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Pflanzenschutzmeldung Ackerbau Nr. 19_2020

Datum: 15.10.2020

Informationsdienst Pflanzenbau und Pflanzenschutz
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft

14.10.2020

Herbizideinsatz in Wintergetreide
Die Maisernte geht dem Ende entgegen. Die Fruchtfolgeauflage gilt weiterhin von 2017 bis vorläufig 2022, d.h. auf jeder Ackerfläche darf innerhalb von drei Jahren maximal zweimal Mais und einmal eine Nichtmaiskultur angebaut werden. Winterweizen kann in den nächsten Wochen noch bis Ende November bei günstigen Bedingungen ausgesät werden.
In Mais wurden bislang viele Blattläuse gesichtet, d.h. es ist damit zu rechnen, dass die Blattläuse auf das noch stehende Ausfallgetreide, bzw. auf das ausgesäte Wintergetreide übersiedeln. Deshalb besteht für das auflaufende Getreide ein erhöhtes Infektionsrisiko, durch das Gelbverzwergungsvirus. Den besten Überblick für einen nötigen Spritztermin erhält man über die Mittagszeit an einem sonnigen Tag, wenn man auf dem Getreidefeld die Aktivität der Blattläuse beobachtet.
Wintergersteaussaat hat bereits begonnen, aufgrund der Bodenfeuchte ist der Einsatz von Bodenherbiziden im Moment günstig. Im Zweiblattstadium der Unkräuter und Ungräser können Mittel wie z.B. Carpatus SC, Herold SC oder Boxer Cadou SC Pack eingesetzt werden. Beim Einsatz von Boxer (Prosulfocarb) oder Stomp-präparaten (Pendimethalin) sind folgende Auflagen zu beachten.
- Wasseraufwandmenge 300 l/ha
- Windgeschwindigkeit max. 3 m/s
- abdriftmindernde Düsen 90 %
Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen, muss die Behandlung in den späteren NA verschoben werden. Bei der Anwendung von CTU- haltigen Mitteln ist darauf zu achten, dass der Einsatz auf drainierten Flächen verboten ist. Bei günstiger Witterung, ist die Herbizidmaßnahme im Herbst vorteilhafter als im Frühjahr, da die Ungräser und Unkräuter noch kleiner und damit besser erfasst werden. Kein Einsatz von Herbiziden, bei zu erwartender Nachtfrostgefahr.

Raps
Der Raps ist im 8 bis 10 Blattstadium und überwiegend sehr gleichmäßig entwickelt. Bei Beständen im Vier – Sechsblattstadium kann, sofern noch nicht geschehen eine fungizide, einkürzende Maßnahme durchgeführt werden. Bor kann zugemischt werden, es verbessert die Krankheitsresistenz und die Winterhärte der Pflanzen. Der Rapserdfloh und die Schnecken haben bis jetzt keine nennenswerten Schäden verursacht, lokal zeigen sich jedoch Frassschäden durch die Larve der Rübsenblattwespe. Deshalb die Bestände weiterhin überprüfen und im Bedarfsfalle einsetzen.

Maisstoppel zeitig nach der Ernte schlegeln
Innerhalb von wenigen Tagen nach der Maisernte sollte die Restpflanze gründlich geschlegelt werden. Damit wird die stängelabwärts wandernde Maiszünslerlarve beseitigt, bevor sie im Wurzelstrunk einwintert. Eine bodennahe Schlegelarbeit ist sinnvoll, auf sehr steinigen Feldern ist jedoch Vorsicht geboten. Eine flache Einmischung des Maisstrohes in den Boden fördert den Rottenprozess zusätzlich.

Sperrfristverschiebung für das Ausbringen von N-haltigen Düngemitteln
Auf Grünland wurde die Sperrfrist für das Ausbringen von Düngemittel mit wesentlichem N-gehalt für die Berggebiete des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald in diesem Herbst auf 15. November bis 14. Februar 2021 verschoben.


raphael.maurath@lkbh.de

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