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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2020 (KW 32)

Datum: 03.08.2020

Lauchmotte
Die Pheromonfallen zeigen den Flugbeginn der dritten Faltergeneration an. Die Befallssituation ist von Standort zu Standort unterschiedlich. Bei der Entscheidung über eine Behandlung darf man Erfahrungen aus den vergangenen Jahren einbeziehen. Generell gering ist die Gefahr für Bestände, für die befallsfreie Jungpflanzen verwendet wurden und die weit weg von anderen Lauchflächen oder Schnittlauch stehen. Letzterer darf mitbehandelt werden, vor allem in Betrieben, bei denen die Lauchmotte regelmäßig Schäden macht.
Bei Spritzungen in Lauch sollte ein Fungizid gegen Lauchrost zugesetzt werden.
Baumwollkapseleule
Im südlichen Markgräflerland wurden Schäden durch Raupen der Baumwollkapseleule (Helicovorpa armigera) in Tomaten beobachtet. In dieser Kultur sollte in den kommenden Wochen auf Raupenfraß an den Früchten geachtet werden. Wirksam ist u. a. XenTari. Es hat keine schädlichen Nebenwirkungen auf Nützlinge und darf in Tomate und Aubergine ohne die bisherigen Einschränkungen (Behandlung nur des oberen Pflanzendrittels, UV-Bestrahlung nach der Anwendung) eingesetzt werden.
Auch in Zuckermais sorgen die Raupen der Baumwollkapseleule immer wieder für böse Überraschungen. Bei der Bekämpfung des Maiszünslers werden sie –von Dipel ES abgesehen – miterfasst.
Erdraupen
Die zweite Generation der Wintersaateule hat mit dem Flug begonnen. Ihre Raupen, die als Erdraupen einen zweifelhaften Ruf genießen, sind nicht wählerisch und können an vielen verschiedenen Gemüsearten und Unkräutern leben. Starke Schäden verursachen sie regelmäßig in Salaten. Dort vernichten sie ganze Pflanzen, indem sie den Strunk durchbeißen. Mit den Bio-Mitteln XenTari oder Lepinox Plus können die Raupen am besten in den ersten zwei Lebenswochen gezielt bekämpft werden. Danach halten sie sich hauptsächlich im Boden auf. Im Bio-Anbau sollte deshalb in dieser oder in der kommenden Woche eine erste Behandlung in solchen Salaten stattfinden, die noch länger als zwei Wochen stehen. Je nach Flugverlauf sind zwei oder drei weitere im Abstand von ca. 10 Tagen nötig.
Schäden an frisch gepflanztem Salat im August und September gibt es, wenn sich auf der Fläche an dem zuvor vorhandenen Bewuchs – egal ob Gemüse oder Unkraut - Raupen entwickeln konnten. Das lässt sich verhindern, wenn bereits die Vorkultur mit Behandlungen oder Netzabdeckung gegen Raupen geschützt wird. Die Fläche vor dem Pflanzen ein oder zwei Wochen lang bewuchsfrei zu halten, verringert zumindest die Zahl der Raupen.
Im konventionellem Anbau stehen Mittel zur Verfügung, die schnell und zuverlässig auch ge-gen größere Raupen wirken. Deshalb kann hier gewartet werden, bis in etwa zwei bis drei Wochen tatsächlich die ersten Schäden an jungem Salat beobachtet werden. Das muss man in den drei Tagen nach dem Pflanzen täglich kontrollieren.
Zikaden
Heuer gibt es auffallend viele Zwerkzikaden (Empoasca, Eupterix u. a.). Die Saugflecken sind besonders in Kräutern ein Ärgernis. An Petersilie könnte man die hellen Sprenkel mit Septoria verwechseln. Aus der Nähe erkennt man, dass die Saugflecken von Zwergzikaden aus feinen, konzentrischen Stricheln bestehen und nur ein bis zwei Millimeter groß sind. Die Septoria-Flecken können deutlich größer werden, sind scharf begrenzt, papierartig trocken, und zeigen unter der Lupe winzige Schwarze Pünktchen. Eine Wirkung gegen Zwergzikaden haben u. a. Steward oder Karate Zeon.

Zikade auf Petersilie

Bilder: Etwa 4 mm lange Zwergzikade (oben) und der von ihr verursachte Schaden an Petersilie (unten).

Saugschäden durch Zikaden an Petersilie

Bild unten: Septoria-Blattflecken an Petersilie. Bei genauem Hinsehen erkennt man schwarze Pünktchen (Pyknidien) in den Blattflecken.

Septoria an Petersilie


Pilzkrankheiten
In der vergangenen Woche stieg die Luftfeuchtigkeit auch nachts kaum über 70 %. Mit stärkeren Temperaturschwankungen gibt es aber wieder Taubildung und damit Blattnässe, welche Pilzinfektionen begünstigt. Viele pilzliche Schaderreger benötigen mehrere Stunden Blattnässe, um die Pflanzen zu infizieren. Je länger die Blattnässe, umso mehr Infektionen gibt es. Um solche nicht unnötig zu provozieren, sollte die Beregnung zeitlich so gelegt wer-den, dass sie die Blattnässe durch Tau nicht nach vorne oder hinten verlängert. Beregnet werden sollte nicht nach 16 Uhr, damit die Bestände nicht nass in die Nacht gehen. Vormit-tags sollte erst beregnet werden, nachdem der Tau abgetrocknet ist, oder bereits zwischen 5 und 7 Uhr, während sich der Tau niederschlägt und die Pflanzen sowieso nass sind.
In vielen Lauchbeständen sind erste Rostpusteln zu sehen. Der Befall ist noch sehr gering. Die Witterung ist aber günstig für weitere Infektionen. Wenn in Lauch Spritzungen gegen Thrips oder Lauchmotte durchgeführt werden, sollte ein Fungizid zugesetzt werden.
Auch für die Ausbreitung von Spargelrost sind die Bedingungen gut.

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