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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2019 (KW 20)

Datum: 17.05.2019

Möhrenfliege
Die Möhrenfliege macht sich weiter rar. Wo Doldenblütler mit Netz oder Vlies geschützt werden, sollte dieses aber noch belassen werden. Es ist gut möglich, dass nach ein paar warmen Tagen die Aktivität dieses Schädlings wieder ansteigt.
Kohlfliege
Der Flug der ersten Generation der Kohlfliege ist beendet. Maßnahmen sind keine mehr erforderlich. Auf Kohlflächen, welche vor drei Wochen bereits aufgedeckt waren und auch sonst nicht geschützt wurden, gibt es örtlich viele Pflanzen, die im Wuchs zurückgeblieben sind. Hier haben die Maden zu viele Wurzeln abgefressen. Eine gleichmäßige Wasserversorgung kann helfen, die eine oder andere Pflanze noch zu retten.
Spargel
Die Spargelfliege wurde durch Wind und Regen bisher noch gebremst. Mit den nun höheren Temperaturen steigt die Befallsgefahr. Junganla-gen und durchtreibende Ertragsanlagen sollten behandelt werden. Die Spargelfliege legt ihre Eier bevorzugt an Stangen, die noch keine Seitenzweige ausgebildet haben. Auch Spargel, der nur wenige Zentimeteraus dem Boden schaut, ist gefährdet. Nur Rogor 40 LC (=Danadim Progress) ist gegen Spargelfliege zugelassen. Dabei dürfen keine blühenden Pflanzen getroffen werden: Das Mittel ist bienengefährlich (B1). Eine Nebenwir-kung ist zu erwarten, wenn vormittags oder abends mit einem Kontaktinsektizid (z. B. Karate Zeon, Spruzit Neu) gegen Spargelhähnchen behandelt wird. Ob Maßnahmen gegen Hähnchen erforderlich sind, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Nicht auf allen Flächen sind welche vorhanden.
Mit Spruzit Neu besteht jetzt die Möglichkeit, Spargelhähnchen in Grünspargel auch während der Erntesaison zu bekämpfen und damit etwas gegen deren störende Eier zu tun (siehe unten).

Spargelfliegen in Kopula auf durchtreibendem Spargel
Bild: Das Qualitätsmerkmal „geschlossene Köpfe“ finden auch die Spargelfliegen attraktiv

Blattläuse
In vielen Beständen gibt es bereits Gurkenläuse, die offenbar im Gewächshaus überwintert hatten. Dazu gesellen sich jetzt die ersten geflügelten Gurkenläuse aus dem Freiland. Der Zuflug wird mit der Wärme zunehmen. Zu Wochenbeginn sollten in den Gewächshäusern Kontrollen vor allem an Gurke, Zucchini, Paprika und Aubergine durchgeführt werden. Sofern noch nicht vorhanden, müssen jetzt genug Lysiphlebus und Aphidoletes in die Bestände gebracht werden. Auch Freilandkulturen werden besiedelt. Hier verläuft die Entwicklung der wärmeliebenden Gurkenlaus aber viel langsamer als im Gewächshaus. Solange keine direkten Schäden, z. B. in Form von verkrüppelten Herzblättern, beobachtet werden, kann man ein Auge zudrücken: Oft wird ein Befall von spontan auftretenden Nützlingen zurückgedrängt. Muss doch eine Maßnahme durchgeführt werden, sollten nützlingsschonende Mittel wie Teppeki oder Plenum 50 WG eingesetzt werden. Teppeki ist seit April auch an Aubergine, Melone und Tomate im Gewächshaus zugelassen (siehe unten).
Zulassungen (Tabelle siehe nächste Seite)
Am 11. April 2019 wurde die Zulassung des Pflanzenschutzmittels Cyperkill (Zul.-Nr. 006975-00/00) widerrufen. Die Abverkaufsfrist endet am 11.10.2019, die Aufbrauchfrist am 11.10.2020.
Benevia: Notfallzulassung nach Art. 53 vom 09.05.2019 bis 06.09.2019 in Radieschen gegen Kohlfliege. Max. 2 Anwendungen mit 0,76 l/ha im Abstand von mind. 10 Tagen. WF = 14 Tage.
Eradicoat (573,89 g/l Maltodextrin): Zulassung gegen Blattläuse, Weiße Fliege und Spinnmilben in allen Gemüsekulturen im Freiland und im Gewächshaus mit je 20 Anwendungen mit 37,5 l/ha in 200-1000 l Wasser. Wirkung nur bei direktem Kontakt mit dem Schädling. Bienenschutz: B2. WF=WG=F
Synergy Generics Metamitron (700 g/l Metamitron): Zulassung gegen Unkräuter in Rote Bete. Splittingverfahren vor und nach dem Auflaufen mit 3 x 1,65 l/ha bzw. 1 x 2 l/ha und 2 x 1, 5 l/ha. WF=F.
Evure (240 g/l tau-Fluvalinat): Gegen Rapsglanzkäfer in Brokkoli, Rosenkohl. 1 x 0,2 l/ha. WF=7 Tage.
NeemAzal-T/S: Gegen saugende und beißende Insekten an Jungpflanzen und in stehenden Kulturen von Chinakohl und Grünkohl. Jeweils 3 x 2,5 l/ha. WF=28 Tage (Jungpflanzen) bzw. 7 Tage.
Kerb Flo: Gegen Vogel-Sternmiere, einjährige einkeimblättrige Unkräuter. In Dill, Schnittpetersilie, Schnittlauch vor dem Auflaufen. 1 x 1,25 l/ha spritzen mit Einregnen. WF=42 Tage (Dill, Schnittpetersilie) bzw. 70 Tage (Schnittlauch).
In Minze-Arten, Melisse, Schnittlauch, Schnittpetersilie in der Vegetationsruhe (Winter) 1 x 1,25 l/ha. WF=F.
Teppeki: Gegen Blattläuse in Aubergine, Melone, Tomate im Gewächshaus. Ab Befallsbe-ginn 3 x 0,8 g 1,6 g/Ar je nach Pflanzengröße im Abstand von mind. 7 Tagen. WG=1 Tag.

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