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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2019 (KW 36)

Datum: 06.09.2019

Lauchminierfliege – und ihr Doppelgänger
Lauchminierfliegen findet man an Schnittlauch bisher nur in Einzelexemplaren.
Wenn trotzdem an Lauch bereits Fraßpunkte zu sehen sind, sollte man genauer hinschauen. In vielen Fällen stammen diese nämlich von der Zwiebelminierfliege, nicht von der Lauchminierfliege. Unter der Lupe erkennt man die abweichende Form des Einstiches (bei der Lauchminierfliege ist dieser deutlich schlitzförmig und reicht über den Rand des weißen Fraßpunktes, bei der Zwiebelminierfliege ist er rundlich und gerade noch im weißen Punkt). Außerdem sind die Minengänge der Zwiebelminierfliege als helle, dünne Linien an der Blattoberfläche zu sehen und winden sich ungerichtet über die Blattfläche. Dagegen bohrt die Made der Lauchminierfliege ihre Gänge schnurgerade nach unten und zwar in tieferen Blattschichten (bei Schnittlauch und Zwiebeln im Hohlraum der Schlotte), so dass die Minen von außen nicht sichtbar sind. Da die Maden der Zwiebelminierfliege nicht in den Schaft oder die Zwiebel wandern, beschränkt sich der Schaden auf den Verlust an Assimilationsfläche und ist in der Regel zu vernachlässigen. Mit einer Behandlung sollte man deshalb warten, bis tatsächlich die Lauchminierfliege auftaucht. Lange kann das nicht mehr dauern.

Fraßpunkte und Minen der Zwiebelminierfliege
Bild oben: Fraßpunkte und Minen der Zwiebelminierfliege an Lauch. Bei der Lauchminierfliege sind die Minen nicht sichtbar.
Bild unten: Die Fraßpunkte der Lauchminierfliege (links) haben eine schlitzförmige, die der Zwiebelminierfliege (rechts) eine runde bis dreieckige Öffnung (Pfeile).Fraßpunkte der Lauchminierfliege (links) und Zwiebelminierfliege (rechts)

Möhrenfliege
Jetzt fliegt die dritte Generation der Möhrenfliege - aber nur dort, wo sie dank häufiger Beregnung ihre Vermehrungszyklen ohne Sommerpause durchlaufen konnte. An solchen Standorten gibt es derzeit erhöhten Befallsdruck – vorausgesetzt, die Möhrenfliege kommt dort vor. Das kann man daran ablesen, dass es an dem Standort in diesem oder den vergangenen Jahren Schäden an Möhren, Wurzelpetersilie oder Pastinake gab. In diesem Fall sollten die Möhren mit Insektiziden oder einer Netzabdeckung (Kohlfliegennetz mit 1,4 mm Maschenweite) geschützt werden.
In den beobachteten Beständen, die sparsam bewässert wurden, lassen sich immer noch keine Möhrenfliegen fangen. Selbst dort nicht, wo es in unmittelbarer Nachbarschaft in Frühmöhren Schäden und Fänge gab. Da jeder Standort anders ist, lässt sich aber keine allgemeine Entwarnung geben. Eigene Erfahrungen mit der entsprechenden Fläche sind auch hier gute Entscheidungshilfen.
Keine Maßnahmen sind nötig bei Kulturen, die im Lauf der kommenden drei Wochen geerntet werden.

Kürbislagerung
Ein Kürbis, der Anfang September geerntet wird, hält eher bis ins Neue Jahr als einer, der Mitte Oktober vom Feld geholt wird. Tiefe Temperaturen und Nässe gefallen dem Kürbis nicht. Früchte, die für längere Lagerung vorgesehen sind, sollten keine Temperaturen unter 10 °C abbekommen, auch nicht auf dem Feld.
Die Ernte sollte bei Trockenheit erfolgen, mit Stiel, und die Kürbisse sind möglichst schonend zu handhaben. Nach der Ernte sind sie für mindestens 2 Wochen trocken und warm (20-25 °C, z. B. in einem leeren Folientunnel) aufzustellen, damit Verletzungen verheilen können. Anschließend sollten sie so wenig wie möglich bewegt werden, damit keine neuen Blessuren entstehen. Die Lagerung erfolgt bei 12-15 °C und 60-70 % Luftfeuchte. So können die Früch-te mehrere Monate halten.



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