Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 2

Allgemeine Situation:

Der kühle März, der um 0,8°C unter dem langjährigen Durchschnitt liegt, hat die Natur insgesamt zurückgehalten. Auch wenn die „Frühblüher“ und auch viele Obstbäume durch die derzeit sehr warmen Temperaturen jetzt schlagartig mit der Blüte starten, insgesamt gesehen liegt der Vegetationsstand derzeit ungefähr im langjährigen Durchschnitt. Die Reben beginnen zu „Bluten“ und die Knospen langsam zu schwellen. Obwohl der Februar und auch jetzt der März bezüglich der Niederschläge leicht unterdurchschnittlich sind, können die Böden noch von regenreichen Januar zehren, so dass die Bearbeitbarkeit der Böden im Markgräflerland derzeit eigentlich optimal ist.

Die Meteorologen erwarten bis Ostern trockenes und warmes Frühlingswetter, aber nach Ostern dann wieder kühles Schauerwetter (Aprilwetter). Dementsprechend wird die Natur ab nächster Woche eher gebremst vorankommen.

Rebschutz:

Traubenwickler: Die Temperatursumme für die Flugbereitschaft der Heuwurmmotten steigt derzeit zwar rasant an. Da es nach Ostern jedoch wieder frischer werden soll, ist mit dem Mottenflugbeginn nicht vor dem 12. April zu rechnen. Ausbringung der Pheromone ist überall in vollem Gange und sollte bis zum 10. April abgeschlossen sein. Auch die Pheromonfallen sollten bis zu diesem Datum aufgehängt werden. Dies gilt sowohl für die Kontrolle der Pheromongebiete, als auch für die „Nichtverwirrungsgebiete“.

Kräuselmilben: Auf Grund fehlendem/unzureichendem Raubmilbenbesatz ist in 2-4jährigen Anlagen der Befallsdruck durch die Kräuselmilben besonders hoch. Deshalb wird für solche Anlagen eine Kräuselmilbenbekämpfung angeraten. Der wirkungsvollste Bekämpfungstermin gegen die Kräuselmilben ist beim Beginn der Auswanderung, diese ist in der Regel kurz vor dem „Wollestadium“. Die Temperatursumme für die Risikoberechnung zum Wanderungsbeginn der Kräusel- und Pockenmilben (siehe unter www.vitimeteo.de ) liegt derzeit bei knapp 200°, so dass derzeit und auch die kommenden Tage noch keine Austriebsbehandlung notwendig ist. In Anbetracht der mittelfristigen Wettervorhersage rechne ich erst ab dem 10./12. April mit dem Wanderungsbeginn. Bei „älteren“ Ertragsanlagen ist eine Behandlung gegen die Kräuselmilben in der Regel nicht notwendig.

Für diese Austriebsspritzung empfehlen wir Netzschwefel mit 3,6 kg/ha kombiniert mit einem Ölpräparat wie z.B. Para Sommer (4l/ha), oder Micula (8l/ha). Mit dieser Spritzung werden auch Pockenmilben miterfasst. Die Zumischung eines weiteren Fungizides, z.B. gegen Schwarzfleckenkrankheit, ist bei dieser Behandlung aber unnötig. Für einen guten Bekämpfungserfolg sollte die Temperatur bei der Ausbringung über 10°C sein und auf eine gute Spritzqualität (tropfnass spritzen, nicht sprühen) geachtet werden.

Knospenschädlinge: Durch die zurückliegend warmen Frühjahre ist die Aktivität der Knospenschädlinge etwas angestiegen, auch auf Flächen, wo es zurückliegen mit den Knospenschädlingen keine Probleme gab. Achten Sie deshalb, nicht nur in den bekannten Befallslagen, ab sofort auf typische Befallssymptome. Anlagen mit Strohabdeckung sind besonders gefährdet. Befallsmeldungen sind bisher noch nicht eingegangen.

Die Bekämpfung ist grundsätzlich nicht einfach. Einen guten Bekämpfungserfolg erzielt man durch Absammeln der Schädlinge, Rhombenspanner tagsüber, Erdraupen nach Einbruch der Dunkelheit. Gegen Rhombenspanner und auch gegen die Erdraupen ist das Insektizide Mimic (0,2l/ha; B 4) zugelassen. Wichtig ist, dass der ganze Rebstock intensiv behandelt wird. Die ebenfalls zugelassenen Mittel Steward und Spintor sind, auf Grund ihrer Bienengefährlichkeit, im Hinblick des blühenden Unterwuchses –gerade im Unterstockbereich – vom Einsatz her problematisch.

Schwarzfleckenkrankheit: Erst ab Erscheinen des ersten Grüns (Knospenaufbruch) sind bei anhaltender Blattnässe, insbesondere in Anlagen mit Vorjahresbefall, Infektionen durch die Schwarzfleckenkrankheit möglich. Insgesamt sieht man in den Anlagen aber kaum Vorjahresbefall, so dass eine Behandlung in diesem Jahr wenig sinnvoll ist.

Herbizidausbringung: Ich möchte noch einmal dringend darauf hinweisen, dass eine Herbizidbehandlung auf nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen (z.B. Straßen, Wegen und Böschungen) verboten ist. Halten Sie auch ausreichend Abstand zu ökologisch arbeitenden Betrieben. Unsachgemäße Anwendung ist gesetzwidrig und schädigt gleichzeitig auch den Weinbau in seiner Außendarstellung!

Bodenpflege: Derzeit herrschen gute Bedingungen für die mechanische Unterstockpflege, für die Saatbeetvorbereitung und auch für die Einsaat selber. Achten Sie auf gute Rückverdichtung mittels Walze. Für die mineralische Stickstoffdüngung ist es jetzt noch zu früh!

Umstrukturierung Pflanzjahr 2022 – Achtung Änderung!

Beim Förderverfahren „Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen“ wird aufgrund EU-rechtlicher Vorgaben der Antragszeitraum für das Stellen der Förderanträge ab dem Durchführungs-/Anpflanzungsjahr 2022 vorverlegt. Die Antragsfrist für das Durchführungs-/Pflanzjahr 2022 wird der 31. August 2021 (Ausschlussfrist) sein. Anträge werden rechtzeitig vorher zur Verfügung stehen.

Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 8. April.

 

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