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Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 19

Datum: 07.08.2019

Allgemeine Situation:

Erneut haben Unwetter am Dienstagabend nicht nur ergiebigen Regen, sondern auch noch heftigen Hagel und Sturm gebracht. Auf einem Streifen von Schlatt – Biengen – Norsingen – Schallstadt – Pfaffenweiler - Ebringen hinterließ der Hagelschlag Schäden an den Trauben, oft um 20 bis 40%, teilweise bis 70%. Auch die Laubwand wurde stärker geschädigt.

Die teilweise ergiebigen Niederschläge der vergangenen 10 Tage haben die Reifeentwicklung der Beeren sehr begünstigt. In vielen Lagen ist bei Müller-Thurgau und Gutedel das Stadium Reifebeginn erreicht. Auch bei Spätburgunder und Ruländer kann man erste gefärbte Beeren finden.

Atlantische Tiefs sollen, laut Wettervorhersage, auch in den kommenden 10 Tagen unbeständiges Schauerwetter bringen.

Rebschutz:

Peronospora: Die ergiebigen Niederschläge vom vorletzten Wochenende (28. bis 30.07.) haben praktisch im gesamten Markgräflerland bei vielen Anlagen noch einmal zu massiven Peronosporainfektionen an den Geiztrieben geführt. Diese sind ab dem vergangenen Wochenende sichtbar. Das Gipfeln dieser befallenen Geiztriebe ist mechanischer Rebschutz. Die Grundlaubwand und die Trauben sind zumeist gesund.

Oidium: Wer jetzt noch Oidiumbefall an den Trauben findet sollte sich mit dem Weinbauberater in Verbindung setzen.

Sondermaßnahme Hagel – 6. August: Da die Hagelkörner scharfkantig waren und die Beeren praktisch über alle Sorten hinweg beginnen weich zu werden, sind viele Wunden tief und matschig. Da für die kommenden 10 Tage eher unbeständiges Wetter vorhergesagt ist, werden die Wunden nicht/kaum abtrocknen. Dementsprechend ist die Gefahr von Beerenbotrytis sehr hoch. Deshalb empfehlen wir in Anlagen mit nennenswerten Hagelverletzungen an den Beeren umgehend, das heißt, sobald die Befahrbarkeit es zulässt, eine Sonderbehandlung der Traubenzone mit einem Botrytismittel. Von der Wartezeit (21 Tage) kommt in Frage: Switch (0,6kg/ha, Resistenzgruppe M/N), Teldor (0,9kg/ha; RG O), oder Prolectus (0,7 kg/ha; RG O). Aus Gründen der Resistenzgefahr dürfen Mittel aus der gleichen Resistenzgruppe nicht zweimal hintereinander eingesetzt werden. Das bedeutet, wer bei der Abschlussspritzung bereit Switch eingesetzt hatte, verwendet jetzt Teldor oder Prolectus. Wer bei der Abschlussspritzung Teldor oder Prolectus eingesetzt hatte, verwendet jetzt Switch. Da Teldor und Prolectus in die gleiche Resistenzgruppe gehören, dürfen diese beiden nicht hintereinander eingesetzt werden. Diese Mittel wirken nur dort, wo sie auch hingelangen, deshalb ist gute Spritzqualität sehr wichtig. Das bedeutet unbedingt jede Gasse fahren. Der Zusatz von Blattdüngern wird nicht empfohlen.

Alle genannten Mittel haben eine Tafeltraubenzulassung. Beachten Sie unbedingt die Vorgaben Ihrer Vermarkter.

Der nächste Aufruf erfolgt am Donnerstag, den 15. August.

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