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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2020 (KW 11)

Datum: 13.03.2020

Kohltrieb- und Rapsstängelrüssler
Die bisher geringe Aktivität der Rüsselkäfer wird an den kommenden warmen Tagen stark zunehmen. Kohljungpflanzen sind kon-sequent mit Netz oder Vlies zu schützen – auch schon vor der Pflanzung und sogar im Gewächshaus.
Muss die Bedeckung an einem trockenen Tag auch nur kurz abgenommen werden, sollte vor dem Wiederauflegen eine Insekti-zidbehandlung stattfinden, um eingeflogene Tiere unschädlich zu machen.
Bitte beachten, dass für die Anwendung von Karate Zeon bzw. Kusti in Kohlrabi die Aufla-ge VV605 gilt (Die Vermarktung darf nur er-folgen ohne Laub oder mit dem Hinweis „Blätter zum Verzehr/zum Verfüttern nicht geeignet“, außer durch Laboruntersuchung wird die Einhaltung der RHG nachgewiesen.)

Kohlmottenschildlaus
Die Kohlarten haben den Winter im Freiland bisher gut überstanden, ebenso die darauf le-benden Kohlmottenschildläuse. Wenn diese alten Bestände eingearbeitet werden, fliegen die „Weißen Fliegen“ einfach davon, um sich eine neue Bleibe zu suchen. Deshalb sollte das Umbrechen passieren, solange die Neupflanzungen noch durch eine Vliesabdeckung ge-schützt sind. Dann muss die Kohlmottenschildlaus weiterziehen – oder verhungern.


Lauchminierfliege
Die Lauchminierfliege ist bisher nur in Gewächshäusern mit überwintertem Schnittlauch oder Bundzwiebeln zu sehen. In deren unmittelbarer Umgebung sollten Jungpflanzen von Lauch, Schnittlauch, Zwiebeln etc. mit Netz (0,8 mm) geschützt werden. Im Freiland tritt der Schäd-ling erfahrungsgemäß frühestens Ende März auf. Wo als einzige Maßnahme Netze vorgese-hen sind, sollte diese dann aufgelegt sein - zumindest auf Zwiebel- und Lauchgewächse, die in der Nähe von Freilandflächen stehen, die 2019 befallenen waren. Behandlungen mit Insek-tiziden können warten, bis die Fliegen tatsächlich in die Bestände einwandern. Blattläuse
Die Vermehrung der Blattläuse in den Gewächshäusern nimmt mit der Temperatur zu. Auf den Winterkulturen und den Unkräutern bilden Pfirsich- und Kartoffelläuse bereits geflügelte Exemplare, um neue Lebensräume zu erobern. Nach der Ernte können die Flächen mit den verlausten Unkräutern und Pflanzenresten drauf abgeflammt werden.
Die Gierschlaus macht sich bei uns nicht mehr die Mühe, im Herbst auf ihre Winterwirte, ver-schiedene Weiden-Arten abzuwandern. Nicht nur im Gewächshaus, auch im Freiland kann sie an Petersilie überwintern. Dort setzt jetzt die Vermehrung ein. Die Bestände sollten in der kommenden Woche kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden, bevorzugt mit einem nütz-lingsschonenden Mittel wie z. B. Teppeki oder Pirimor.


Zulassungen
Orondis Plus (100 g/l Oxathiapiprolin): gegen Falschen Mehltau in Salate (2 x 150 ml/ha) so-wie in Knoblauch, Schalotte, Silber- und Speisezwiebel zur Nutzung als Trockenzwiebel
(3 x 200 ml/ha) im Freiland. Wartezeit (Freiland)=7 Tage. Zur Vermeidung von Resistenzen wird ein Wirkstoffwechsel bzw. eine Tankmischung mit einem Kontaktfungizid empfohlen.
Leopard (50 g/l Quizalofop-P-ethyl): in Bete, Kohl- und Speiserübe, Rettich und Erbse im Freiland. Anwendung im Frühjahr nach dem Auflaufen. Gegen Quecke 1 x 25 ml/Ar, gegen einjährige Ungräser (ausgenommen einj. Rispe) 1 x 12,5 ml/Ar. Wartezeit (Freiland) in Bete = 120 Tage, in Erbse = 35 Tage.
Bandur (600 g/l Aclonifen): in Bohnenkraut, Dill, Schnittlauch, Schnittpetersilie im Freiland gegen Gemeines Kreuzkraut und Wolfsmilch-Arten (ausgenommen Zypressen-Wolfsmilch. Anwendung als Splittingverfahren im Abstand von 7 bis 10 Tagen nach dem Auflaufen oder nach dem Pflanzen und nach dem Schnitt mit 2 x 5 ml/Ar. Wartezeit (Freiland) = 7 Tage.
Außerdem in Schnittlauch gegen Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräu-ter, Einjähriges Rispengras vor dem Auflaufen, unmittelbar nach der Saat mit 1 x 20 ml/Ar (leichte und mittlere Böden) bzw. 1 x 24 ml/Ar (schwere Böden). Wartezeit (Freiland) = F.
Bandur: Anders als im „Heft“ „Integrierter Pflanzenschutz 2020. Erwerbsgemüsebau“ ange-geben beträgt die Wartezeit in Schnittsellerie und Kerbel bei Anwendung nach dem Auflau-fen, nach dem Pflanzen oder nach dem Schnitt 21 Tage

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