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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2019 (KW 39)

Datum: 27.09.2019

Lauchminierfliege
Pünklich zum kalendarischen Herbstanfang am Montag setzte Herbstwetter ein – und schlagartig war die Lauchminierfliege zur Stelle. In einigen Schnittlauchbeständen legt sie be-reits fleißig Eier ab. In unmittelbarer Nähe solcher Befallsquellen müssen Lauch, Knoblauch (sofern bereits Blätter aus dem Boden spitzen) und Zwiebeln, auf denen zu Wochenbeginn noch kein Netz lag, mit Insektiziden geschützt werden. Bei weiter entfernten Beständen kann mit der ersten Spritzung noch etwa zwei Wochen gewartet werden. Wirksam sind u. a. Ca-lypso, SpinTor oder NeemAzal-T/S.


Möhrenfliege
Der Flug der Möhrenfliege beschränkt sich immer noch auf Bestände, die mit viel Beregnung durch den Sommer kamen. Die Aktivität ging aber in der vergangenen Woche deutlich zurück. Ob das nur an den niedrigen Temperaturen liegt, oder schon das Ende der Herbstge-neration bedeutet, wird sich nach dem Wochenende zeigen.

Kohlfliege
Die Kohlfliege ist noch unterwegs. Bis in den Oktober hinein kann Eiablage stattfinden. Wie stark diese ist, lässt sich aber nicht abschätzen.
Da durch die feuchten Bedingungen, die aktuell herrschen, das Risiko für Madenfraß an Blattrippen von Chinakohl, Rosenkohl-Röschen und Köpfen von Wirsing mit daraus resultierenden Fäulen gestiegen ist, sollten diese Kulturen weiter geschützt werden, ebenso wie Rettich, Radies, Kohl- und Speiserüben (siehe Warndienst Nr. 21 vom 20.09.).

Geöffneter Fraßgang einer Kohlfliege in der Blattrippe von Chinakohl
Bild: Geöffneter Gang einer Kohlfliegenmade in der Blattrippe von Chinakohl.

Raupen
Witterungsbedingt gab es in der vergangenen Woche kaum Eiablage von Schadfaltern. Nach dem angekündigten trockenen Wochenende kann diese aber wieder zunehmen. Kohlbestände sollten dann wieder kontrolliert und gegebenenfalls behandelt werden. Kohlrabi, Rucola und Asia-Salate im Gewächshaus sollte man dabei nicht vergessen. Der Kleine Kohlweißling findet auch dort-hin seinen Weg.
In unbehandelten Salaten war in dieser Woche örtlich stärkeren Befall mit Raupen der Gammaeule zu finden. Laut den Pheromonfallen hält deren Flug auch weiter an.

Blattläuse
Im Kohl, vor allem in Winterwirsing und Rosenkohl, muss auf neue Ansiedlungen von Mehliger Kohlblattlaus geachtet werden. Man findet zwar immer noch Schlupfwespen und Schwebfliegenlarven, aber die Gegenspieler können so spät im Jahr diese Laus nicht mehr dauerhaft dezimieren. Ihre Kolonien wachsen im Winterhalbjahr den Nützlingen davon.
In Salaten stellen sich nach einer langen Sommerpause die Johannisbeer-Salatblattläuse wieder ein. Bei mildem Wetter können sie sich auch im Oktober noch vermehren. Kontrollen und rechtzeitige Behandlungen helfen, böse Überra-schungen zu vermeiden.
Die Schwarze Bohnenlaus hat in Mangold und Spinat im Freiland stellenweise große Kolonien gebildet. Diese sehen zwar spektakulär aus, sind aber meist harmlos, weil sie auf einzelne Pflanzen beschränkt sind. Zumindest in Beständen, die erst im Winter geerntet werden, ist kein Eingrei-fen erforderlich. Die Schwarze Bohnenlaus verschwindet im Herbst zuverlässig aus dem Gemüse und zieht sich auf ihre Winterwirte zurück.

Pilzkrankheiten
Die Bedingungen für Falschen Mehltau, Septoria, Alternaria und ander Blattfleckenerreger sind ideal: Es ist feucht und auch nachts wieder so mild, dass die Pilze Sporen bilden kön-nen. Bei der Terminierung von Fungizidbehandlungen gegen Falschen Mehltau in überwin-terndem Blumenkohl, Petersilie, Spinat und Zwiebeln oder gegen Kopffäulen (Alternaria, Botrytis) an Kopfkohl und Chinakohl muss beachtet werden, dass die Wirkung der meisten Fungizide unter 12 °C deutlich abnimmt.


Zulassungen
Das Mittel Alginure Bio Schutz, dessen Zulassungserweiterung auf Feldsalat und Rucola-Arten vor zwei Wochen hier gemeldet wurde, ist nicht im Handel. Da es sich bei Alginure Bio Schutz um eine Vertriebserweiterung von Frutogard handelt, können mit letzterem die ge-nannten Indikationen abgedeckt werden.

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