Pflanzenschutzmeldung_Ackerbau_Nr. 15

Informationsdienst Pflanzenbau und Pflanzenschutz
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft

05.10.2021

Raps
Der Winterraps ist mit einigen Ausnahmen, gleichmäßig aufgelaufen und mittlerweile sind die Pflanzen im Vier- bis Sechsblattstadium angekommen. Der Raps sollte in Rosettenform mit 8 bis 10 Blättern überwintern, sofern noch nicht geschehen wird eine einkürzende Maßnahme empfohlen. Carax und Toprex bringen die stärkste Wirkung. Bor kann zugemischt werden, es verbessert die Krankheitsresistenz und Winterhärte der Pflanzen.
Rapserdflohfänge zeigen sich vereinzelt in den Gelbschalen, im Raum Neuenburg wurde die Schadschwelle von 50 Käfern in drei Wochen nahezu in einer Woche erreicht, was auch die Lochfrass-schäden an den kleinen Pflanzen zeigen. Deshalb weiterhin die Bestände und die Gelbschalen überprüfen.
Den Bekämpfungserfolg des eingesetzten Herbizides kontrollieren und im Bedarfsfalle noch fällige Maßnahmen durchführen. Gegen Ausfallgetreide und Gräser stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, bitte beachten, die Aufbrauchfrist für Gallant Super läuft am 30.06.2022 aus.

Wintergerste
Die Wintergersteaussaat hat begonnen, Bodenfeuchte ist günstig beim Einsatz von Bodenherbiziden. Zum Zweiblattstadium der Unkräuter und Ungräser können Mittel wie Herold SC, Malibu, Cadou Pro Pack verwendet werden. Beim Einsatz von Boxer (Prosulfocarb) oder Stomp-präparaten (Pendimethalin) sind Auflagen wie, Wasseraufwandmenge 300 l/ha, Windgeschwindigkeit max. 3 m/s und abdriftmindernde Düsen von 90 % zu beachten.
Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen, muss die Behandlung in den späteren NA verschoben werden. Ab dem Zwei- bis Drei-Blattstadium der Kultur haben sich Kombinationen aus Blatt- und Bodenwirkung für den Herbizideinsatz bewährt.
Das neu zugelassene Mateno Forte Set hat neben Gräserwirkung (Windhalm, Rispe, Ackerfuchsschwanz) auch eine gute Wirkung gegen einjährige, zweikeimblättrige Unkräuter wie z.B. Ehrenpreisarten, Kamille und Klettenlabkraut. Die Gewässerabstandsauflagen sind zu beachten. Die Anwendung von CTU- haltigen Mitteln ist auf drainierten Flächen verboten.
Bei günstiger Witterung, ist die Herbizidmaßnahme im Herbst vorteilhafter als im Frühjahr, da die Ungräser und Unkräuter noch kleiner sind und damit besser erfasst werden.
Ein Insektizid-einsatz gegen Blattläuse, wird im Bedarfsfalle, ab dem Zwei- bis Dreiblattstadium der Gerste, nach einer Feldkontrolle empfohlen.
Kein Einsatz von Herbiziden, bei zu erwartender Nachtfrostgefahr.
Pflanzenschutzanwendungsverordnung
Durch die seit Anfang September gültige Pflanzenschutzanwendungsverordnung ist der Einsatz von glyphosat-haltigen Produkten in allen Wasserschutz-, ogl- und Heilschutzgebieten nicht mehr möglich. Unter https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de können die genauen Abgrenzungen eingesehen werden.

Maisstoppel zeitig nach der Ernte schlegeln
Innerhalb von wenigen Tagen nach der Maisernte sollte die Restpflanze gründlich geschlegelt werden. Damit wird erstens, die stängelabwärts wandernde Maiszünslerlarve erfasst und beseitigt, bevor sie im Wurzelstrunk einwintert. Nach der Schlegelarbeit ist eine anschließende Pflugfurche sinnvoll.
raphael.maurath@lkbh.de

 

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