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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2019 (KW 34)

Datum: 23.08.2019

Lauchminierfliege
Ende August sind meist die ersten Lauchminierfliegen der Herbstgenration in Schnittlauchbe-ständen zu finden. Bisher wurden im Gebiet aber noch keine gesichtet.
Möhrenfliege
An einem Standort kleben wieder einzelne Fliegen auf den Gelbtafeln. Aufgrund der Entwick-lungsdauer der Möhrenfliege kann es sich dabei tatsächlich um die „echte“ dritte Generation dieses Schädlings handeln. Vermutlich sind darunter aber auch die Nachkommen der Früh-jahrsgeneration. Diese hatten wegen der Sommerhitze pausiert und waren vom regnerischen Wetter der vergangenen Wochen zum Schlüpfen angeregt worden. Es ist zu erwarten, dass - wegen der wieder unsteten Witterung - das Abschlüpfen dieser Puppen aus der Sommer-pause sich über einen langen Zeitraum hinzieht. Das macht eine Terminierung des richtigen Behandlungszeitpunktes schwierig.
Auf der anderen Seite der Rechnung steht, dass die Zahl der Möhrenfliegen in diesem Spät-sommer und Herbst niedriger ist, als in „normalen“ Jahren – eben weil die Sommergenerati-on und damit ein Vermehrungszyklus der Möhrenfliege ausgefallen ist, zumindest auf einem Teil der Flächen.
Dort, wo es in diesem Jahr noch keine oder nur geringe Möhrenfliegen-Schäden gab, kann mit einer Behandlung sicher bis nach der aktuellen Schönwetterphase gewartet werden. An Standorten, an denen in den vergangenen Wochen und Monaten schon viele madige Möhren geerntet wurden, sollten bald Maßnahmen durchgeführt werden.
Raupen
Die Aktivität der Lauchmotte ist stark zurückgegangen. Auf den meisten Standorten dürften keine Behandlungen mehr notwendig sein.
An Kohl ist verstärkte Eiablage durch den Kleinen Kohlweißling zu beobachten. Spätestens Ende nächster Woche sollte auf Raupen kontrolliert werden. In Chinakohl gibt es örtlich leichten Befall mit den Raupen der Wintersaateule. Bei dieser Kultur halten sich die Raupen, die ei-gentlich als „Erdraupen“ bekannt sind, gerne zwischen den Herzblättern, später im Kopf, auf. Bei Kontrollen muss gezielt dort ge-sucht werden.
Schäden durch Erdraupen an Salat etc. sind bisher noch selten. Neupflanzungen sollten aber ein paar Tage lang beobachtet werden. Wenn dann welke Pflanzen auffallen und man Fraßspuren am Stängel oder an den Blättern sieht, findet man die Raupen meist wenige Zentimeter vom Presstopf entfernt im Boden. Bei stärkeren Schäden kann mit einem Kontaktinsektizid, z. B. Karate Zeon Abends mit viel Wasser behandelt werden.

Raupe einer Erdeule in Chinakohl
Bild oben: Junge Raupe einer „Erdeule“ (vermutlich Wintersaateule) in Chinakohl.

Bild unten: Eine Infektion mit Pythium verursacht an Salat eine Verfärbung des Stängels.
Verfärbung im Salatstrunk infolge einer Pythium-Infektion

Welker Salat
Nicht jeder welke Salat ist Opfer einer Erdraupe geworden. Am Kaiserstuhl gibt es manchmal auch Ausfälle durch Engerlinge. Da diese, anders als Erdraupen, tief im Boden bleiben, sind sie mit Insektiziden nicht zu erreichen. Hier hilft nur Ausgraben. Örtlich welkt Salat auch wegen Infektionen mit Pythium infolge Vernässung nach Starkregen. Zu erkennen ist die Infek-tion an einer gelb-braun-Verfärbung im Strunk.
Pilzkrankheiten
Zwar ist es tagsüber trocken und warm, aber lange Phasen mit Taunässe erleichtern pilzlichen Krankheitserregern die Infektion. Falscher und Echter Mehltau werden gleichermaßen gefördert. Alternaria, Septoria oder Rostpilze finden jetzt ebenfalls gute Bedingungen. Auch an Spargel kann jetzt noch Rost und Stemphylium auftreten. Viele Anlagen haben im August nach dem Regen neue Triebe gebildet. Diese sollten so lange wie möglich gesund erhalten werden. So besteht die Chance, dass sie mehr Reservestoffe bilden, als dieser späte Durch-trieb die Pflanzen gekostet hat.

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