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Weinbauinfo-Nr. 15-2019

Datum: 11.07.2019

Datum: 


Agenda      Trockenstress Junganlagen  
 
Stand der Vegetation, Witterung und Weinbau

Das rasante Traubenwachstum der vergangenen Woche führt uns aktuell zum Entwicklungsstand „Traubenschluss“. Damit hat die Vegetation einen leichten Vorsprung gegenüber dem langjährigen Mittel. Dies unterstreicht nochmals den Termin Abschlussspritzung bis spätestens 03. August einzuplanen damit bei früher einsetzender „physiologischer Reife“ von Seiten der einzuhaltenden Wartezeiten der PSM die Lese, wenn notwendig, entsprechend zeitig gestartet werden kann.
Mittlerweile zeigen die Junganlagen (besonders Hochstamm) aber auch Reben, die auf felsigen Standorten mit geringer Bodenauflage wachsen, deutliche Anzeichen von Wassermangel (hängende Ranken, eingezogenen Triebspitze, untere Blätter werden gelb, Reben wachsen nicht mehr). Da keine nennenswerten Niederschläge in Sicht sind, sollte bei Anlagen mit Trockenstress ein baldiges „Wässern“ erfolgen.
Die Wettervorhersage meldet ab heute Nachmittag und bis Samstag unbeständig mit möglichen Niederschlägen. Mögliche Spritzfenster Heute bis Freitagvormittag.
 
Rebschutz
Tierische Schädlinge
Traubenwickler

Außerhalb der Pheromonverwirrung ist in den BIOTRAP-Fallen ein deutlicher Flug beider Traubenwicklerarten zu verzeichnen. Dabei sind vergleichbar mit der ersten Generation weniger Einbindige Traubenwickler aber zunehmend Bekreuzte Traubenwickler-Fangzahlen zu beobachten. Es ist davon auszugehen, dass sich zum Wochenende erste Flughöhepunkte abzeichnen. Nur in Gebieten ohne Pheromonverwirrung (Teilgebiet in Ihringen) ist ein Insektizideinsatz z.B. mit Steward oder Coragen zum Termin Flughöhepunkt + 4-6 Tage einzuplanen.
Die gemeinschaftliche Pheromonverwirrung funktioniert bisher optimal. Hier sind keine Falterfänge in den BASF-Kontrollfallen gemeldet. Es sind keine Bekämpfungsmaßnahmen notwendig!!!
Pilzkrankheiten
Peronospora und Oidium
Im Allgemeinen haben wir einen hervorragenden Gesundheitszustand der Reben am Kaiserstuhl.
Mit dem jetzigen Entwicklungsstand „Traubenschluss“ sind dies sehr gute Bedingungen um die noch notwendigen Pflanzenschutztermine bis zur Abschlussspritzung am 03. August einzuplanen. Achten Sie ab jetzt beim Einsatz der Pflanzenschutzmittel auf die Einhaltung der Wartezeiten bis zur Lese. Nur noch diese Woche können Pflanzenschutzmittel mit 56 Tage Wartezeit wie z.B. Polyram WG, Dithane Neotec oder Netzschwefel eingesetzt werden.
Der aktuelle Spritzabstand beträgt 12-14 Tage.
 
Gegen Peronospora
setzten wir der Spritzbrühe ein Kontaktfungizid wie z.B. Folpan 80 WDG 1,6 Kg/ha (WZ 35 Tage) oder Videryo F 2,5 L/ha (WZ 28 Tage) zu.
Gegen Oidium empfehlen wir bei der nächsten Behandlung abschließend nochmals ein organisches Oidiumfungizid wie z.B. Vivando 0,32 L/ha (K) oder Kusabi 0,3 L/ha (K) oder Sercadis 0,24 L/ha (L) oder Collis 0,64 L/ha (A/L) oder Dynali 0,8 L/ha (R/G).
Luna-Produkte sollten zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr eingesetzt werden!
Achten Sie beim Einsatz der organischen Mehltaufungizide aus Gründen möglicher Resistenzbildung unbedingt auf einen Wirkstoffwechsel und setzen sie Produkte gleicher Wirkstoffgruppen maximal 2 x pro Saison und in der Spritzfolge nicht direkt hintereinander ein!
Stiellähme

Zur Verbesserung der Magnesiumversorgung empfehlen wir 2-3 Behandlungen mit einem magnesiumhaltigen Blattdünger. Hier empfehlen wir z.B. die Zugabe von Bittersalz 12-15 Kg/ha. Dies empfiehlt sich besonders bei stiellähmeempfindlichen Sorten wie z.B. Riesling, Cabernet und deren Kreuzungen, Gewürztraminer, Muskateller und auch Burgundersorten.
Der Wasseraufwand beträgt 1400 L/ha im Spritzverfahren bzw. 400-600 L/ha im Sprühverfahren. Die angegebene Mittelkonzentration bezieht sich auf die fertige Spritzbrühe pro ha und entspricht Basis x 4.
Bitte beachten sie die im Beipackzettel der PSM gemachten Angaben zum Mitteleinsatz und dem Anwenderschutz der eingesetzten PSM. Verwenden Sie ausschließlich zugelassene PSM. Vergessen sie nicht die Dokumentation der Pflanzenschutztermine (Mitteleinsatz, Konzentration, Anwender…)!
Junganlagen
Bei den Junganlagen haben teilweise Peronosporainfektionen zu jetzt sichtbaren Ölflecken an den basalen Blättern geführt. Hier ist auch schon bei geringen Niederschlägen und Tau mit weiteren Sekundärinfektionen zu rechnen. Wöchentlicher Pflanzenschutz, vor sich ankündigenden Niederschlägen ist wichtig um weitere Peronosporainfektionen vorbeugenden zu bekämpfen.
Besonders Hochstammreben zeigen deutliche Trockenstresssymptome. Da sich in der Wettervorhersage keine ergiebigen Niederschläge abzeichnen, sollte gewässert werden (8-10 L/Stock).
Sonnenbrandgefahr-Teilentblätterung der Traubenzone
Mit dem Schließen der Spaltöffnungen der Trauben zum Entwicklungsstadium „Traubenschluss“ können hohe Temperaturen nicht mehr durch Transpiration der Beeren ausgeglichen werden. Damit steigt ab jetzt das Sonnenbrandrisiko stark an!
Bitte achten sie generell auf eine moderate Entblätterung, die sich auf die sonnenabgewendete Seite der Traubenzone konzentriert. Achten Sie auf ein schützendes Blätterdach über den Trauben!!! Entfernen Sie die Geiztriebe in der Traubenzone.
Bodenpflege

Wasserschonende Bodenpflege, Mulchen oder Walzen jeder 2. Gasse sollte ab jetzt die Bodenpflege der Wahl sein. Bodenbearbeitungen sollten aufgrund möglicher späterer N-Mineralisiserung und damit einhergehendem, höherem Fäulnisrisiko, ab jetzt in den Ertragsanlagen nicht mehr durchgeführt werden.
U 46 M-fluid (Wuchsstoff) hat im Weinbau keine Zulassung mehr und hat damit Anwendungsverbot!
 
Der nächste Aufruf erfolgt, wenn nicht anders erforderlich, Vegetationsbezogen, innerhalb 1 Woche.
Tobias Burtsche
Weinbauberatung Kaiserstuhl im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

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