Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2021 (KW 17)

Möhrenfliege
An Gelbtafeln in überwinterter Petersilie im Markräflerland wurden Anfang der Woche erste Möhrenfliegen gefangen. Die Zahlen liegen weit unter der Schadschwelle. Auch das Progno-semodell zeigt nur geringe Aktivität. Gezielte Maßnahmen sind noch nicht nötig. Wo Möhren und andere Doldenblütler mit Vlies abgedeckt sind, sollte man dieses aber belassen. Wenn ein Netz zum Schutz vor Möhrenfliege eingesetzt werden soll, sollte dieses bald aufgelegt werden. Überwinterte Petersilie, Liebstöckel, Kerbel, Koriander etc. sollten soweit möglich stehen gelassen werden, damit Möhrenfliegen, welche dort schlüpfen, keinen Grund haben, in neue Bestände abzuwandern.
Kohlfliege
Die Eiablage der Kohlfliege hat in dieser Woche stark zugenommen. Junge Kohlpflanzen so-wie Radies, Rettich und Rüben müssen geschützt werden. Auch in Gewächshäuser und Tunnel finden Kohlfliegen den Weg durch Tore oder die Seitenlüftung. Meist fliegen sie nur zwei oder drei Meter weit in das Haus, aber in diesem Bereich können die Maden Rettich o-der Mairüben entwerten. Eine Abdeckung mit Netz oder Vlies empfiehlt sich auch hier. We-gen der langen Entwicklungszeit der Kohlfliegeneier kann es etwa 7 Tage vor der Ernte wie-der abgenommen werden, ohne Schäden zu riskieren.
Lauchminierfliege
Die Lauchminierfliege hat ihren Aktivitätshöhepunkt erreicht und wandert verstärkt in Lauch-, Knoblauch- und Zwiebelbestände ein. Wenn in den vergangenen zwei Wochen noch keine Behandlungen durchgeführt wurden, sollte dies in den nächsten Tagen geschehen.
Erdflöhe
In den Gewächshäusern waren schon im März verschiedene Arten von Erdflöhen an Radies, Rucola und anderen Kreuzblütlern aktiv. Jetzt erscheinen sie in größerer Zahl auch auf den Freilandflächen. Vorhandene Vliesbedeckung bietet ausreichend Schutz. Netze mit einer Ma-schenweite von maximal 0,8 mm halten die Erdflöhe zuverlässig fern. Jungpflanzen, die mit SpinTor und Verimark gegen Kohlfliege behandelt wurden, sind für eine Dauer von zwei bis drei Wochen auch gegen Erdflöhe geschützt. Für flächige Behandlungen im Freiland ist auf den meisten Standorten derzeit der Befall noch zu gering, junge Aussaaten von z. B. Radies sollten aber kontrolliert werden.
Kohltriebrüssler
Löcher in Blättern von Radies, Rucola etc. gehen übrigens nicht immer auf das Konto von Kohlerdflöhen. Ähnlich wie im letzten Jahr gibt es auch heuer viele Gefleckte Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus pallidactylus). Sie fressen an den Blättern verschiedener Kreuzblütler - auch im Gewächshaus. Die Tiere sind schwer zu entdecken. Bei Störungen lassen sie sich auf den Boden fallen, ziehen die Beinen an und sehen dann aus wie ein etwa zwei Millimeter großer, grauer Erdkrümel. Praktisch ist dieses Unterscheidung aber nicht relevant, da die gleichen Maßnahmen wirken wie gegen die Erdflöhe. Anders als diese können die Rüssler aber bei Kohlrabi Platzer verursachen. In dieser Kultur ist also weiterhin auf einen wirksamen Schutz durch eine Abdeckung oder Insektizide zu achten. Die Gefahr ist jetzt aber geringer als im März, weil kein massenhafter Zuflug mehr zu erwarten ist.

Mairübe aus Folientunnel mit Kohlfliegenschaden
Bild oben: Letztes Jahr gab es bereits Anfang Mai Schäden durch Maden der Kohlfliege an Mairüben im Folientunnel.

Bild unten: Fraßpunkte von Kohltriebrüssler an Rucola sehen dem punktförmigen Fensterfraß von Erdflöhen oder kleinen Raupen der Kohlmotte ähnlich. Sie entstehen aber ganz anders. Die Rüssler fressen ein kleines Loch (Pfeile) ins Blatt und fressen, so weit ihr Rüssel reicht, in einem Viertelkreis das Blattgewebe heraus
Fraßpunkte von Geflecktem Kohltriebrüssler Ceutorhynchus pallidactylus an Rucola

Falscher Mehltau
Wegen starker Tag-Nacht-Temperaturunterschiede und damit Taubildung an Salaten, Rucola oder Petersilie tritt vermehrt Falscher Mehltau im Gewächshaus auf. Im Freiland verhinderte das bisher der stetige trockene Wind und die sehr kalten Nächte. Bei feuchter Witterung und höheren Nachttemperaturen kann sich das ändern. Besonders an Freilandpetersilie gibt es viele alte Infektionen, die unter entsprechen Bedingungen wieder aufleben können.
Vliesabnahme bei Salat
Windstille und bedeckter Himmel sollten genutzt werden, um Salate aufzudecken. So verhindert man Trockenschäden an den Blatträndern.
Brennköpfe
Wenn nach einigen trüben Tagen plötzlich die Sonne strahlt, ist die Gefahr von Brennköpfen bei Gurken hoch. Man kann diese reduzieren, indem man am ersten sonnigen Tag, sobald morgens die Pflanzen abgetrocknet sind, mehrmals geringe Wassergaben von oben verab-reicht. Das kühlt die Pflanzen und hebt die Luftfeuchtigkeit, was den Stress für die Pflanze reduziert. Wenn die Blätter nicht mehr als zwei Stunden am Stück nass sind, können keine Infektionen mit Falschem Mehltau stattfinden. Die Gurken sollten aber trocken in die Nacht gehen.
Rhabarber
Die Ausbildung von Blüten kostet Rhabarber viel Kraft, was die Wüchsigkeit beeinträchtigt. Blütenstände sollten deshalb ausgebrochen werden, sobald sie greifbar sind, nicht erst, wenn sie die Blätter überragen.

 

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