Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2021 (KW 7)

Knoblauch
In einzelnen Knoblauchbeständen gab es im vergangenen Jahr Ausfälle durch die Knoblauchfliege. Ein Befall zeigt sich durch verdreht wachsende oder längs gespaltene Blätter, was sehr den Schäden durch Lauchminierfliege bzw. Lauchmotte ähnelt. Ein deutlicheres Symptom ist das Welken der jüngeren Blätter. Diese lassen sich aus dem Schaft ziehen, die Bruchstelle ist meist unscharf, oft sogar breiartig aufgelöst. Manchmal findet man im Schaft auch noch den Verursacher, die ca. 1 cm große, weiße Made der Knoblauchfliege (Suillia lurida), die dort das Gewebe zerfrisst.

Die Schäden werden normalerweise im April oder Mai sichtbar. Gegenmaßnahmen müssen aber viel früher ergriffen werden, denn die Eiablage der Knoblauchfliege findet ab den ersten milden Spätwintertagen statt – also jetzt. Das Zudecken des Knoblauchs mit einem Insektenschutznetz verhindert diese wirkungsvoll. Das Netz sollte möglichst bald aufgelegt werden und etwa bis Anfang April auf der Fläche verbleiben. Da die Fliege ähnlich groß ist wie eine Kohlfliege, ist eine Maschenweite von 1,4-mm fein genug. Auch intaktes Vlies bietet Schutz.

Durch Maden der Knoblauchfliege geschädigter Knoblauch

Bild oben: Durch die Made der Knoblauchfliege geschädigter Knoblauch. Viele Blätter sind verdreht,
die inneren Blätter welken, weil sie an der Basis abgetrennt sind.

Bild unten: Im Schaft der Pflanzen kann man die Made finden.

Made der Knoblauchfliege im Schaft eines Knoblauchs

Zulassungen
Folgende Anwendungen wurden nach Art. 53 („Notfall“) zugelassen.

Force 20 CS in Speisezwiebeln zur Nutzung als Trockenzwiebel gegen Drahtwürmer. Aufwandmenge 62,5 ml/Einheit Saatgut (=250 tsd. Korn), ,maximal 3,5 Einheiten Saatgut (218,75 ml Force 20 CS) je ha. Beizung nur in professionellen Saatgutbehandlungseinrichtungen (NT6991). Zulassungszeitraum: 05.01.2021 bis 04.05.2021.

Attracap (Metarhizium brunneum Stamm Cb15-II) in Spargel gegen Drahtwürmer. Aufwandmenge 30 kg/ha, mit einem Granulatstreuer im Zeitraum März bis April auf den abgefrästen Spargeldamm streuen und unverzüglich mit Erde bedecken. Das Granulat muss so nahe wie möglich an die Spargelkrone gebracht werden. Auflagen beachten (Die Ausbringung muss mit einem Granulatstreugerät erfolgen, das mit einer separaten Abschaltvorrichtung der Dosiereinheit versehen ist, das über einen dicht schließenden Deckel verfügt und bei dem das Fallrohr in möglichst gerader Linie zum Applikationsschar verlegt ist. Die entsprechend geeigneten und aktuell gelisteten Geräte sind auf der Homepage des Julius-Kühn-Institutes (www.julius-kuehn.de) einzusehen. Sollten Granulate auf der Bodenoberfläche zu liegen kommen, so sind diese umgehend zu entfernen bzw. nachträglich einzuarbeiten. Das Granulat muss vollständig in den Boden eingebracht sein. Verschüttetes Granulat sofort zusammenkehren und entfernen bzw. nachträglich einzuarbeiten. Das Granulat muss vollständig in den Boden eingebracht sein. Keine Ausbringung bei Wind mit Geschwindigkeiten über 5 m/s.) Zulassungszeitraum: 15.02.2021 bis 14.06.2021

Maxim 480 FS (Fludioxonil) in Gurke im Freiland zur Verwendung als Einlegegurke gegen Fusariosen und Stängelbrand. Aufwandmenge 100 ml je 100 kg Saatgut, maximal 3,5 Einheiten Saatgut (218,75 ml Force 20 CS) je ha. Zulassungszeitraum: 05.01.2021 bis 04.05.2021.

 

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