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Weinbauinfo-Nr. 23-2020

Datum: 30.09.2020

Datum: 


Agenda      Herbstbericht
                   Umstrukturierung
 
 
Herbstbericht 2020

Das Jahr 2020 begann mit sehr geringen Winterniederschlägen und deutlichen höheren Durchschnittstemperaturen als das langjährige Mittel. Nur sehr wenige Frosttage von Januar bis März und überdurchschnittlich viele Sonnentage führten im April zu einen ca. 10 Tage früheren Austrieb der Reben zwischen dem 8-12. April am Kaiserstuhl. Die Nachtfröste vom 14./15. April (-2,0 °C) führten zu geringen Schäden in den bekannten spätfrostgefährdeten Lagen, verdeutlichten jedoch die hohe Frostgefahr über die Zeit der Eisheiligen.
Fehlende Niederschläge und abkühlende Temperaturen von Anfang bis Mitte Mai reduzierten das Wachstum der Reben und ermöglichte den Winzerbetrieben die Ausbrecharbeiten zu forcieren. Mit nur vereinzelten Frostschäden gingen die Frostnächte zwischen dem 11-13. Mai am Kaiserstuhl (bis – 1,8°C) vorbei. Die parallel erfolgten Niederschläge (ca. 25 mm) brachten die stockende Vegetation in Schwung und führten zu einem frühen Blütebeginn ab Ende Mai. Schon nach Pfingsten (03.-05. Juni) befanden sich die mittleren Lagen in der „abgehenden Blüte“ und hatten einen 14-tägigen Vegetationsvorsprung. Das Blüteergebnis war von mittleren Verrieselungen geprägt. Die gute Niederschlagsverteilung im Juni führte zu einer sehr guten Entwicklung der Reben.
Der Krankheitsdruck in der Vegetation 2020 war von Anfang an nur gering durch die Peronospora bestimmt. Aber der echte Mehltau (Oidium) hatte witterungsbedingt sehr gute Infektionsbedingungen. Dies war für viele Winzer am Kaiserstuhl eine neue Erfahrung. Kurze Spritzabstände (+/- 10 Tage), obwohl die Peronosporainfektionsgefahr witterungsbedingt (trocken-heißes Wetter) sehr gering war. Die Empfehlungen der Weinbauberatung wurden diesbezüglich hinterfragt und entsprechend diskutiert. Erst der sichtbare Befall durch Oidium ab Mitte Juli bestätigten die Befürchtungen. Besonders Cabernet Dorsa, Müller-Thurgau, Chardonnay und Silvaner zeigten je nach Lage und Pflanzenschutzstrategie mittleren bis starken Befall. Hier waren zusätzliche Behandlungen und Handarbeit erforderlich um den möglichen Schaden zu begrenzen.
In den frühen Lagen und bei entsprechend regulierten Erträgen wurde ab Ende August mit der Lese begonnen. Insgesamt war ab dem 07. September die „Physiologische Reife“ auch geschmacklich über alle Sorten geleichzeitig erreicht. Dies führte bei zunehmend hohen Tagestemperaturen über 30°C ab dem 14.09. zum Einschrumpeln der Traubenbeeren und zum sichtbaren Gewichtsverlust bei gleichzeitig sprunghaftem Anstieg der Öchslegrade über die 100° Marke bei den Burgundersorten. Trotz sehr gesunder Trauben entstand eine enorme Herbsthektik, die insbesondere die Lohnunternehmer und Fahrer der Traubenvollernter zu spüren bekamen. Innerhalb 2 Wochen wurden 80% der Trauben am Kaiserstuhl geerntet. Dies war nur durch viele Nachtschichten der Lesemaschinen zu bewerkstelligen. Ein großes Lob für diese Leistung. Mit ausschließlicher Handlese wäre der Jahrgang 2020 nicht termingerecht zu ernten gewesen!
Insgesamt ein mengenmäßig kleinerer Jahrgang mit herausragender Traubenqualität. Wir können uns jetzt schon auf diese spannenden Weine freuen.
 
 
Umstrukturierung
Als Anlage erhalten Sie den Umstrukturierungsantrag für das Durchführungsjahr 2021. Wir sind früh dran und bitte Sie Ihre akribisch ausgefüllten Anträge baldmöglichst auf dem Postweg an uns zu senden. Aufgrund der derzeitigen Situation ist das Landwirtschaftsamt für Besucher nicht geöffnet. Wir bieten Ihnen aber an Ihren Antrag vor Versand persönlich über die telefonische hotline 0761-2187 5895 mit unseren Sachberarbeiterinnen durchzusprechen. Erfahrungsgemäß werden viele Anträge erst kurz vor dem 31.12. (Ausschlussfrist) eingereicht. Mögliche Fehler können dann nicht mehr behoben werden und führen zur Ablehnung des Antrags. Dies wollen wir verhindern und bitten Sie Ihre Anträge so zeitig wie möglich einzureichen.
 
Pflanzrechte
Derzeit noch gültige Wiederbepflanzungsrechte, von Flächen, die vor dem 31.12.2015 gerodet worden sind, verfallen, wenn nicht bis zum 31.12.2020 ein Antrag auf Umwandlung beim Regierungspräsidium gestellt wird. Sprechen Sie hierzu mit dem zuständigen Sachbearbeiter Herr Zipf, RP Freiburg, Tel: 0761-2081292.
 
Sachkundegrundlehrgang
Die Weinbauberatung am Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald
plant diesen Winter, vorbehaltlich möglicher Einschränkungen durch Corona, einen gemeinsamen Grundlehrgang zur Erteilung der Sachkunde im Pflanzenschutz. Es ist geplant Mitte Januar mit dem Lehrgang zu beginnen. In der Regel sind 6 Schulungsabende und 1 Prüfungstag vorgesehen.
Um in die Raumplanung einzusteigen und das Interesse (Anzahl der Teilnehmer) abschätzen zu können bitten wir um verbindliche Anmeldung (Name, Adresse, Geburtsdatum, Geburtsort, Telefonnummer, e-mail) unter tobias.burtsche@lkbh.de oder per Fax unter 0761-2187 775858.
Für weitere Fragen stehen wir gerne auch telefonisch unter 0162-2550680 zur Verfügung.
 
Pheromondispenser einsammeln
Bitte sammeln Sie die ausgedienten Pheromondispenser in ihren Rebanlagen ein. Die fachgerechte Entsorgung sollte über die Pamira- Sammelstellen laufen. Entsprechende Termine können Sie unter www.Pamira.de einsehen.
 
 
Diese Information wird nicht auf den Anrufbeantworter gesprochen.
 
Tobias Burtsche
Weinbauberatung Kaiserstuhl im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

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