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Pflanzenschutzhinweis Gemüsebau Südbaden 2019 (KW 25)

Datum: 19.06.2019

Lauchmotte
Die Zahl der Falter in den Pheromonfallen ist in der vergangenen Woche stark angestiegen. Mit stärkerer Eiablage ist in den kommenden Tagen zu rechnen. Gegen Ende der nächsten Woche wird der Raupenschlupf beginnen. Dann sollte eine erste Behandlung stattfinden. Werden die Jungpflanzen für die Herbst- und Wintersätze selbst im Freiland gezogen, macht es Sinn, diese vor dem Pflanzen zu behandeln, um Zeit und Mittel zu sparen. Außer Dipel ES und XenTari wirken auch die Mittel, die auch gegen Thrips eingesetzt werden (Calypso, Cy-perkull Max, Karate Zeon, NeemAzal-T/S, SpinTor).
Raupen in Kohl
An einzelnen Standorten gibt es stärkeren Befall mit den Raupen der Kohlmotte. Hier müs-sen mindestens zwei Spritzungen im Abstand von ca. 7 Tagen erfolgen, um die Population nachhaltig zu reduzieren. Bei längeren Intervallen reicht das Zeitfenster den überlebenden Individuen, die Kohlmotte immer wieder ein Zeitfenster, um ihre Entwicklung abzuschließen. Abgesehen von diesen Einzelfällen fängt die Raupensaison erst langsam an. Erste Eiablage von Kleinem Kohlweißling und Kohleule wurde festgestellt. In den kommenden Tagen sollte in Kohl-Arten auf die geschlüpften Raupen kontrolliert werden. Maßnahmen sind in den meisten Fällen aber noch nicht erforderlich. Die Zahl der Raupen ist noch sehr gering, ein Gewitterre-gen kann sie weiter reduzieren.
Kohlfliege
Der Flug der Kohlfliege hält auf niedrigem Niveau an. Rettich, Radies, Kohl- und Speiserüben sollten geschützt werden. Die Kohlfliegenbekämpung mit Benevia ist dank einer weiteren Notfallzulassung jetzt auch in Rettich, Wirsing und Brokkoli möglich (siehe unten).
Kohlerdflöhe
Die Kohlerdflöhe sind weiterhin sehr aktiv. Beste Wirkung hat eine Netzauflage sofort nach dem Pflanzen bzw. vor dem Auflaufen.
Rübenerdfloh
Erdflöhe gibt es nicht nur an Kreuzblütlern. Mehrere Arten fressen auch an Gänsefußge-wächsen. Die bekannteste ist der Rübenerd-floh Chaetocnema tibialis. Im letzten Jahr ver-ursachte er verbreitet Schäden durch Lochfraß an Blättern von Rote Bete, Mangold und Spi-nat. Gefördert durch das trockene Frühjahr hat er auch heuer wieder viele Felder besiedelt. Bei den genannten Kulturen sollte kontrolliert werden, ob der Lochfraß noch toleriert werden kann. Bei starkem Befall können auch ganze Keimlinge abgefressen werden. Eine Wirkung gegen die Erdflöhe ist von Calypso (Rote Bete) Mospilan SG und SpinTor (Spinat, Mangold) zu erwarten. Spruzit Neu und Pyrethroide wie Ka-rate wirken nur bei Behandlungen am späten Abend oder frühen Morgen.

Lochfraß von Rübenerdflöhen an Spinatsämling
Bild: Fraßlöcher von Rübenerdfloh an den Keimblättern von Spinat


Zulassungen
Butisan (Metazachlor): Seit dem 13.06. ist die Anwendung in Rucola, Radieschen, Rettich, Meerrettich verboten. Grund ist eine Absenkung der Rückstandshöchstgehalte.
Benevia (Cyantraniliprole): Notfallzulassung nach Art. 53 vom 18.06. bis zum 15.10.2019 ge-gen Kleine Kohlfliege in Wirsing und Brokkoli (WF=7 Tage) sowie gegen Kleine Kohlfliege in Rettich, gegen Thrips in Bundzwiebel und gegen Möhrenfliege in Möhren (WF=14 Tage). Mospilan SG (Acetamiprid): Zulassungserweiterung: Zuckermais gegen Blattläuse mit max. 2 x 3,2 g/Ar im Abstand von mind. 7 Tagen. Anwendung bis zum Ende der Blüte. WF=F
Serenade ASO (Bacillus amyloliquefaciens): Zulassungserweiterungen:
In Aussaaten von Aubergine, Paprika, Tomate bis zum 3-Blatt-Stadium gegen Fusarium-Arten. Max. 6 x 1 ml/m² bei Befallsgefahr. WG=F
In Aubergine, Paprika, Tomate gegen Pseudomonas syringiae und Xanthomonas sp. ab dem 3-Blatt-Stadium. Max. 6 x 40 – 80 ml/Ar je nach Pflanzengröße. WG=F
In Salate gegen Sclerotinia sclerotiorum. Max. 6 x 80 ml/Ar ab 3-Blatt-Stadium im Abstand von mind. 5 Tagen. WG=F.
Diese Anwendungen von Serenade ASO sind nur geeignet bei schwachem Befallsdruck zur Befallsminderung.

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