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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2019 (KW 29)

Datum: 19.07.2019

Möhrenfliege
Der Flug der Möhrenfliege ist rückläufig. Bei der für kommende Woche prognostizierten Wit-terung ist die Befallsgefahr praktisch vernachlässigbar. Maßnahmen sind keine erforderlich.
Raupen in Kohl, Salat
Die Kohlweißlinge legen mäßig viele Eier im Kohl ab. Selten findet man Gelege von Kohleu-len. Raupen sind trotzdem nur wenige zu finden. Schuld sind vermutlich Nützlinge. Örtlich gibt es aber noch stärkeren Befall durch Kohlmotte. Auf mehreren Salatflächen sind Raupen der Gamma-Eule zu finden. Kontrollen sollten stattfinden, um ggf. Behandlungen durchzu-führen, bevor es zu wirtschaftlichen Schäden kommt.
Blattläuse
Die kommende Hitzewelle wird dafür sorgen, dass der Salat weiterhin weitgehend lausfrei bleibt. Überraschenderweise gibt es nach langer Pause an Melde und Mangold wieder kleine-re Ansiedlungen von schwarzer Bohnenlaus. Da viele Nützlinge quasi schon Schlange ste-hen, dürfte der Befall nicht schnell ansteigen. Trotzdem sollten Mangold und Spinat regelmä-ßig kontrolliert werden.
Pilzkrankheiten
Die zu erwartende trocken-heiße Witterung sollte aufkeimende Falsche-Mehltau-Infektionen bremsen. Echter Mehltau profitiert dagegen vom Sommerwetter. In Spargel ist jetzt auf Rost zu achten. Auch Septoria gedeiht gut bei hohen Temperaturen. In Sellerie sollte der Fungi-zidschutz erneuert werden. Auch Blattflecken in Petersilie sind derzeit meist nicht durch Fal-schen Mehltau, sondern durch Septoria verursacht. Das muss bei der Auswahl der Fungizide beachtet werden.
Hitzeschäden an Möhren
Eine Auflaufberegnung bei Möhren hilft den Keimlingen, den Boden zu durchstoßen. Aber auch danach sollte die Bodenoberfläche nicht austrocknen. In der Sonne heizt sich trockener Boden auf über 50 °C auf. Das kann den Wurzelhals so stark schädigen, dass die Pflanzen absterben. Täg-liche geringe Wassergaben sorgen für eine lebensret-tende Verdunstungskälte. Wenn das erste Fiederblatt sich entfaltet, ist die empfindlichste Phase vorüber.
Hitzeschäden an Pflanzkulturen
Es ist eine Überlegung wert, die Flächen einen oder zwei Tage VOR dem Pflanzen zu beregnen. Werden die Jungpflanzen in staubtrockenen Boden gesetzt, saugt dieser das Wasser aus dem Presstopf. Die Blät-ter verbrennen, wenn sie sich beim Welken auf den heißen Boden legen und die Wurzeln vertrocknen, be-vor die Pflanzmaschine am Beetende angelangt ist und die Beregnung anläuft.

Grünkohl vertrocknet nach Pflanzen bei Hitze
Bild: Schlechter Start für den Grünkohl. Er verwelkt im trockenen Boden. Die Blattspitzen werden auf dem aufgeheizten Boden schnell zu Heu (Pfeile).


Hitzeschäden an Hummeln
Nicht nur Menschen und Pflanzen, auch die Hummeln leiden unter der Hitze. Die Völker mit einem Kar-ton oder einer Styroporplatte vor direkter Sonne zu schützen, vermeidet zwar noch Schlim-meres. Aber im Schatten kann die Temperatur auch nicht niedriger sein als die Lufttempera-tur. Und die wird in den kommenden Tagen in manchen Häusern auf über 40 °C klettern. Am wenigsten heiß ist es zwischen den Pflanzen. Deren Transpiration sorgt für aktive Abkühlung. Die Hummelkästen sollten deshalb nicht unters Dach, sondern zwischen die Blätter des Pflanzenbestandes gehängt oder gestellt werden – zumindest in der heißesten Phase. Dort können zwar Ameisen eindringen und Stress machen, aber dieser ist wahrscheinlich geringer als der durch Hitzestau im Nest.

Hummelvolk im Schatten eines Tomatenbestandes

Bilder: Ein paar Zentimeter können entscheidend sein. Das „eingegrünte“ Hummelvolk oben hat die Juni-Hitze überlebt, Das Volk unten, in einem benachbarten, baugleichen Folientunnel über den Tomatenpflanzen hängend, musste ausgetauscht werden.

Hummelvolk aufgehängt über Tomatenbestand in der prallen Sonne



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