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Weinbauinfo-Nr. 21-2020

Datum: 30.07.2020

Datum: 


Agenda:     Kirschessigfliege (KEF)
 
Stand der Vegetation, Witterung und Weinbau

Hohe Temperaturen und warme Winde führen verbreitet zu Trockenheit. Überwiegend sind die älteren Ertragsanlagen noch vital. Aber die Junganlagen und jüngeren Ertragsanlagen zeigen Symptome von Wasserstress (Hängende Ranken, abgestoßene Triebspitzen und gelbe Blätter an der Triebbasis). Besonders die jungen Hochstammanlagen müssen jetzt genau angeschaut werden. Dort wo Trockenstress sichtbar wird, sollte sofort gewässert werden. Ca. 10 L pro Rebe sind eine sinnvolle Gabe. In den Ertragsanlagen kann eine Bewässerung oft nur punktuell umgesetzt werden.
Bei trockengestressten 3-5-jährigen Anlagen kann der Ertrag z.B. auf eine Traube pro Trieb oder mittels Traubenteilung reduziert werden um die Reben zu entlasten. Bei Trockenstandorten kann mittels Abdecken mit Stroh oder Heu langfristig der Boden beschattet werden und damit nachhaltig die Bodentemperatur und die Wasserverdunstung reduziert werden.
Mit der zunehmenden Verfärbung der frühreifenden roten Sorten wie z.B. Regent, Cabernet Dorsa und Acolon werden auch Überlegungen zum möglichen Befall durch die Kirschessigfliege notwendig. Besonders die vorbeugenden Maßnahmen wie z.B. das Kurzhalten der Begrünungen, Teilentblätterung der Traubenzone und das zeitgerechte Gipfeln sind in den meisten Flächen bereits erfolgt. Siehe hierzu die als Anhang zu dieser Weinbauinfo mitgeschickten Informationen „Empfehlungen KEF im Weinbau 2020“!
Mit den jetzt vorhergesagten Tageshöchsttemperaturen von bis zu 38°C sollte man bis zum Wochenende von Entblätterungsarbeiten und dem Gipfeln in den Reben absehen. Denn es besteht höchstes Sonnenbrandrisiko.
Nach der aktuellen Hitzewelle steigt zum Sonntag die Gewitterneigung stark an. Ab kommende Woche sind die Tageshöchsttemperaturen etwas gemäßigter. Es bleibt weiterhin sommerlich.
 
Rebschutz
Kirschessigfliege (KEF)

Die momentan trocken, heiße Witterung reduziert das Risiko der Übersiedlung der KEF in die Reben, obwohl außerhalb der Weinberge relativ hohe Fangzahlen in den Monitoringfallen erfasst werden. Wie schon beschrieben sind die meisten Rebanlagen hinsichtlich der vorbeugenden Maßnahmen gegen die KEF vorbereitet. Teilweise sieht man an Böschungen noch größere Brombeeerhecken mit deutlichem Besatz der KEF und entsprechend verdorbenen Früchten. Gerade diese Hecken sollten nach Möglichkeit jetzt gemulcht oder abgemäht werden!
Das Staatliche Weinbauinstitut hat mit dem KEF Monitoring bereits begonnen. Entsprechende Informationen können unter http://monitoring.vitimeteo.de/ eingeholt werden.
 
Gez. Tobias Burtsche
Weinbauberatung Kaiserstuhl

 

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