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Pflanzenschutzmeldung Ackerbau Nr. 17_2020

Datum: 23.09.2020

Informationsdienst Pflanzenbau und Pflanzenschutz
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft

23.09.2020

Winterraps
Die Rapsaussaat ist aufgelaufen und hat bereits im 4 bis 5 Laubblätter ausgebildet. Lokal ist verstärkt Ausfallgetreide aufgelaufen, das nun vorrangig bereinigt werden sollte. Bei der Mittelauswahl im Nachauflauf sollten neben Ausfallgetreide, auch sonst auftretende Ungräser sicher erfasst werden.
Sofern noch nicht geschehen, Gelbschalen aufstellen und idealerweise leicht in den Bodenversenken, um die Erdflohaktivität besser realisieren zu können. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Spargel-, oder Gründüngungskulturen angrenzen. Im Auflaufstadium sind die kleinen Rapspflanzen besonders empfindlich gegen Fraßschäden von Erdflöhen, sie sind leicht am typischen Lochfrass auf den Blättern zu erkennen, deshalb in kurzen Abständen die Bestände überprüfen. Erst wenn die SchadschweIle überschritten ist, d.h. wenn 10 % der Blattfläche zerstört oder 50 Erdflöhe innerhalb von drei Wochen in der Gelbschale vorgefunden werden, sollte am Morgen eine Insektizidbehandlung durchgeführt werden. Im Bedarfsfalle ein Pyrethroid, bienenungefährlich, mit B4-status einsetzen. Noch sind in Baden-Württemberg keine Resistenzen beim Erdfloh aufgetreten, wohl aber in anderen Bundesländern. Deshalb unbedingt die Schadschwelle einhalten, um die Wirkung der Pyrethroide auf Dauer aufrecht zu erhalten.
Damit der Raps nicht zu üppig in den Winter geht, sollte im 4 – 6 Blattstadium ein wachstums-reduzierendes Fungizid zugemischt werden, um einen Zusatzeffekt gegen Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) zu erreichen.
Für den Fall, dass bienenungefährliche B4 eingestufte Pyrethroide wie z.B. Karate Zeon, Hunter, Nexide oder Lambda WG, mit einem Azol-fungizid gemischt werden, ändert sich die Einstufung der Bienengefährdung von B4 auf B2. Dann muss die Applikation abends, nach dem täglichen Bienenflug bis 23 Uhr erfolgen. Ein Bordünger kann zugemischt werden.

Wintergetreide in die Maisfruchtfolge einplanen
Gesunde und widerstandsfähige Sorten, mit guten Bewertungen in den Kriterien Lagerneigung, Blatt- und Ährengesundheit eignen sich zur Aussaat. Die Sortenwahl 2021 richtet sich je nach Nutzungsrichtung und Vermarktungsmöglichkeiten ihres Handelspartners.
Folgende Sorten sind interessant:
Winterweizen: früh, (g) = begrannt
A-Weizen: Ambello EU (g), Rubisko EU (g), B-Weizen: RGT Sacramento (g), Porthus B;

Winterweizen:
A-Weizen: Apostel, Asory, RGT Reform; B-Weizen: Boss, Informer, Porthus,
C-Weizen: Elixer; E-Weizen: Moschus, Viki;
Dinkel:
Badenkrone, Badensonne, Franckenkorn, Hohenloher, Zollernperle, Zollernspelz
Triticale:
Cedrico, Lombardo,
Weitere, ausführliche Informationen zu Getreidesorten wie Wintergerste und Winterroggen, finden sie unter www.ltz-augustenberg.de > Arbeitsfelder >Pflanzenbau >Sorten. Unter der Adresse, LRA Ortenau- Fachinformation Ackerbau- Zentrales Versuchsfeld Orschweier- 2020 Versuchsfeldführer Mais pdf. Finden sie weitere aktuelle, regionale Ertragsergebnisse zu Winterweizen.
Wintergerste kann auch noch im Oktober bei kühleren Temperaturen ausgesät werden. Das Virusübertragungsrisiko durch Läuse und Zikaden sollte dann reduziert sein. Bei derzeitigen Tagestemperaturen, ist die anstehende Aussaat von Wintergetreide der Blattlausinfektion ausgesetzt. Wenn nach dem Auflaufen der Wintergerste die Fahrgassen sichtbar werden, kann man am besten zur Mittagszeit eines Sonnentages, die Bestände kontrollieren und im Bedarfsfalle ein B4-Insektizid einsetzen.

Herbizidmaßnahmen auf Maisflächen
Jetzt zeigen sich zunehmend, schwer bekämpfbare Unkräuter und Ungräser wie z.B. Hundszahngras, wilde Mohrenhirse, und andere Hirsearten, sowie Gänsefingerkraut, gemeiner Beifuß, Bingelkraut und Windenarten. Insbesondere im Saatmais, bedingt durch schwachwachsende Vermehrungslinien oder in heliotropen Konsummaissorten, die den Boden in der Vegetationsphase nicht optimal beschatten, können sich über die Vegetation schwerbekämpfbare Wurzelunkräuter und – ungräser gut etablieren.
Für eine erfolgreiche Bekämpfung unmittelbar nach der Ernte sollten folgende Bedingungen gegeben sein.
1. nicht zu spät behandeln, denn es muss noch genügend grüne Blattmasse bei Unkräutern und Ungräsern zur Wirkstoffaufnahme vorhanden sein
2. noch relativ warme Temperaturen nutzen
3. für den zu behandelnden Bestand sind keine Fördermaßnahmen beantragt worden, Verpflichtungen gegenüber FAKT, Cross-compliance oder Bodenschutzmaßnahmen für das jeweilige Maisfeld sind zu beachten.
Bei flächendeckendem Besatz von Ungräsern oder Unkräutern, kann im Folgejahr auch eine Sanierung durch eine Getreideart im Rahmen der Fruchtfolge durchgeführt werden. Weitere Hinweise zur Stoppelbehandlung finden sie im Heft Integrierter Pflanzenschutz 2020, auf der Seite 14. Durch mechanische Maßnahmen oder mit einer gezielten Herbizidbehandlung in die Getreidestoppel lassen sich Flächen von unliebsamen Unkräutern und Ungräsern am besten bereinigen. Wege und Feldränder dürfen bei diesem Herbizideinsatz generell nicht mitbehandelt werden.

Sojabohnen
Die Sojabohnen reifen zunehmend ab, sie mögen gut erwärmbare Böden und warme Witterung, aber für eine gute Ertragsbildung ist auch ein ausreichendes Maß an Wasser nötig. Die Erträge werden deshalb in diesem Jahr auch sehr unterschiedlich ausfallen. Der optimale Druschzeitpunkt ist erreicht, wenn beim Schütteln der Pflanze ein typisches Klappergeräusch hörbar ist. Um auch die Hülsen der unteren Blattetage der Pflanze beim Drusch zu erfassen, ist der Einsatz eines Flexschneidwerkes vorteilhaft.

Begrünungsmaßnahmen
Im Rahmen der Greening und FAKT-Maßnahmen gibt es inzwischen einige Begrünungsvarianten mit unterschiedlichen Saat-, Mulch- und Einarbeitungsterminen. Viele Blühstreifen sind mittlerweile verblüht und zusätzlich stark verunkrautet. Falls noch nicht geschehen, kann deshalb umgehend bei Brachebegrünung E2.1 (Code 42) und E2.2 (Code 43) ein Schröpfschnitt durchgeführt werden, wenn 75 % der Fläche verunkrautet ist. Ebenso ist bei Winterbegrünung F1 oder bei Begrünung als ÖVF (Code 02) im Bedarfsfalle ein Mulchdurchgang möglich.

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