Service-Navigation

Suchfunktion

Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2020 (KW 38)

Datum: 17.09.2020

Kohlfliege
Die Eiablage durch die Kohlfliege nimmt zu. Bei feuchter Witterung können sich auch Eier, die in den Blattachseln von Kohlgemüse abgelegt werden, entwickeln. Die daraus schlüpfenden Maden fressen sich in die Blattrippen oder den Strunk, in der Folge siedeln sich oft Fäulniserreger an. Von Gängen durchzogene Rosenkohlröschen oder faulende Köpfe von Chinakohl und Wirsing sind das unverkäufliche Ergebnis. Selten gibt es auch an Spitz-, Weiß- und Rotkohl Schäden. Bei eher hochsommerlichen Bedingungen war diese Gefahr bisher gering, denn viele der Eier vertrockneten. Mit zunehmender Taunässe und gelegentlichen Nieder-schlägen wird das Risiko aber ansteigen. Dann sollten wirksame Insektizide eingesetzt wer-den, wie z. B. Coragen (Kopfkohl), Minecto One (Kopfkohle), SpinTor (Kopfkohle) oder Py-rethroide wie Bulldock oder Karate Zeon (Chinakohl, Kopfkohl). Eine Abdeckung mit Netz (1,4 mm) hat den höchsten Wirkungsgrad; die Auflage muss rechtzeitig erfolgen.Kohlfliegenmade in geöffnetem Fraßgang in Chinakohl
Bild oben: Made der Kohlfliege in geöffnetem Fraßgang in einer Chinakohl-Blattrippe. Wenn sich an den Fraßstellen Fäulniserreger ansiedeln, kann der ganze Kopf zusammenfaulen

Möhrenfliege
Bei hochsommerlicher Hitze und Trockenheit verharrt das gros der Möhrenfliege noch in der Sommerruhe. In einem Betrieb mit starkem Befall im letzten Jahr und häufiger Beregnung zeigen die Fallen in dieser Woche aber einen starken Anstieg der Aktivität.
In vergleichbaren Situationen sollten Möhren, Pastinaken und Wurzelpetersilie geschützt werden. Wirksam sind Minecto One (zugelassen gegen Schmetterlingsraupen in Wurzel- und Knollengemüse, 2 x 1,875 g/Ar, WZ=7 Tage) oder Pyrethroide (z. B. Karate Zeon).
Kulturschutznetze (1,4 mm) sollten vormittags aufgelegt werden, um keine Möhrenfliegen einzusperren. Eine vorangehende Behandlung mit einem Fungizid gegen Alternaria oder Cercospora-Blattflecken ist sinnvoll.
Lauchminierfliege
Auch die Lauchminierfliege kommt wegen dem Dauersommer nicht so recht in die Gänge. Erste, einzelne Tiere sind in alten Schnittlauchbeständen aufgetaucht. Für eine Netzauflage (0,8 mm) ist es jetzt höchste Zeit, jedenfalls in der Umgebung solcher Befallsquellen. Von Flächen, auf denen zwischen März und Juni Zwiebel- und Lauchgewächse gestanden hatten, können Lauchminierfliegen sogar über mehrere hundert Meter Distanz zuwandern. Mit Insek-tizidbehandlungen kann voraussichtlich noch mindestens eine oder zwei Wochen gewartet werden.
Müssen Lauchmotten bekämpft werden, wird die Lauchminierfliege ohnehin miterfasst, außer bei Verwendung von Bacillus thuringiensis.
Blattläuse
In Salaten gibt es wieder kleinere Ansiedlungen von Blattläusen. Neben der Johannisbeer-Salatblattlaus (Nasonovia ribisnigri) sind auch wieder Kartoffelblattläuse anzutreffen und die Salat-Stängelblattlaus (Acyrtosiphum lactucae). Bei nicht zu hohen Temperaturen können diese auch noch im Oktober Ärger machen. In Spinat und Mangold vermehrt sich die Schwarze Bohnenlaus. In vielen Kohlbeständen nimmt der Befall mit Mehliger Kohlblattlaus zu. Die Bestände sollten regelmäßig kontrolliert und ggf. behandelt werden. Obwohl schon Mitte September muss immer noch die Wärmeempfindlichkeit der Insektizide beachtet werden. Die Anwendung sollte bei Temperaturen deutlich unter 25 °C erfolgen.Salatstängelblattlaus Acyrtosiphum lactucae
Bild oben: Die Salat-Stängelblattlaus (Acyrtosiphum lactucae) gibt es in rötlicher und grüner Färbung. Eine dünne Wachsschicht lässt beide gräulich erscheinen. Im Herbst läuft sie oft der Nasonovia den Rang als häufigste Laus im Salat ab.

Raupen
Bei den Kontrollen in Salat fallen an bis zu 20 % der Pflanzen Schabefraß und Kotkrümel von Raupen auf. Meist handelt es sich um die Baumwollkapseleule. Weil diese Falter erst im Spätsommer in größerer Zahl auftreten, gibt es erst ab Ende August regelmäßig Eiablage. Dafür hält sie bis in den Oktober an. Schon seit einigen Jahren sind diese im Spätsommer und Herbst die häufigsten Raupen an Salat. Auch in Tomatenfrüchten, Bohnenhülsen und Zuckermaiskolben sind immer wieder welche zu finden, und es ist möglich, dass der Befall in den nächsten Wochen noch zunimmt. Wie alle oberirdisch fressenden Eulenraupen können auch die der Baumwollkapseleule mit XenTari oder synthetischen Mitteln gegen beißende Insekten bekämpft werden.
Kontrollen auf Raupenbefall muss auch in Kohl weiterhin stattfinden.
In manchen Lauchbeständen fressen jetzt wieder Lauchmottenraupen. Abgesehen von Bacillus-thuringiensis erfassen die gegen diesen Schädling wirkenden Mittel auch die Lauchminierfliege.

Raupen der Baumwollkapseleule (Helicoverpa armigera) an Salat
Bild unten: Junge, ca. 1 cm lange Raupe der Baumwollkapseleule (Helicoverpa armigera) an Salat. Die Tiere werden ca 4 cm groß und sind in der Färbung sehr variabel. Typisch sind fei-ne Längslinien auf dem Rücken und dunkle Warzen, aus denen kurze Borsten wachsen


Zulassungen
Banarg (40 g/l Ethylen): Zur Reifebeschleunigung bei Tomaten im Gewächshaus. Begasen aus Gasflaschen über Nacht. Anwendung 42 Tage lang mit 13 ml/m³ oder 7 Tage lang mit 175 ml/m³. Auflagen zum Schutz von Anwendern und Unbeteiligten beachten!
Veriphos (755 g/l Kaliumphosphonat): gegen Falschen Mehltau in Frische Kräuter und Salat-Arten (einschließlich Rucola und Feldsalat) im Freiland. 2 Anwendungen mit 40 ml/Ar im Ab-stand von 7-14 Tagen. Wartezeit=14 Tage.
Cobalt (267 g/kg Boscalid + 67 g/kg Pyraclostrobin): Gegen Alternaria-Arten, Ringfleckenkrankheit und Weißen Rost in Blumenkohl, Kopfkohl und Rosenkohl im Freiland. 3 Anwendungen mit 10 g/Ar, in Rosenkohl als Reihenbehandlung. In Möhren im Freiland gegen Echten Mehltau und Möhrenschwärze (Alternaria dauci) mit 2 x 7,5 g/Ar und gegen Sclerotinia-Fäule mit 2 x 10 g/Ar. Gegen Grauschimmel, Rhizoctonia solani und Sclerotinia-Arten in Salate im Freiland. 2 x 15 g/Ar von April bis Ende Oktober. Wartezeit in allen Anwendungen 14 Tage.
Ridomil Gold MZ: In Chinakohl im Freiland gegen Falschen Mehltau. 1 x 20 g/Ar. Wartezeit=21 Tage.
Mavrik Vita: in Salat-Arten (einschließlich Rucola und Feldsalat) im Freiland gegen Blattläuse und beißende Insekten. 1 x 2 ml/Ar. Wartezeit=14 Tage

Fußleiste