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Pflanzenschutzmeldung Ackerbau Nr. 18

Datum: 25.09.2019

Informationsdienst Pflanzenbau und Pflanzenschutz
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft

25.09.2019

Winterraps
Der Regen von Sonntag auf Montag begünstigt die Rapsaussaat, deshalb sollten nun die Bestände kontrolliert und sofern noch nicht geschehen, Schneckenkorn ausgebracht werden. Lokal ist verstärkt Ausfallgetreide aufgelaufen, das nun vorrangig bereinigt werden sollte. Bei der Mittelauswahl sollten auch sonst auftretende Ungräser sicher erfasst werden.
Der ausgesäte Raps ist im 2 – 6 Blattstadium. Bisher wurden kaum Erdflohschäden beobachtet, besondere Vorsicht ist geboten, wenn Spargel-, oder Gründüngungskulturen angrenzen. Im Auflaufstadium sind die kleinen Pflanzen besonders empfindlich gegen Fraßschäden von Erdflöhen, sie sind leicht erkennbar am typischen Lochfrass auf den Blättern, deshalb in kurzen Abständen die Bestände überprüfen. Erst wenn die SchadschweIle überschritten ist, d.h. wenn 10 % der Blattfläche zerstört oder 50 Erdflöhe innerhalb von drei Wochen in der Gelbschale vorgefunden werden, sollte eine Insektizidbehandlung durchgeführt werden. Im Bedarfsfalle ein Pyrethroid, bienenungefährlich, mit B4-status einsetzen. Noch sind in Baden-Württemberg keine Resistenzen beim Erdfloh aufgetreten, wohl aber in anderen Bundesländern. Deshalb unbedingt die Schadschwelle einhalten, um die Wirkung der Pyrethroide auf Dauer aufrecht zu erhalten.
Damit der Raps nicht zu üppig in den Winter geht, ein wachstums-reduzierendes Fungizid beimischen, was einen Zusatzeffekt gegen Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) mit sich bringt.
Aber, werden bienenungefährliche B4 eingestufte Pyrethroide wie z.B. Karate Zeon, Kaiso Sorbie, Hunter, Nexide oder Lambda WG, mit einem Azol-fungizid gemischt, ändert sich die Einstufung der Bienengefährdung von B4 auf B2. Dann muss die Applikation abends, nach dem täglichen Bienenflug bis 23 Uhr erfolgen. Ein Bordünger kann zugemischt werden.

Wintergetreide in die Maisfruchtfolge einplanen
Gesunde und widerstandsfähige Sorten, mit guten Bewertungen in den Kriterien Lagerneigung, Blatt- und Ährengesundheit eignen sich zur Aussaat. Die Sortenwahl 2020 richtet sich je nach Nutzungsrichtung und Vermarktungsmöglichkeiten ihres Handelspartners.
Folgende Sorten sind interessant:
Winterweizen: früh
A-Weizen: Ambello, Rubisko, B-Weizen: Sacramento
Winterweizen:
A-Weizen: Apostel, RGT Reform, B-Weizen: Partner, Porthus, C-Weizen: Elixer,
E-Weizen: Moschus, Ponticus
Dinkel: Badenkrone, Badensonne, Franckenkorn, Zollernspelz
Triticale: Lombardo, Cedrico
Weitere, ausführliche Informationen zu Getreidesorten wie Wintergerste und Winterroggen, finden sie unter www.ltz-augustenberg.de > Arbeitsfelder >Pflanzenbau >Sorten. Unter der Adresse, LRA Ortenau- Fachinformation Ackerbau- Zentrales Versuchsfeld Orschweier- 2019 Versuchsfeldführer Mais pdf. Finden sie weitere aktuelle, regionale Ergebnisse zum Winterweizen.
Wintergerste kann auch noch im Oktober bei kühleren Temperaturen ausgesät werden. Das Virusübertragungsrisiko durch Läuse und Zikaden sollte dann reduziert sein. Bei derzeitigen Tagestemperaturen von ca. 20°C ist die anstehende Aussaat von Wintergetreide der Blattlausinfektion ausgesetzt. Wenn nach dem Auflaufen der Wintergerste die Fahrgassen sichtbar werden, kann man am besten zur Mittagszeit eines Sonnentages, die Bestände kontrollieren und im Bedarfsfalle ein B4-Insektizid einsetzen.

Herbizidmaßnahmen auf Maisflächen
Jetzt zeigen sich zunehmend, schwer bekämpfbare Unkräuter und Ungräser wie z.B. Hundszahngras, wilde Mohrenhirse, und andere Hirsearten, sowie Gänsefingerkraut, Huflattich, gemeiner Beifuß, Bingelkraut und Windenarten. Insbesondere im Saatmais durch schwachwachsende Vermehrungslinien oder heliotropen Konsummaissorten, die den Boden in der Vegetationsphase nicht optimal beschatten, können sich über die Vegetation schwerbekämpfbare Wurzelunkräuter und – ungräser gut etablieren.
Für eine erfolgreiche Bekämpfung unmittelbar nach der Ernte sollten folgende Bedingungen gegeben sein.
1. nicht zu spät behandeln, denn es muss noch genügend grüne Blattmasse bei Unkräutern und Ungräsern zur Wirkstoffaufnahme vorhanden sein
2. noch relativ warme Temperaturen nutzen
3. für den zu behandelnden Bestand sind keine Fördermaßnahmen beantragt worden
Verpflichtungen gegenüber FAKT, Cross-compliance oder Bodenschutzmaßnahmen für das jeweilige Maisfeld sind zu beachten.
Bei flächendeckendem Besatz von Ungräsern oder Unkräutern, kann im Folgejahr eine Sanierung durch eine Getreideart im Rahmen der Fruchtfolge durchgeführt werden. Weitere Hinweise zur Stoppelbehandlung finden sie im Heft Integrierter Pflanzenschutz 2019, auf der Seite 12. Durch mechanische Maßnahmen oder mit einer gezielten Herbizidbehandlung in die Getreidestoppel lassen sich Flächen von unliebsamen Unkräutern und Ungräsern am besten bereinigen. Wege und Feldränder dürfen bei diesem Herbizideinsatz generell nicht mitbehandelt werden.

Düngeverordnung
Bis zum 01. Oktober dürfen in den Kulturen Winterraps, Wintergerste und Feldfutter bei Düngebedarf, maximal 30 kg/ha Ammonium-N oder 60 kg/ha Gesamt-N ausgebracht werden.

raphael.maurath@lkbh.de

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