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Weinbauinfo Bodensee Nr. 15

Datum: 25.06.2020

Allgemeiner Entwicklungsstand

Von den vielen Möglichkeiten, mit einem Gläschen Wein anzustossen, ist auf die Schönheit eine der Besten. Bis Stand heute haben wir kerngesunde schöne Bestände seitens der Pilzkrankheiten. Und im Beratungsgebiet blühen inzwischen die vielen Einsaaten wie z.B auf der Gemarkung Merdingen, wo flächenstarke Betriebe grosse Flächen eingesät haben. Und dies alles als Nebenergebnis der sowieso fachlichen Notwendigkeit der Bodenverbesserung. Leider sorgt Covid 19 „Corona“ für weniger Anlass auf ein Gläschen Wein. In den frühen Lagen zeigen normal verblühte Anlagen Traubenschluss, ansonsten haben wir sehr verbreitet mischbeerige Trauben vorliegen. Dasselbe Bild zeigt der etwas später verblühte Bodenseeraum. Die alten Standardklone, besonders im Burgunderbereich, präsentieren sich blütefester. Die weinbaulichen Arbeiten laufen auf Hochtouren. Die Wettervorhersage bringt sommerliches Wetter mit Gewitterneigung über das Wochenende, danach wieder trocken. Insgesamt ist die Vorhersage von Niederschlägen eher gering. Es ist mit einer normalen und zügigen weiteren Entwicklung zu rechnen, hoffentlich ohne Störungen.

Zu den Pilzkrankheiten

Es gibt nach wie vor keine Meldungen zu Befallsbildern der Peronospora. Auch zu Oidium ist die Lage ruhig, normalerweise kommen um den aktuellen Entwicklungsstand die ersten Meldungen, sofern Befall vorhanden. Auf Grund der Wettervorhersage kann der auf diese Woche geplante Pflanzenschutz auf das Wochenende geschoben werden. Im Bodenseeraum ist bei günstigem Witterungsverlauf die nächste Behandlung auf das kommende Wochenende einzuplanen. Die Laubwände sind nicht so dicht wie in anderen Jahren, so dass bei der Mittelmenge Basisaufwand x 3,5 beibehalten werden kann.

Zum Einsatz kommen: ein Peronosporakontaktfungizid wie Folpan 80 WDG mit 1,4 kg / ha oder Polyram WG mit 2,8 kg / ha Mittelaufwand. Gegen Oidium nun Mittel wie bevorzugt Dynali mit 0,7 l / ha, Vegas mit 0,42 l / ha oder Kusabi mit 0,26 l / ha Mittelaufwand. Der Zusatz von 2 kg / ha Schwefel zur Unterstützung der Wirkung wird ab nun empfohlen und hilft bei der Kontrolle von Sommergenerationen von Milben.

Zum Einsatz kommen im Bodenseeraum kommende Woche: ein Peronosporakontaktfungizid wie Folpan 80 WDG mit 1,4 kg / ha oder Polyram WG mit 2,8 kg / ha Mittelaufwand. Der Zusatz von Phosphonaten oder Phosphonathaltigen Mittel ist nicht notwendig, zudem schliesst sich das Zeitfenster für deren Einsatz durch das nun laufende Gipfeln. Gegen Oidium nun Mittel wie bevorzugt Dynali mit 0,7 l / ha, Vegas mit 0,42 l / ha oder Kusabi mit 0,26 l / ha Mittelaufwand. Der Zusatz von 2 kg / ha Schwefel zur Unterstützung der Wirkung wird ab nun empfohlen und hilft bei der Kontrolle von Sommergenerationen von Milben.

Für alle Regionen gilt: ein tiefenwirksames Peronosporafungizid ist nur einzusetzen, falls doch regional nach starken Niederschlägen als Schlagregen oder Gewitterregen zum geplanten Pflanzenschutztermin behandelt werden muss. Ab nun ist bei Trauben für den Essgebrauch dringend auf die gesonderte Tafeltraubenzulassung zu achten. Folpan 80 WDG hat wohl eine Tafeltraubenzulassung bekommen, aber der Einsatz ist hier auf vier Anwendungen beschränkt. Junganlagen sind mit zu behandeln.

Wo gewünscht und noch erforderlich, kann die wichtige „Vor – Traubenschlussbehandlung“ nach wie vor umgesetzt werden, im Bodenseeraum sollte man noch zuwarten. Beobachten Sie ihre Anlagen in der Entwicklung sorgfältig, sind die Trauben mischbeerig - locker, kann der Einsatz nach hinten geschoben werden, um die Wirkungsdauer besser auszunutzen. Zum Einsatz kommen: zur Traubenzonenbehandlung ein Botrytismittel wie z.B. Switch mit 0,48 kg / ha, Cantus mit 0,6 kg / ha oder Kenja mit 0,75 kg / ha Mittelaufwand mit gleicher Wirkstoffgruppe, bzw. ebenso Teldor mit 0,8 kg / ha oder Prolectus mit einem Mittelaufwand von 0,6 kg / ha. Der Wasseraufwand beträgt 600 l / ha im Spritz- und 300 l / ha im Sprühverfahren. Gutes Handwerk bei dieser Massnahme bedeutet das Fahren jeder Gasse.

Bitte beachten Sie grundsätzlich die aktuellen Anwendungsbestimmungen und die Gebrauchsanleitung!

Zu den tierischen Schädlingen

Es gibt keine besonderen Auffälligkeiten. Brennnesseln in der Rebenumgebung sollten in den kommenden Wochen nicht beseitigt werden, damit die Windenglasflügelzikade möglichst nicht auf Reben abwandert. Denken Sie an den Köderwechsel in den Fallen zum Traubenwicklerflug und die Durchführung der Kontrolle, der Flug läuft ausserhalb von Pheromongebieten.

Weinbauliche Hinweise
Bei laufenden Entblätterungsmassnahmen muss auf die Temperaturen geachtet werden, da wir uns immer mehr in einem kritischen Zeitfenster bewegen. Bei über 30°C wird es empfindlich, ab 35°C kritisch mit Sonnenbrand. Der Einsatz von Epso Top mit 12 – 15 kg / ha, ergänzt mit 0,5 kg / 100 l Spritzbrühe Harnstoff ist noch möglich, nach dem Traubenschluss sollte Harnstoff aber auf Grund zunehmender Botrytisgefahr ausgesetzt werden. Gleiches gilt für die mechanische Unterstockbodenbearbeitung, die durch die frühe Entwicklung bis Mitte Juli soweit abgeschlossen sein sollte, dass es bis nach der Lese hält. Es wird weiterhin empfohlen, noch offene Gassen und Junganlagen einzusäen.

Sonstige Hinweise

Für die Abwicklung der U+U – Kontrollen sollten ausstehende Rechnungen für Jungreben eingefordert und umgehend beim zuständigen Landwirtschaftsamt eingereicht werden. Achten Sie auf die Flächenangaben, um Sanktions bedrohte Überbeantragungen zu vermeiden.

Sofern nicht anderst erforderlich erfolgt das nächste Weinbauinfo am 02.07.2020.



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