Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2021 (KW 40)

Lauch
Die Lauchminierfliege hat ihren Aktivitätshöhepunkt erreicht. Ihre Zahl ist in diesem Jahr an den meisten Standorten sehr niedrig. In Gebieten mit regelmäßigem Anbau von Zwiebelge-wächsen ist trotzdem eine Behandlung zu empfehlen, wenn in den letzten zwei Wochen noch keine erfolgt ist. Wenn der Befallsdruck nicht noch überraschend ansteigt, sollte das heuer ausreichen.


Möhren
Die Gelbtafeln fangen, wenn überhaupt, nur noch einzelne Exemplare der Möhrenfliege. Es sind keine Maßnahmen mehr erforderlich.

Kohlmottenschildlaus an Kohlrabi

Kohl, Kohlrüben, Rettich, Radies
Auch der Flug der Kohlfliege wird in den nächsten Tagen zuende gehen.
Mit neuem Raupenbefall ist kaum noch zu rechnen. Dort, wo in den vergangenen drei Wo-chen keine Behandlungen stattfanden, ist aber oft noch alter Befall vorhanden. Eine Be-kämpfung dieser großen Raupen ist schwierig, weil sie häufig versteckt im Kopf fressen und von der Spritzbrühe gar nicht mehr erreicht werden.
Die Kohlmottenschildlaus konnte in vielen Beständen große Populationen aufbauen. Wo sie jetzt bei Kontrollgängen in weißen Wolken aus dem Rosen- oder Grünkohl aufsteigen, ist es für eine Bekämpfung eigentlich zu spät. Diese muss beim ersten Auftreten des Schädlings im Bestand beginnen, also meist kurz nach der Pflanzung. Jetzt kann man mit Blockspritzungen versuchen, noch etwas zu retten: Da die verfügbaren Mittel kaum gegen die erwachsenen Weißen Fliegen wirken, müssen die festsitzenden Larven mit drei oder vier Spritzungen im Abstand von – je nach Zulassung – ein bis zwei Wochen so lange bekämpft werden, bis die Erwachsenen altersbedingt verenden, keine Eier mehr ablegen und keine neuen Larven mehr schlüpfen. Allerdings wird das Zeitfenster für den Einsatz systemischer Mittel nun schnell kleiner: Für Mospilan SG, Minecto One und Teppeki sollte die Temperature nicht dauerhaft unter 12 °C, für Movento OD 150 (nicht in Rosenkohl zugelassen) nicht unter 15°C liegen. Movento OD 150 ausgenommen, müssen auch diese systemischen Mittel zumindest auf die Oberseite der befallenen Blätter gelangen, weil sie nur über kurze Entfernungen in der Pflanze transportiert werden. Bei Teppeki besteht die Gefahr einer Rückstandunter-schreitung, weil der Wirkstoff im Herbst nur sehr langsam abgebaut wird. Die Wirkung von Movento OD 150 und Mospilan SG tritt mit mehreren Tagen Verzögerung ein.
Temperaturunabhängig und sofort wirken Neudosan Neu, Eradicoat oder Micula oder auch Pyrethroide, aber nur bei direktem Kontakt mit den Schädlingen. Die Spritzbrühe muss also auf die Blattunterseiten kommen. Mit Droplegs, Injektordüsen oder Gebläserückenspritzen hat man eine Chance, sofern der Blätterwald nicht zu dicht ist.
Mit z. B. Bigalo, Luna Experience (nicht in Chinakohl), Ortiva oder Signum sollten Lagerkohle gegen Blattflecken behandelt werden, um Lagerfäulen vorzubeugen. Zur Behandlung geernteter Rot-, Weiß- und Spitzkohlköpfe bei der Einlagerung steht Signum zur Verfügung.

Salat
Falscher Mehltau ist in unbehandelten Beständen immer wieder zu beobachten. Befall mit Raupen und Blattläusen ist vorhanden, aber örtlich sehr unterschiedlich. Auch in anderen Blattgemüsearten findet man Raupen, meist von Gemüse- und Gammaeule. Vor allem in Spinat und Mangold sollten Kontrollen auf nesterweise auftretende Fraßlöcher stattfinden, auch im Gewächshaus.

Feldsalat
Eine Heißwasserbehandlung oder Beizung des Saatgutes kann dem Falschen Mehltau an Feldsalat vorbeugen. Wo Infektionen auftreten, muss möglichst bald geeignete Fungizide wie z. B. Frutogard, Enervin SC, Ortiva, (nur Freiland) Orvego oder Cuprozin Progress(auch im Gewächshaus) eingesetzt werden. Auch Echter Mehltau ist in diesem Jahr zu sehen. Hier sind in Gewächshaus und Freiland nur Kumulus WG und Vitisan zugelassen. Dagonis, Signum (beide nur Freiland), Ortiva und Cuprozin progress sind ebenfalls gegen Echten Mehltau wirksam.
Echter und Falscher Mehltau an Feldsalat
Bild links: Infektionen mit Falschem Mehltau lässt die Blattränder sich nach unten eindrehen. Ein weißlich-grauer Sporenrasen zeigt sich nur bei hoher Feuchtigkeit und ist nicht auf die Blattunterseite beschränkt.
Bild rechts: Bei beginnendem Befall mit Echtem Mehltau an Feldsalat sind oftmals gelblich-rötliche Verfärbungen auffälliger als der mehlartige Belag.

Zulassungen
Bigalo (67 g/kg Pyraclostrobin + 267 g/kg Boscalid) wurde zugelassen in folgenden Indikationen.
Blumen-, Kopf- und Rosenkohl im Freiland gegen Ringfleckenkrankheit Mycosphaerella (nur zur Befallsminderung), Kohschwärze Alternaria, Weißer Rost Albugo mit 3 x 10 g/Ar im Abstand von 21-28 Tagen, Wartezeit = 14 Tage.
Möhre im Freiland gegen Möhrenschwärze Alternaria, Echten Mehltau mit 2 x 7,5 g/Ar, gegen Sclerotinia-Fäule mit 2 x 10 g/Ar im Abstand von 21-28 Tagen; Wartezeit = 14 Tage.
Salate im Freiland und Gewächshaus gegen Schwarzfäule Rhizoctonia, Grauschimmel Botrytis und Sclerotinia-Fäule mit 2, 1,5 g/Ar im Abstand von 10 bis 14 Tagen; Wartezeit = 14 Tage.
Die Zulassung von Luna Sensation (250 g/l Trifloxystrobin + 250 g/l Fluopyram) wurde erweitert auf Frische Kräuter im Gewächshaus gegen Pilzliche Blattfleckenerreger, Echte Mehltaupilze, Grauschimmel Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten; 1 x 8 g/Ar, Wartezeit = 7 Tage.

 

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