Pflanzenschutzmeldung Ackerbau Nr. 7

Informationsdienst Pflanzenbau und Pflanzenschutz
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft

21. April 2021

Wintergetreide

Die Wintergerste ist im Stadium EC 33 – 37, lokal sind Infektionen von Blattflecken (Rynchosporium) sichtbar. Im vergangenen, warmen Frühjahr war die Wintergerste zu diesem Zeitpunkt bereits beim Grannenschieben. Jetzt müssen die Bestände beobachtet werden und bis zum Grannenspitzen ist eine Pilzbekämpfung einzuplanen. Bei Nachtfrostgefahr sollte ein Trinexapac-Wachstumsregler nicht zum Einsatz kommen, günstig sind Tagestemperaturen über 10°C und wüchsige Bedingungen. Beim Einsatz von Fabulis, MedaxTop oder Prodax ist eine vergleichsweise rasche Anfangswirkung zu erwarten.

Roggen- und Triticalebestände sind in EC 33, im Dreiknotenstadium. Nach dem ISIP-prognose-modell sollte jetzt in Roggen und Triticale auf Mehltau und Rostkrankheiten geachtet werden.

Der Winterweizen ist im Zwei- bis Dreiknotenstadium. Insgesamt sind die Bestände noch gesund, in geringem Umfang wurde Septoria tritici festgestellt. Laut Wetterprognose ist mit zunehmender Erwärmung, jedoch kaum Regen zu erwarten. Auf gut versorgten Standorten kann der Einsatz eines Wachstumsreglers bei reduziertem Aufwand und frostfreien Nächten in Betracht gezogen werden.

Sommergerste

Die Sommergerste ist im Stadium Mitte bis Ende Bestockung. Lokal sind Unkräuter wie Ehrenpreis, Kamille, Vogelmiere, Gänsefuß u.a. schon vorhanden. Bei der guten Befahrbarkeit der Flächen und dem derzeitigen Entwicklungsstadium der Verunkrautung würde sich eine mechanische Bereinigung mit dem Striegel anbieten. Ist das Stadium der Unkräuter schon zu weit oder sind verstärkt Wurzelunkräuter vorhanden, kann auch ein Herbizid zum Ende der Bestockung eingesetzt werden. Die Auswahl des Herbizides an der Leitverunkrautung ausrichten. Noch ist die Sommergerste gesund, deshalb kann mit der Fungizid-behandlung noch abgewartet werden.

Mais
Die Körnermaisaussaat geht aufgrund der kalten Bodentemperaturen nur schleppend voran. Ideal sind 8 – 10°C Bodentemperatur, die Ablagetiefe sollte über den kapillaren Wasseranschluss, Zugang zum feuchten Bodenhorizont ermöglichen.
Grundsätzlich sind auf schweren Böden 3 – 4 cm Ablagetiefe und bei leichteren Böden 5 – 6 cm anzustreben. Eine zu flache Ablage birgt das Risiko, dass das Korn trocken liegt und austrocknet, was im Jahre 2020 teilweise aufgetreten ist. Darüber hinaus können auch Herbizide, Korn und Keimling schädigen.
Eine zu tiefe Ablage sichert in Trockenjahren zwar die Wasserverfügbarkeit im Boden. Es bedeutet aber auch einen besonderen Kraftaufwand für den Keimling die Bodenoberfläche zu durchstoßen und ist ggf. länger Auflaufkrankheiten und Bodeninsekten ausgeliefert.
Feinkrümeliger und feuchter Boden sollten für den Einsatz von Vorauflaufherbiziden gegeben sein, um den erwünschten Herbizidfilm zu erzeugen. Klassische VA-präparate sind Quantum, Adengo oder Spectrum Aqua-Pack. Wurzelunkräuter wie z.B. Ampfer oder Winde sowie Wurzelungräser, wie Quecke werden im NA besser erfasst. Im frühen NA, im Zwei - Vierblattstadium des Mais, sollte bei warmen Temperaturen behandelt werden. Kombinationen wie Laudis + Spectrum oder Elumis + Peak + Dual Gold oder Task +FHS + Stomp Aqua oder Maister Power bieten sich an. Diverse Auflagen sind zu beachten, so auch Terbuthylazin-haltige Mittel wie Aspekt, Gardo Gold, Calaris u.a. sind im Wasserschutzgebiet verboten und werden außerhalb von W-gebieten auf durchlässigen Böden nicht empfohlen. Auch in diesem Jahr werden Herbizid-kontrollen durchgeführt.

raphael.maurath@lkbh.de

 

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