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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2019 (KW 33)

Datum: 15.08.2019

Möhrenfliege
Die Gelbtafeln fangen kein Möhrenfliegen mehr, und das trotz besten Bedingungen. Offenbar ist der Flug der Sommergeneration vorüber; Maßnahmen sind derzeit nicht erforderlich.

Raupen
Die Pheromonfallen zeigen erhöhte Aktivi-tät der Lauchmotte. In den nächsten Ta-gen sollten Behandlungen stattfinden. Auch der Flug der Wintersaateule ist sprunghaft angestiegen, aber im Vergleich zu den Vorjahren immer noch auf niedri-gem Niveau. Deshalb gab es auch bisher kaum Ausfälle durch Erdraupen. Und man darf hoffen, dass auch im August und Sep-tember die großen Schäden ausbleiben. Verantwortlich für die geringe Population sind wohl Gegenspieler. Vor allem parasiti-sche Raupenfliegen sind heuer in großer Zahl zu beobachten. Wer bekämpfen möchte, sollte deshalb nützlingsschonende Mittel wie z. B. XenTari verwenden. Be-handlungen sollten in der kommenden Wo-che stattfinden. Dann sitzen die Raupen noch auf den oberirdischen Pflanzenteilen.
Auch eventuell vorhandene Raupen der Gammaeule werden damit erfasst.
Örtlich treten Kohlweißlinge und Kohlmot-ten in bekämpfungswürdiger Zahl auf.

Raupenfliege auf Paprikablatt
Bild oben: Einer Stubenfliege nicht unähnlich, aber dunkler und viel haariger ist diese Raupenfliege (vermutlich Gattung Exorista)

Schnecken
Wie aus dem Nichts tauchen nach dem Regen die Schnecken wieder auf. Diese stellen vor allem für neuen Pflanzungen und Aussaaten eine Gefahr dar. Denn auf den frisch bestellten Beeten finden sie nichts zu fressen – außer den Gemüsepflänzchen. Wenn vor dem Auflau-fen oder Pflanzen auf das kahle Beet Fraßköder gestreut werden, bleibt den Schnecken nichts Anderes übrig, als erstmal dieses Angebot anzunehmen.

Rostmilben
Der warme Sommer hat die Vermehrung von Tomatenrostmilben begünstigt. In vielen Be-ständen sieht man jetzt befallene Pflanzen, sogar im Freiland können sie auftreten. Wenn einzelne symptomatische Pflanzen entdeckt werden, macht es Sinn, die ganze Pflanzenreihe und die Nachbarreihen mit zu behandeln, wenn nicht sogar den ganzen Bestand. Denn bis die verräterischen rotbraunen Stängel auffallen, sind die Rostmilben mit Sicherheit schon un-bemerkt weiterverschleppt worden. Zugelassen gegen Rostmilben ist nur Vertimec Pro, al-lerdings nur auf versiegelten Böden. Aber auch von gegen Spinnmilben zugelassenen Mitteln ist eine Wirkung zu erwarten. Im Freiland kann lediglich die - recht gute - Nebenwirkung von Kumulus WG oder Microthiol WG genutzt werden.

gesunder und von Tomatenrostmilbe befallener Stängel im Vergleich

Bild oben: Im unmittelbaren Vergleich mit einer gesun-den Pflanze (der linke Stängel) ist früher Befall mit Tomatenrostmilbe am Stängel leicht zu erkennen.

Bild unten: Vergilben und Vertrocknen der Fiederblätter sieht man auch bei Spinnmilbenbefall. Die rot-braune Färbung des Blattstieles verrät aber, dass hier Tomatenrostmilben am Werk waren.

Blattsymptome Tomatenrostmilbe





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