Weinbauinfo Markgräflerl. Nr. 5

Allgemeine Situation:

Bedingt durch die für den April anhaltend ungewöhnlich tiefen Nachttemperaturen und auch die eher bescheidenen Tagestemperaturen kam die Rebenentwicklung außergewöhnlich langsam voran. In mittleren Lagen beobachtet man bei den nicht durch Frost geschädigten Knospen derzeit gerade mal gut „Knospenschwellen“. Wir liegen damit eine Woche hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück.

Ich habe den Eindruck, dass die Frostphase 13. – 17. April, nur auf einzelnen Gemarkungen zusätzliche Frostschäden verursacht hat.

Die mittelfristige Wettervorhersage erwartet für die kommenden 10 Tage recht stabiles und weitgehend trockenes Wetter. Bei viel Sonne wird es tagsüber recht warm, nachts bleibt es aber weiterhin sehr frisch.

Damit wird die Entwicklung der nicht frostgeschädigten Knospen/Triebe weiterhin eher langsam vorankommen. Ob in den erfrorenen Anlagen die Beiaugen intakt sind, wird sich erst in 14 Tagen zeigen.

Rebschutz: Kräuselmilben: In zwei bis vierjährigen Anlagen, wo der Frost noch was übriggelassen hat, ist, falls noch nicht geschehen, jetzt zum Wochenende hin eine Austriebsbehandlung (Mittelempfehlung siehe zurückliegende Weinbauinfos) sinnvoll und auch mit Ölzusatz noch möglich.

Schwarzfleckenkrankheit: Auf Grund der vorhergesagten trockenen Witterung und dem geringen Vorjahresbefall ist eine Behandlung gegen die Schwarzfleckenkrankheit derzeit nicht notwendig.

Aufzeichnungspflicht: Der Integrierte Pflanzenschutz ist bereits seit fast 40 Jahren Bestandteil unserer weinbaulichen Produktion. Damit der „Papiertiger“ in der Landwirtschaft größer und nicht kleiner wird, ist ab dem Jahr 2021 vorgesehen, die Einhaltung, bzw. Durchführung des Integrierten Pflanzenschutzes im Rahmen des landwirtschaftlichen Fachrechtes bundesweit zu kontrollieren. Hierzu wurde bundesweit eine erläuternde Broschüre verfasst und ein Fragebogen mit Grundsätzen des Integrierten Pflanzenschutzes entwickelt. Im Rahmen der Fachrechtskontrollen wird bei Betriebskontrollen die Einhaltung des Integrierten Pflanzenschutzes abgefragt. Aus Rheinland – Pfalz kam hierzu eine „Ausfüllhilfestellung“, die leicht angepasst zusammen mit dem Fragebogen als Anhang beigefügt ist. Die landwirtschaftlichen Betriebsleiter haken dazu die von ihnen durchgeführten Maßnahmen im Fragebogen ggf. zusammen mit Hilfe der kontrollierenden Person ab. Der ausgefüllte Fragebogen verbleibt auf dem Betrieb und ist zusammen mit den Pflanzenschutzunterlagen aufzubewahren. Im Falle einer Betriebskontrolle wird im Protokoll vermerkt, dass die Abfrage des integrierten Pflanzenschutzes stattgefunden hat.

Bodenpflege und Düngung: Die derzeitige April-Wasserbilanz liegt deutlich hinter dem Durchschnitt zurück und die Wettervorhersage erwartet bis zum Monatsende keine gravierende Änderung. Tendenziell steuern wir, aus heutiger Sicht, erneut auf ein eher trockenes Frühjahr hin. Viele Winzer haben bereits mit einer flachgründigen Bodenbearbeitung, oft zusammen mit einer Begrünungseinsaat, reagiert. Für die mineralische Stickstoffdüngung ist es jetzt immer noch zu früh! Bitte beachten Sie, dass in den stärker frostgeschädigten Anlagen eine geringere Triebzahl und insbesondere auch ein zu erwartender geringerer Ertrag auch deutlich weniger Wuchskraft erfordert. Eine Bodenbearbeitung sollte in stärker geschädigten Anlagen daher eher unterbleiben und die Stickstoffdüngung reduziert werden, oder ganz unterbleiben.

Stockarbeiten: Da insbesondere zweijährige Anlagen vom Frost besonders stark betroffen sind und wir, aus der Erfahrung von 2011 wissen, dass am zweijährigen Holz (geplantes Stämmchen) auch Holzschäden sehr wahrscheinlich sind, sollte bei zweijährigen Anlagen, wo der Rebschnitt noch nicht erfolgt ist, mit dem endgültigen Rebschnitt bis zum 3-4 Blattstadium gewartet werden. Eventuell müssen Reben mit Holzschaden vom Pfropfkopf neu aufgebaut werden.

Termine:

1. Der Badische Weinbauverband und der BLHV veranstalten zusammen am Freitag, dem 23.04.2021 von 19:00 bis 21:00 Uhr eine Onlineveranstaltung mit dem Thema „BLHV-Einblicke: Vitale Böden im Weinbau – Perspektiven aus Theorie und Praxis“. Das Programm und den Zugangslink können sie dem beigefügten Flyer entnehmen

2. Das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg lädt für Montag, 26. April, 19.00-20.00 Uhr ein zu einem Online-Vortrag zum Thema „Neue Erkenntnisse zu sortentypischen Aromastoffen der Rebsorte Souvignier gris“ ein. Referent ist Benedikt Grein (Leiter des Versuchskellers am WBI Freiburg). Der Vortrag findet über Cisco Webex statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung umgehend an johanna.heinkele@wbi.bwl.de. Den Link zum Meeting erhalten Sie nach der Anmeldung per Mail.

Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 29. April.

 

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