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Pflanzenschutzmeldung Ackerbau_9_2020

Datum: 15.05.2020

Informationsdienst Pflanzenbau und Pflanzenschutz
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft

13. Mai 2020

Winterweizen

Die Winterweizenbestände sind im Stadium Grannenspitzen bis Blühbeginn. Lange war der Weizen durch die trockene Witterung gesund, jetzt ist mit Infektionen zu rechnen. Neben Maisvorfrucht, anfällige Sorten u.a. erhöht Regen in der Weizenblüte das Infektionsrisiko von Ährenfusarium.
Ein Fungizideinsatz gegen Ährenfusarium sollte zwei Tage vor, aber spätestens drei Tage nach einem möglichen Infektionstermin während der Blüte, erfolgen. Lange Blattnässedauer während der Blühphase begünstigt die Infektion. Das Prognoseprogramm ISIP sieht derzeit weitere Infektionsrisiken bei Septoria tritici, Braun- und Gelbrost sowie DTR als gegeben an. Deshalb die Bestände fortlaufend kontrollieren. Grundsätzlich gilt es nun die obersten drei Blätter bis zur Ernte gesund zu erhalten. Mittel wie Prosaro (1,0 l/ha), Osiris (3 l/ha), Input Classic (1,25 l/ha), Ceralo (1,2l/ha), Proline bzw. Curbatur (0,8 l/ha) und Soleil (1,2 l/ha) bekämpfen die gängigen Pilzkrankheiten, einschliesslich Fusarium.
Blattläuse und Getreidehähnchen wurden bisher in unterschiedlichem Ausmaß gesichtet, kontrollieren sie ihre Bestände.

Sommergetreide

Die Sommergerste ist im Stadium Schossen, teilweise werden schon Grannespitzen gesichtet. Auf einigen Feldern, ist im unteren Blatt- und Stängelbereich, Mehltau vorhanden. Deshalb jetzt auf Pilzkrankheiten wie z.B. Mehltau und Netzflecken achten. Kontrollieren sie ihre Bestände. Die Abschlussbehandlung kann zum Grannenspitzen begonnen werden.

Mais
Früh gesäter Mais ist bereits im Vier - bis Fünfblattstadium, nach dem Regen sind günstige Bedingungen für bodenwirksame Zumischpartner vorhanden. Bei einer angekündigten Kälteperiode ist es besser in der Folgezeit bei zunehmender Erwärmung zu behandeln, als vor der Kälteperiode. Beim Einsatz von Sulfonylwirkstoffen ist bei starken Tag- und Nacht-temperaturschwankungen, Vorsicht geboten. Zum 6 – 8 Blattstadium Mais sollte die Herbizidmaßnahme abgeschlossen sein, da die Herbizidempfindlichkeit des Mais stark zunimmt. Auf den Blättern des Maises sollte eine Wachsschicht vorhanden sein, deshalb nach einem Regen mindestens einen regenfreien Tag abwarten. Für Herbizidmaßnahmen im NA müssen deshalb wärmere Temperaturen, die sich zum Wochenende einstellen sollen, abgewartet werden.
Die Hirsen haben bereits Seitentriebe gebildet, deshalb die Behandlung fortführen.
Bei moderaten Tages- und Nachttemperaturen können Mittel wie z.B. Spectrum +Laudis, Spectrum + Maran, MaisTer Power oder Elumis P+ Dual Pack eingesetzt werden. Beim Einsatz von Peak, ist die Auflage NW 355 zu beachten, innerhalb eines Dreijahreszeitraumes, darf nur eine Behandlung mit maximal 20 g/ha erfolgen.
Bei den Produkten Laudis, oder Task, kann ein Bodenpartner, wie Dual Gold, Spectrum oder Stomp Aqua zugemischt werden, um weitere Hirseauflaufwellen zu stoppen.
Ein besonderes Augenmerk gilt den Wurzelunkräutern wie Winden, Disteln, Quecken, Knöterich oder Ampfer, Ackerschachtelhalm, die teilweise schon weit entwickelt sind. Stumpfblättriger Ampfer kann mit Harmony SX, Arrat + Dash oder Mais Banvel WG behandelt werden. Gegen Disteln und Topinambur steht mit Effigo ein wirksames Präparat zur Verfügung.
Neben Sulfonylharnstoffen sollen auch keine Dicamba-präparate bei starken Schwankungen der Tages- und Nachttemperaturen eingesetzt werden, deshalb wüchsig-warme Temperaturen abwarten. Nicosulfuron-haltige Produkte wie Kelvin, Elumis oder Motivell Forte dürfen laut Vorgabe (NG 327) nur jedes zweite Jahr auf derselben Fläche eingesetzt werden.
Terbuthylazine sind im Wasserschutzgebiet verboten, auch in diesem Jahr werden Kontrollen durchgeführt.

Sojabohnen

In Sojabohnen kann bis fünf Tage nach der Saat Spectrum + Aqua Pack oder Artist + Centium CS eingesetzt werden.
Die Sorten Atacama, ES Mentor, ES Senator, Mavka oder RGT Siroca dürfen nicht mit Artist behandelt werden, sonst ist mit Schäden zu rechnen.
Im NA kann mit Clearfield Clentiga im Bedarfsfalle zum 1-Blattstadium der Unkräuter wie Gänsefuß, Amarant, schwarzer Nachtschatten und Kamillearten nachbehandelt werden. Ausfallgetreide oder Ungräser lassen sich mit Fusilade Max oder Focus Ultra bereinigen. Es ist zu beachten, dass bei Besatz von Winden und Disteln, keine chemische Behandlung möglich ist.
Jetzt auf Vogelfraß durch Krähen oder Tauben achten, bei Schäden kann über das Landratsamt ein Vergrämungsabschuss beantragt werden.

raphael.maurath@lkbh.de

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