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Pflanzenschutzhinweis Gemüsebau Südbaden 2019/05 (KW 16)

Datum: 18.04.2019

Möhrenfliege
Der Flug der Möhrenfliege wird sich über das warme Osterwochenende verstärken. Junge Pflanzungen bzw. Aussaaten von Möhre, Pastinake, Sellerie sollten weiter bedeckt bleiben, überwinterte Petersilie und Liebstöckel als „Fangpflanzen“ stehen gelassen werden.
Kohlfliege
Auch die Eiablage der Kohlfliege wird an den Feiertagen zunehmen. Der beste Schutz für die Kulturen eine Netz- oder Vliesbedeckung.
Lauchminierfliege
Die Lauchminierfliege ist weiterhin auf hohem Niveau aktiv. Wo noch keine Behandlung ge-fährdeter Kulturen stattgefunden hat, sollte diese bald durchgeführt werden. Im Abstand von 2 bis 3 Wochen sollte eine weitere Anwendung erfolgen. Zugelassen sind z. B. Calypso (Schnittlauch, Lauch, Bundzwiebel, Speisezwiebel, Knoblauch), SpinTor (Schnittlauch, Lauch, Bund-, Speisezwiebel) und NeemAzal-T/S (Lauch, Bundzwiebel; mit einzelbetrieblicher Ge-nehmigung auch in Schnittlauch). Springschwänze
Regelmäßig im Spätwinter und Frühjahr findet man an Radies im Gewächshaus, in manchen Jahren auch im Freiland unter Vlies, kleine Löcher in den Blättern. Diese gehen meist auf Fraß durch Springschwänze zurück. Kohlmottenraupen verursachen eher größeren Loch- und Fensterfraß, und Koh-lerdflöhe sind meist (noch) nicht zahlreich genug, um auffälligen Schaden zu machen. Auch Asseln knabbern gelegentlich an Radiesblättern, aber diese Tiere verursachen größere Löcher mit typischerweise ausgefranstem Rand. Springschwänze dagegen machen kreisrund Löcher - außer bei sehr starkem Befall. Die Tiere selbst nur etwa 1 mm lang (Erdflöhe ca. 3 mm) und – je nach Art – kugel- oder kurz walzenförmig, hellgelb bis schwarz gefärbt und springen bei Stö-rung davon. Außer an Radies findet man sie regelmäßig an Spinat, Salat oder anderen weichen Pflanzen. Meist halten sie sich dicht über dem Boden auf. Manchmal, z. B. an aufgeleiteten Gurken, fressen sie aber auch an höheren Blattetagen. Da die Tiere starkes Licht und trockene Luft meiden, fühlen sie sich bei trüber Witterung oder unter Vlies und an nassen Stellen (Tropfstellen, Stehwände, unter de-nen Regenwasser eindringt) besonders wohl. Oft hilft schon die Vliesabnahme und sonniges Wetter, um weitere Schäden zu verhindern. Bei starkem Befall kann die Nebenwirkung von z. B. Spruzit Neu, Karate Zeon, Mospilan SG oder SpinTor genutzt werden (Zulassung beachten, insbesondere den Widerruf von Karate Zeon in Spinat und Salat!). Springschwanzarten, die im Boden leben, sind meist weiß und fast wurmförmig lang. Deren Fraß führt zu punktförmigen, hellen Narben an den Knollen von Radies. Wenn man diese bei der Ernte bemerkt, ist es für Gegenmaßnahmen zu spät. Da der Befall an nassen Stellen am stärksten ist, besteht die Vorbeugung im nächsten Jahr in bedarfsgerechter Bewässerung.

Lochfraß an Radiesknolle durch Springschwänze

Bild oben: Fraßschaden durch Springschwänze an Radiesknolle

Bild unten: Springschwänze am Keimblatt einer Gurke mit ungewöhnlich starken Fraßschäden

Fraßschaden durch Springschwänze am Keimblatt einer Gurke

Falscher Mehltau
In der vergangenen Woche war an Kohlrabi, Rucola und Petersilie im Gewächshaus und an einzelnen Winterzwiebelbeständen Falscher Mehltau zu finden. Diese und andere anfällige Kulturen sollten auf Befall kontrolliert und ggf. behandelt werden.
Zulassungen
Das Insektizid Verimark (200 g/l Cyantraniliprole) hat eine Zulassung erhalten nach Art. 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 zur Bekämpfung der Kleinen Kohlfliege an Jungpflanzen in Kopf- und Blumenkohlen erhalten. Zugelassen ist eine Anwendung mit 15 ml/1000 Pflan-zen im Gießverfahren, nur in Gewächshäusern auf vollständig versiegelten Böden, die einen Eintrag des Mittels in den Boden ausschließen (NZ113). Die Zulassung gilt vom 21. März 2019 bis zum 18. Juli 2019.
Die Zulassung von Betasan SC (160 g/l Phenmedipham) wurde erweitert gegen Unkräuter in Freilandkulturen von Zucchini, Patisson, Riesen-, Garten-, Moschus-, Flaschenkürbis (Ver-wendung mit Schale) (2 x 2 l/ha, WZ=35 Tage), Möhre, Pastinak, Wurzelpetersilie, (2 x 3 l/ha, WZ=42 Tage) Schnittsellerie (2 x 3 l/ha, WZ=35 Tage), Bohnenkraut, Majoran, Thymi-an, Oregano, Rosmarin, Salbei (2 x 3 l/ha, WZ=42 Tage), Schnittpetersilie, Dill, Kerbel (2 x 3 l/ha, WZ=21 Tage).

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