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Weinbauinfo Markgräflerland

Datum: 04.09.2019

Allgemeine Situation:

Die günstige Witterung der vergangenen zwei Wochen hat sich sehr positiv auf die Traubenreife ausgewirkt. Es gibt zwar, in Abhängigkeit von Lage, Ertragshöhe und insbesondere Hagelschädigung noch eine deutliche Bandbreite, aber die Mostgewichte sind in den meisten Anlagen bereits erfreulich. Bedingt durch die hohen Tages- und Nachttemperaturen, sind die Säurewerte zwar deutlich gefallen, liegen aber noch in einem günstigen Bereich. In den Hagelgebieten hat sich die Reife erfreulicherweise ebenfalls positiv entwickelt, hinkt aber gegenüber den „Nichthagelgebieten“ meist hinterher. Die Bandbreite des Reifezustandes ist in den Hagelgebieten aber sehr unterschiedlich. Insbesondere die durch Hagelkörner leicht „angedellten“, grünen Beeren sind in der Reife sehr stark zurück. Positiv ist, dass die allermeisten Hagelverletzungen eingetrocknet sind. Die reichlichen Niederschläge Ende Juli und im August haben die Wasserversorgung deutlich verbessert und die Beerengewichte und damit die Ertragsaussichten außerhalb der Hagelgebiete ansteigen lassen

Für die kommenden 8 Tage erwarten die Meteorologen nur geringe Niederschläge bei Maximumtemperaturen von um die 20°C und kühlen Nachttemperaturen um 10°C. Eigentlich optimale Reifebedingungen.

Grundsätzlich sind die Mostgewichtsmessungen, besonders in den Hagelgebieten in diesem Jahr nicht einfach. Meine Mostgewichtsmessungen vom 3. September zeigen folgende Werte:



Müller – Thurgau     

64 bis 74°Oe  

Tankschnitt für „neuen Süßen“ Lese, gestern 65°Oe                            

Gutedel

späte und stark hagelgeschädigte Lagen; 54° - 59° Oe

oft 60° bis 66°Oe,

Spätburgunder

späte Lage bei gutem Ertrag, 67°Oe

das Gros liegt zwischen 70° und 75°Oe

Selektionsanlagen 82°Oe

Weißburgunder 70 bis 75°Oe
Ruländer 71 bis 78 °Oe


Wir liegen damit ungefähr im langjährigen Durchschnitt. Da die physiologische Reife bei allen Sorten aber noch zu wünschen lässt, wird sich die Lese noch nach hinten schieben.

Kirschessigfliege:

Die Witterungsbedingungen für die Essigfliegen waren zurückliegend sehr günstig und die Reife ist nun soweit fortgeschritten, dass die Traubenbeeren für die KEF interessant sind. Das WBI Ei-Monitoring von Anfang dieser Woche zeigte quer durch das Markgräflerland bei Dunkelfelder, Regent und Cabernet Carol Eiablage. Ich selber habe in den vergangenen zwei Tagen an Dornfelder und reifem Roten Gutedel Befallsbeeren, bzw. das typische Befallssymptom für KEF; „Schäumender Tropfen“ beobachten können. Dies wurde auch durch weitere Winzerbeobachtungen bestätigt/ergänzt.

Darüber hinaus findet man in Anlagen mit kompakten Trauben immer wieder Botrytisnester und allgemein immer wieder aufgeplatzte oder durch Ameisen oder Wespen verletzte Beeren. Diese waren zurückliegend und sind derzeit, sowohl für die Einheimische Essigfliege, als auch für die KEF einladende Orte zur Eiablage.

Das bedeutet, dass in Anlagen mit gut durchgefärbten Trauben beim Roten Gutedel und Roten Muskateller, falls nicht bereits geschehen, umgehend eine Behandlung durchgeführt werden sollte. Bei Dornfelder Dunkelfelder, Regent und sonstigen empfindlichen Frühsorten ist dies dann noch möglich, wenn die Wartezeit von 14 Tagen ((Spintor und Mospilan), bzw. 10 Tagen (Exirel) eingehalten werden kann. Sprechen Sie dies mit Ihrem Vermarkter ab. Für Exirel kommen in der Kombinationsmethode 15 ml Exirel + 1l Zusatzstoff combiprotec in 20l Wasser pro ha zum Einsatz.

Bei Selektionsanlagen und bei Anlagen mit mischbeerigen Trauben der Sorten Spätburgunder– insbesondere in den kritischen Randbereichen – sollte jetzt eine intensive Kontrolle durchgeführt werden. Bei festgestellter deutlicher Flugaktivität (durchschnittlich mehr als 5-10 KEF pro Stock) in der Traubenzone und/oder Eibefall, bzw. schäumende Eiablagelöcher, aber nur dann, empfehlen wir auch in diesen Anlagen eine Bekämpfung durchzuführen. Für einen großflächigen Einsatz sehe ich aber keine Notwendigkeit. Im Zweifelsfall rufen Sie mich an. Da die KEF ihre Eier bevorzugt im Schatten ablegt findet man die Befallsbeeren eher auf der Traubenrückseite. Deshalb sollte zur Kontrolle die Trauben umgedreht werden.

Die Hinweise zur Kontrolle der Flugaktivität, die Behandlungsempfehlungen und die Hinweise zum Bienenschutz sind ausführlich im letzten Weinbauinfo Nr. 21 erläutert.

Nächster Aufruf am Mittwoch, dem 11. September.                                 gez. Stücklin

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