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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2020 (KW 21)

Datum: 22.05.2020

Kohlfliege
Die Eiablage der Kohlfliege begann bereits Anfang April. Deshalb sind jetzt schon Fliegen der zweiten Generation geschlüpft. Sie treffen auf dem Acker die letzten Kohlfliegen der ersten Generation. Die Eiablage der zweiten Genration verteilt sich über einen längeren Zeitraum und eine größere Fläche als bei der ersten. Deshalb wird seltener die Schadschwelle er-reicht. Eine vorbeugende Behandlung der Jungpflanzen (SpinTor, 1 x 12 ml/m², zugelassen in allen Kohlarten; Verimark, 1 x 15 ml/1000 Pflanzen zugelassen in Blumen- und Kopfkohle) sollte als Schutz ausreichen. Bei Rettich/Radies und Kohl- und Speiserüben ist es egal, wie hoch die Dichte der abgelegten Eier ist. Hier reicht eine einzelne Made, um die Knolle unver-käuflich zu machen. Somit besteht für diese Kulturen bis in den Herbst ständige Gefahr von Schäden. Netze (1,4 mm) schützen zuverlässig vor Kohlfliege. Von Minecto One (zugelassen in Wurzelgemüse gegen Schmetterlingsraupen mit 2 x 1,875 g/Ar, WF=7 Tage) ist eine gute Wirkung gegen Kohlfliege und auch gegen Erdflöhe zu erwarten. Auch Pyrethroide (Fastac ME, Kaiso Sorbie, Karate Zeon, Scatto u. a.) haben eine Nebenwirkung gegen Kohlfliege.
Möhrenfliege
Die Aktivität der Möhrenfliege ist rückläufig. Überwinterte Petersilie sollte spätestens jetzt umgebrochen und die Wurzeln gut zerkleinert werden, damit sie bald verrotten. Dann können sich die Maden, die aus den dort abgelegten Eiern schlüpften, nicht fertig entwickeln. Außer-dem ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um Lagermöhren zu säen. Bis die Pflanzen so groß sind, dass sie für Möhrenfliegen attraktiv wären, ist deren erste Generation vorüber. Die Lager-möhren werden dann erst wieder von der zweiten Generation belästigt, die voraussichtlich ab Mitte Juni auftaucht. Möhre, die erst Mitte/Ende Juni gesät werden, bleiben auch von dieser weitgehend verschont. Gegen diese späte Aussaat sprechen die dann zu erwartenden hohen Temperaturen. Diese erschweren den gleichmäßigen Aufgang der Aussaat.
Raupen
Der Befall mit Raupen in Kohl hat gegenüber der Vorwoche leicht zugenommen.
Blattläuse
Bei Kontrollen auf die Mehlige Kohlblattlaus in Kohl muss man auch in die Pflanzenherzen schauen. Oft sitzen kleine Kolonien an den jüngsten Blättern. An deren Rotverfärbung und Verdrehungen ist ein Befall gut zu erkennen. Besonders bei Blumenkohl und Brokkoli ist dann eine Behandlung sinnvoll, denn durch diese Wuchsstörungen am Vegetationspunkt ist die Blumenbildung gefährdet. Auf der anderen Seite findet man in vielen nützlingsschonend behandelten Beständen zwar noch die Blattsymptome, aber keine Läuse mehr. Wenn an den verbliebenen Lauskolonien dann noch Schwebfliegenlarven und runde, braune Blattlaus-„Mumien“ zu finden sind, kann man sich die Behandlung sparen.
Ein Blick zwischen die Herzblätter empfiehlt sich auch bei Sellerie. In vielen Beständen saugen dort grün-gelbliche, kleinen Blattläuse. Es handelt sich dabei um die Kleine Pflaumenlaus. Diese kann bei Sellerie zu starken Blattdeformationen führen und sollte zumindest in Stangensellerie bekämpft werden.
An Salat gibt es örtlich starken Befall von Nasonovia, oft sind aber immer noch die Kartoffelläuse zahlenmäßig wichtiger. Der Zuflug von Schwarzer Bohnen- und Gurkenlaus geht zurück. Die Kolonien wachsen weiter, aber im Freiland stellen sich mehr und mehr Nützlinge ein.

Kleine Pflaumenlaus an den Herzblättern von Stangensellerie
Bild oben:Die auf den hellgrünen Herzblättern von Sellerie ist die Kleine Pflaumenlaus (ca. 1 mm lang, siehe Pfeile)sehr schwer zu erkennen. Die Blattverformungen, die in drei oder vier Wochen als Folge der Saugtätigkeit zu sehen sein werden, sind dagegen unübersehbar. 



Schwebfliegenlarven in Kolonien der Mehligen Kohlblattlaus
Bild oben: Die vier Schwebfliegen-Larven (Pfeile) werden von den Kohlblattläusen wenig übriglassen.

Bild unten: Jedes aus den hellbraunen „Mumien“ schlüpfende Schlupfwespen-Weibchen kann mehrere Dutzend weiterer Mehliger Kohlblattläuse parasitieren.
Kolonie der Mehligen Kohlblattlaus mit parasitierten Exemplaren

Wanzen
Trockenheit und Mahd vertreiben die Wanzen aus Grünland, Böschungen und anderen Flä-chen mit blühenden Kräutern. Immer häufiger sind sie im Freilandgemüse zu sehen. Kultur-schutznetze an den Lüftungen und Eingängen von Gewächshäusern hindern sie daran, auch dort einzuwandern.
Grauschimmel (Botrytis cinerea)
Die Regentage der letzten Woche haben in den üppig entwickelten Beständen von Gurken und Tomaten Botrytis-Infektionen hinterlassen. Bei wechselhaftem Wetter, wie es für das Wochenende angekündigt ist, können diese sich weiter ausbreiten. Zur Vorbeugung muss lange Blattnässe vermieden werden. In Häusern und Tunneln ohne Steuerung lässt sich die Taubildung reduzieren durch Stoßlüften am Abend und am frühen Morgen. Dabei wird die feuchte Innenluft gegen trockene Luft von außen ausgetauscht. Ist das nicht möglich, sollte die Lüftung besser die ganze Nacht über offen bleiben. Als Fungizide stehen Geoxe, Switch (Tomate, Gurke), Luna Sensation, Teldor (Tomate), oder Prolectus (Gurke) zur Verfügung sowie die biologischen Mittel Romeo, Serenade ASO, Vitisan (Tomate), Serifel oder Prestop (Tomate, Gurke).

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