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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2020 (KW 30)

Datum: 20.07.2020

Möhrenfliege
Nach einer Pause in der vergangenen Woche sind nach dem Regen wieder Möhrenfliegen auf den Gelbtafeln zu finden. Die niedrige Zahl der Fänge weist auf eine sehr geringe Aktivi-tät hin – zumindest auf den beobachteten Standorten.


Wanzen
Aus der vertrocknenden Vegetation im Freiland sind in den vergangenen Wochen sehr viele Wiesenwanzen (Gattung Lygus und Lyocoris) in die Gewächshauskulturen geflüchtet. In Fo-lientunneln sind sie an Gurke und Aubergine allgegenwärtig. In manchen Beständen müssen bereits Behandlungen durchgeführt werden, um überhaupt noch Gurken und Auberginen ernten zu können.
Auch an Freilandkulturen gibt es Schäden durch Wiesenwanzen. Die Symptome reichen von defor-mierten Hülsen bei Bohnen über aufgeplatzte oder verfärbte Blattrippen bei Mangold oder Salat und zerlöcherten Blättern bei Spinat bis hin zu verwelk-ten Trieben und Blattspitzen bei Kräutern, Fenchel oder Sellerie.
Bei Sellerie können Herzblätter auch infolge von Kalziummangel durch Trockenheit absterben.
Insbesondere in Sellerie sollten deshalb mögliche andere Schadursachen abgeklärt werden, bevor gegen Wanzen behandelt wird. Denn die wirksa-men Mittel (Karate Zeon, Calypso) schalten für mehrere Wochen die Gegenspieler von Spinnmil-ben aus. Und deren Bekämpfung gestaltet sich in Sellerie schwierig.

Rübenfliege
An Mangold wurde stärkere Eiablage der Rübenfliege beobachtet. Die Bestände sollten re-gelmäßig kontrolliert werden, damit Behandlungen stattfinden, bevor die Blattminen zu zahl-reich werden. Zugelassen ist SpinTor. Eine Wirkung gegen die Maden ist auch zu erwarten von Mospilan SG oder NeemAzal-T/S. Spruzit Neu und Karate Zeon wirken nur gegen die
adulte Fliege.


Raupen im Kohl
Derzeit ist viel Eiablage durch den Kleinen Kohlweißling zu beobachten. Örtlich gibt es auch stärkeren Befall durch Kohlmotte. Bei den Kohlarten muss regelmäßig auf Raupen kontrolliert werden. Wenn bei Kopfkohl bereits die Kopfbildung eingesetzt hat, können auch einzelne Raupen große Schäden anrichten. Die wirtschaftliche Schadschwelle bei Kopfkohl für den Frischmarkt liegt bei 5 % befallenen Pflanzen. Diese Zahl ist nur ein Anhaltspunkt, weil sich Kosten und Erlöse von Betrieb zu Betrieb stark unterscheiden. Das muss bei einer Entschei-dung über Pflanzenschutzmaßnahmen berücksichtigt werden. Auch bei den Blumenkohlen hängt es vom Entwicklungsstadium ab, ob Raupen Schäden machen. Grundsätzlich ist die Schadschwelle hier aber geringer als bei Kopfkohl.


Zulassungen
Effigo (267 g/l Clopyralid + 67 g/l Picloram) wurde zugelassen in Rucola-Arten im Freiland gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter; 1 Anwendung mit 1 ml/Ar im Nachauflauf auf aufgelaufene Unkräuter bis zum 2-Blatt-Stadium der Rucola. Wartezeit (Freiland)=21 Tage.
Revus Top (250 g/l Difenoconazol + 250 g/l Mandipropamid) wurde zugelassen in Tomate und Aubergine gegen Alternaria-Arten und Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans); 3 Anwendungen mit 3-6 ml/Ar je nach Pflanzenhöhe im Abstand von mind. 7 Tagen. Wartezeit (Gewächshaus)=3 Tage.
Taegro (130 g/kg Bacillus amyloliquefaciens Stamm FZB24) wurde zugelassen in Gurke ge-gen Echten Mehltau und in Tomate gegen Echten Mehltau, Kraut- und Braunfäule (Phytoph-thora infestans) und Dürrflecken (Alternaria solani); nur zur Befallsminderung; 12 Anwendun-gen mit 1,23-3,7 g/Ar je nach Pflanzenhöhe im Abstand von mind. 3 Tagen. Wartezeit (Ge-wächshaus)=1 Tag.

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