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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden (KW 27)

Datum: 05.07.2019

Lauchmotte
Weiterhin findet Flug der Lauchmotte auf mittlerem Niveau statt. Behandlungen sollten fort-geführt werden.

Raupen in Kohl
Die Eiablage des Kleinen Kohlweißlings hält an. Auch erste kleine Räupchen sind jetzt zu finden. Im Lauf der kommenden Woche sollten Kontrollen und ggf. Behandlungen stattfinden, zumindest in sensiblen Kulturen wie Blumenkohl und Brokkoli, die schon Blumen ausbilden oder auch frühen Kopfkohlen, bei denen die Kopfbildung schon eingesetzt hat. Bei Lager-Kopfkohl, Wirsing oder Rosenkohl kann Raupenfraß toleriert werden, solange nicht zuviel Blattmasse zerstört wird. In den vergangenen Jahren konnten in Kohlbeständen die verschiedenen Nützlinge die Raupen gut kontrollieren. Voraussetzung ist, dass konsequent auf nützlingsschädliche Mittel verzichtet wird. Das heißt, dass die „Weiße Fliege“ und die Mehlige Kohlblattlaus mit Movento, Plenum 50 WG oder Teppeki kontrolliert werden. Nehmen die Raupen überhand, sollte Steward oder XenTari zum Einsatz kommen. Alle diese Mittel wirken bis etwa 30 °C.

Verschiede parasitierte Raupen an Kohl
Bilder (von links nach rechts): Raupe von Kleinem Kohlweißling, Großem Kohlweißling und Kohleule. Neben den sterbenden Raupen liegen die Kokons verschiedener Schlupfwespen. Deren Larven hatten sich in den Raupen entwickelt und zur sich zum Verpuppen aus ihrem Wirt herausgebohrt.

Raupen in Salat und Fruchtgemüse
XenTari ist auch das Mittel der Wahl bei der Raupenbekämpfung in Paprika (nur im Freiland!), Tomaten und Salat. In mehreren Tomaten- und Paprika-Beständen wurden die grünen Raupen der Gemüseeule gefunden. Diese treten meist zu mehreren auf. Befall zeigt sich deshalb durch durchlöcherte Blätter an mehreren benachbarten Pflanzen. Die Raupen selbst sind schwer zu finden, obwohl sie 4 cm lang werden. Anders als die Baumwollkapseleule fressen sie nur gelegentlich an den Früchten und das auch nur außen. Trotzdem werden diese damit unverkäuflich.
In Salat sollte gegen Ende der kommenden Woche auf Fraßschäden durch Raupen der Gamma-Eule geachtet werden. Diese ist derzeit in großer Zahl unterwegs.

Blattläuse
Der Befallsdruck durch die Johannisbeer-Salatlaus ist stark zurückgegangen. Schuld daran ist wohl die hochsommerliche Witterung der vergangenen Wochen.
Auch in vielen Gewächshäusern, in denen auf Nützlinge gesetzt wurde, entspannt sich die Läuse-Lage. Lysiphlebus konnte bei den hohen Temperaturen ihr ganzes Potenzial ausspie-len, und Marienkäfer und andere Blattlausfresser wandern zahlreich in die Häuser ein.

Zulassungen
Butisan Kombi und seine Zulassungserweiterungen (z. B. InnoProtect Butisan Kombi): Die Anwendung in Lauch wurde mit sofortiger Wirkung widerrufen aufgrund der Änderung der Rückstandshöchstgehalte. Andere Anwendungen des Mittels sind nicht betroffen.
Danadim Progress, Rogor 40 LC, Bi 58 Insektenvernichter u. a.: Die Zulassungen von Pflan-zenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Dimethoat laufen in Deutschland zum 31. Juli 2019 aus. Es gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 31. Januar 2020 und eine Aufbrauchfrist bis zum 17. Juli 2020. Grund ist, dass die EU-Genehmigung des Wirkstoffes Dimethoat nicht erneuert wurde. Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig
Amistar Opti u. a.: Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Chlorthalonil wird auf Antrag des Zulassungsinhabers zum 31. Oktober 2019 widerrufen. Die Abver-kaufsfrist endet am 30. April 2020, die Aufbrauchsfrist am 20. Mai 2020. Nach Ende der Auf-brauchfrist sind die Mittel entsorgungspflichtig.
Devoid (700 g/l Metamitron): Zugelassen gegen Unkräuter in Rote Bete, Schnitt- und Stiel-mangold im Splittingverfahren vor und nach dem Auflaufen. WF=F
Mimic (240 g/l Tebufenocid): Gegen freifressende und minierende Schmetterlingsraupen in Tomate und Paprika, 3 Anwendungen mit 7,5 ml/Ar ab Befallsbeginn, WG=4 Tage

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