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Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 24

Datum: 20.09.2019

Traubenreife:

Die optimalen Witterungsbedingungen der vergangenen 10 Tage haben die Traubenreife in den gut geführten Anlagen und Selektionsanlagen enorm beschleunigt. Nicht nur die Mostgewichte sind noch mal deutlich angestiegen, sondern auch die physiologische Reife hat sich schmeckbar verbessert. Auch wenn die Reife in den stärker getroffenen Hagelgebieten noch etwas hinterherhinkt, können wir mit dem Zustand der Trauben zumeist zufrieden sein. Wenn das Wetter nicht mitgespielt hätte, wäre es ganz anders gelaufen.

Meine Mostgewichtsmessungen vom 16. September zeigen folgende Werte:

Müller – Thurgau        ist bereits, oder wird derzeit mit 72 bis 80°Oe gelesen   
Gutedel

späte und stark hagelgeschädigte Lagen; 60° - 64° Oe

oft 65° bis 72°Oe

Selektionsanlagen um 75°Oe

Spätburgunder

späte Lage bei gutem Ertrag, 78°Oe

das Gros liegt zwischen 80° und 87°Oe

Selektionsanlagen um 90°Oe

Weißburgunder 80 bis 87°Oe
Ruländer 82 bis 89 °Oe
Sauvignon Blanc mit 85 bis 92°Oe bereits sehr hoch; aufpassen!


Traubenzustand:

Die Niederschläge vom vorletzten und die Wärme vom vergangenen Wochenende haben die Beerenhaut mürbe gemacht. Fäulnisnester haben sich vergrößert, neue sind teilweise dazu gekommen. Die Abkühlung und der trockene Wind der vergangenen drei Tage haben den Prozess gebremst, viele Fäulnisnester sind „eingetrocknet“.

Hochdruckeinfluss bringt uns noch bis zum Wochenende ruhiges Herbstwetter. Für die kommende Woche sollen Tiefdruckgebiete aber für eher wechselhaftes Wetter sorgen.

Die Lese ist bereits in vollem Gang. Da der Reife- und Gesundheitszustand, insbesondere durch die Hagelereignisse, in diesem Jahr stark unterschiedlich ist, sollten die Anlagen gut im Auge behalten werden.

Kirschessigfliege:

Bedingt durch die kühlen Nächte ist die Aktivität der Kirschessigfliegen zurückgegangen, erkennbar an den geringeren Fallenfängen und an geringerer Flugaktivität der KEF in der Traubenzone. An und insbesondere in den Fäulnisnestern beobachtet man zwar intensiven Flug und auch die weißen Maden. Dies sind aber hauptsächlich einheimische Essigfliegen. Auf Grund dieser Tatsache, im Hinblick auf die Wettervorhersage und hinsichtlich der sich nun doch abzeichnenden raschen Lese, sehe ich für alle Sorten keine Notwendigkeit mehr, für eine Behandlung.

Schwarzholzkrankheit:

Insbesondere auf Gemarkungen mit einem hohen Böschungsanteil, wie im mittleren Markgräflerland, hat sich in den vergangenen zwei Wochen die Schwarzholzkrankheit in vielen Anlagen sehr stark ausgebreitet. Bitte beachten Sie die Symptombilder und Hinweise im Weinbauinfo Nr. 23 vom 11.09.2019.

Sonstige Hinweise:

In den amtlichen Mitteilungsblättern wird die Bevölkerung derzeit über die Durchführung des Volksbegehrens Artenschutz „Rettet die Bienen“ informiert. Dabei ist auch der Gesetzentwurf zum „Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes“ aufgeführt, über den letztendlich die Abstimmungsberechtigten abstimmen können, oder nicht. Die Abstimmung beginnt am 24. September. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es sehr schwierige Diskussionen sind, aber nutzen Sie jede Möglichkeit um die Bevölkerung zu informieren, um was es geht, und warum die Landwirte, Winzer, Obstbauern und sogar die Imker selbst gegen diesen Gesetzentwurf sind.

Antragsformulare für die kommende Umstrukturierungssaison (Pflanzjahr 2020) sind aller Voraussicht ab Anfang November verfügbar. Diese stehen dann im Infodienst zum Download bereit. Antragsschluss ist, wie gewohnt, der 31.12.2019.

Die Bereichsversammlung des Weinbauverbandes findet am Mittwoch, dem 13. November 2019, um 17:00 Uhr im Bürgerhaus in Müllheim statt. Bitte den Termin jetzt schon eintragen.

Dies ist das letzte regelmäßige Weinbauinfo. Nach der Lese informiere ich Sie noch mal über spezielle Winterthemen.

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