Ackerbau_Pflanzenschutzmeödung_Nr. 12

KW 27
09.07.2020

Wintergetreide

Die Wintergerste ist überwiegend in der Vollreife, in Kürze wird die Ernte anlaufen, dazu braucht es aber noch einige sonnige Tage. Durch heftige Gewitter und Niederschläge sind lokal ausgedehnte Lager auf den Getreideflächen aufgetreten. Trotz applizierter Fungizid-maßnahmen sind je nach Sorte und Witterung Braunrost- und Septoriabefall aufgetreten. Auch Ährenfusarium zeigt sich an einzelnen Ährchen, zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Be-handlung nicht mehr möglich.
Treten in Getreidebeständen massiv, Problemunkräuter auf wie z.B. Quecken, Zaunwinden, Klettenlabkraut oder Disteln und andere auf, so ist eine generelle Vorerntebehandlung mit einem Totalherbizid unzulässig. Eine Anwendung von Glyphosat zur Arbeitserleichterung (Druschoptimierung) entspricht nicht der guten fachlichen Praxis und ist seit dem 21.05.2014 verboten.
Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurch-wuchs oder Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist (WA 700 bzw. WA 701).
Deshalb beim Mähdrusch die maximale Blattmasse der Unkräuter und Ungräser stehen lassen, um damit eine gute Voraussetzung für die spätere Spritzung auf der Stoppel zu schaffen. Bei der Anwendung von Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln ist ein Ab-stand von 40 Tagen zwischen den Spritzungen einzuhalten. Und zwar für den Fall, dass der Gesamtaufwand von zwei aufeinander folgenden Spritzungen mit glyphosat-haltigen Produkten die Summe von 2,9 kg Glyphosat/ha überschreitet.

Maiszünslerbekämpfung
In der Kw 26 stand die Ausbringung der Trichgramma-Schlupfwespen im univoltinen Gebiet (eine Maiszünslergeneration) an.
In Kürze werden die ersten Räupchen schlüpfen. Für eine chemische Behandlung sind die Insektizide Steward (B1) und Coragen (B4) zugelassen. Erst nach dem Larvenschlupf ist eine nachhaltige Wirkung zu erwarten, für eine gute Benetzung mindestens 300 l/ha Was-ser einsetzen. Der begrenzende Faktor für die Insektizid-ausbringung mit einem herkömmli-chen Traktor ist die Wuchshöhe des Maises. Um Schäden vorzubeugen, sollte, sofern die Befahrbarkeit gegeben ist, die Behandlung in den Nachmittag - oder Abendstunden durch-geführt werden, weil die Maisstängel dann elastischer sind und nicht so leicht brechen.
Sofern ein Stelzenschlepper eingesetzt werden kann, sollte der Ausbringungszeitpunkt des Insektizides zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.

Maiswurzelbohrer

Da der Mais noch immer im Vergleich zu Vorjahren einen Vegetationsrückstand hat, wird die Ausbringung der Pheromon-fallen zur Überwachung des Käferfluges erst ab Mitte Juli starten. Im Landkreis werden ca. 110 Fallen aufgestellt und wöchentlich kontrolliert, um ei-nen Überblick über das Käferaufkommen der Maisanbauflächen zu erhalten.

Sojabohnen

Insgesamt sind die Sojabohnenanbauflächen gut entwickelt und teilweise schon in der Blü-te. Jetzt gilt es auf Distelfalter zu achten, kontrollieren sie ihre Bestände. Nur bei einem star-ken Befall kann mit dem Präparat Karate Zeon, eine Bekämpfung durchgeführt werden. Die Schadschwelle liegt bei ca. 20 Raupen je laufenden Meter oder bei ein bis zwei Befallsnes-tern je 100 m².

Pflegeverbotszeitraum
In der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni ist das Mähen oder Zerkleinern des Aufwuchses auf brachliegendem Acker- und Dauergrünland einschließlich ÖVF verboten. Seit dem 1. Juli können nun stark verunkrautete Stilllegungsflächen bei Bedarf geschröpft oder ge-mulcht werden.

Maurath



 

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