Ölpräparat, entweder z.B. 4 l / ha Para Sommer oder 8 l / ha Micula. Die Behandlung ist nur bei sehr guter Benetzung effektiv, der Wasseraufwand liegt bei 400 – 600 l / ha. Die nun warmen Temperaturen lassen Rhompenspanner und Erdraupen aktiv werden. Achten Sie auf bekannte Befallslagen oder Strohabdeckungen, ein zusätzlicher kurzer Blick in übrige Flächen ist nach den Erfahrungen der letzten Jahre zu empfehlen. Das Absammeln am frühen Abend bei Dunkelheit bei Erdraupen und tagsüber beim Rhompenspanner ist nach wie vor eine bewährte und effektive Methode des Integrierten Pflanzenschutzes. Man kann auch mit z.B. Mimic mit 0,2 l / ha oder Steward mit 0,05 l / ha eine Bekämpfung durchführen. Dazu müssen aber die Raupen mit Spritzbrühe getroffen werden, da ansonsten eine ausreichende Wirkung nicht erzielt wird. Eine Behandlung am Tag ist wirkungslos. Bei Steward ist auf die Einstufung als Bienen gefährliches Mittel zu achten, blühender Unterwuchs ist zu entfernen, ein hoher Aufwand für eine begrenzte Behandlung.

Zu den Pilzkrankheiten

Es sind keine Behandlungen notwendig, auch nicht gegen Schwarzflecken.

Weinbauliche Hinweise

Vergessen Sie nicht den Termin zur Spritzgerätekontrolle. Die Termine der regionalen Prüfbetriebe sind der Fachpresse zu entnehmen.

Zurzeit liegen gute bis sehr gute Bedingungen für alle Bodenarbeiten in der Gasse und unter dem Stock vor und es wurde auch schon einiges umgesetzt. Sehr gute Bedingungen gibt es für alle früheren sehr vielfältigen Einsaaten, die bekannteste ist die Wolfmischung mit einem Flächenaufwand von 40 kg / ha ganzflächig. Hier gibt es inzwischen auch Angebote ohne Luzerne für sehr trockene Standorte (Bsp. ProGreen – Mischung WB 225).

Sonstige Hinweise

Zum Herbizideinsatz nochmals der jährliche Hinweis zur Beachtung: es dürfen nur landwirtschaftlich, gartenbaulich oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen behandelt werden. Am Zeilenende, also unmittelbar nach dem Anker, muss abgestellt werden. Eine Behandlung auf öffentlichem Gelände und auf nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen, wie z.B. am Wegrand oder an Böschungen, ist verboten. Halten Sie auch ausreichend Abstand zu ökologisch arbeitenden Betrieben. Unsachgemäße Anwendung ist Gesetzeswidrig und schädigt gleichzeitig auch den Weinbau in seiner Aussendarstellung!

Neues und dringend zu Beachtendes gibt es beim Förderverfahren „Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen“. Aufgrund EU-rechtlicher Vorgaben wird der Antragszeitraum für das Stellen der Förderanträge ab dem Durchführungs-/Anpflanzungsjahr 2022 vorverlegt. Die Antragsfrist für das Durchführungs-/Pflanzjahr 2022 wird der 31. August 2021 (Ausschlussfrist) sein. Anträge werden rechtzeitig vorher zur Verfügung stehen.

Das nächste Weinbauinfo erfolgt zum 15.04.2021.

 

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