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Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 7

Datum: 15.05.2019

Allgemeine Situation:

Die leichten Frostnächte mit Tiefsttemperaturen um den Gefrierpunkt von Anfang der letzten Woche verursachten nur in Hangfußlagen und Senken vereinzelt leichte Frostschäden, aber ohne wirtschaftliche Bedeutung. Die „Eisheiligen“, welche heute mit der „Kalten Sophie“ enden, brachten uns in den letzten drei Nächten zwar noch einmal kühle Temperaturen aber keine Schäden. Das Rebenwachstum ist in den Lagen, welche dem kalten Wind ausgesetzt waren und vor allem dort, wo es Graupelschäden gab, nahezu zum Erliegen gekommen. Windgeschützte Anlagen ohne Graupelschäden sind dagegen moderat weiter gewachsen und haben nun das 5-6 Blattstadium erreicht. Ansonsten ist das Rebenwachstum sehr unterschiedlich und befindet sich im 3-4 Blatt Stadium. Der Wetterbericht zeigt nun für die kommenden 7 Tage zwar ansteigende Nachttemperaturen, aber die Temperaturen tagsüber bleiben weiterhin eher verhalten. Das Rebenwachstum wird hoffentlich nun mit den steigenden Nachttemperaturen und dem nachlassenden Wind an Fahrt aufnehmen. Bis Freitag bleibt es trocken. Ab dem Wochenende soll die Niederschlagswahrscheinlichkeit dann wieder deutlich ansteigen.

Rebschutz:

Peronospora: Die von den Meteorologen für die vergangene Woche angekündigten ergiebigen Niederschläge waren auf den meisten Standorten in der Höhe geringer als angekündigt. Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit von zurückliegend erfolgten Bodeninfektionen recht gering, bzw. eher unwahrscheinlich. Die Wettervorhersage ist derzeit nicht einfach, deshalb sehr unterschiedlich. Mehrheitlich melden die Meteorologen für Sonntag/Montag ergiebigen Regen und für die kommende Woche weiterhin eher unbeständig. Wenn die jetzt für Sonntag/Montag angekündigten durchaus ergiebigen Niederschläge eintreffen ist an ungeschützten Blättern mit leichten bis mittleren Primärinfektionen zu rechnen.

Oidium: Durch die kühlen Temperaturen und die angekündigten Niederschläge ist der Infektionsdruck für Oidium, auch in letztjährigen Befallsanlagen, weiterhin gering.

Traubenwickler: Trotz der kühlen Witterung sind die Fangzahlen des Bekreuzten Traubenwicklers, außerhalb der Pheromongebiete, teilweise auf recht hohem Niveau. Beim Einbindigen Traubenwickler und innerhalb der Pheromongebiete ist es ruhig. Informieren sie sich örtlich über die Fangzahlen und eventuell notwendige Bekämpfungsmaßnahmen. Fangzahlen können auch über: www.monitoring.vitimeteo.de abgerufen werden.

Sonstige tierische Schädlinge: Relativ häufig sieht man Schadsymptome, verursacht durch die Pockenmilben, ganz vereinzelt auch durch die Thripse. Mit der Schwefelbehandlung gegen Oidium werden die Milben miterfasst. Thripsbefall findet man besonders in jüngeren Burgunderanlagen - häufig in Hangfußlagen und in Nachbarschaft von Wiesen, Getreideflächen oder bei eingesäter Roggen-/Wickenbegrünung. Die typischen Symptome sind stark gestauchtes Wachstum, wobei Einzelstöcke extrem kümmerige Triebe mit braunen Nekrosen an Blättchen und Trieben aufweisen. Kontrollieren Sie die gefährdeten Anlagen. Bei vermutetem Thripsbefall, rufen Sie dem Weinbauberater an.

Relativ häufig kommt es in den letzten Tagen zu Wildverbiss gerade in jüngeren Anlagen. Kontrollieren Sie Ihre Anlagen deshalb regelmäßig und melden Sie Schäden sofort bei der Gemeinde und beim Jagdpächter. In gefährdeten Lagen sollte die Begrünung kurz gehalten und rechtzeitig Wildvergrämungsmittel eingesetzt werden.

Spritzempfehlung: Nicht nur die Wettervorhersage, sondern auch die Behandlungssituation in den Betrieben ist derzeit sehr unterschiedlich.

Wo bisher noch kein Rebschutz durchgeführt wurde und wo die erste Behandlung vor dem 5. Mai lag sollte auf jeden Fall eine Behandlung für Freitag/Samstag (17./18. Mai) eingeplant werden.

Viele Winzer haben aber am 6. und 7. Mai Rebschutz durchgeführt. Der Kontaktbelag ist noch weitestgehend stabiel und der Zuwachs ja recht bescheiden, deshalb kann der Spritzabstand derzeit, je nach Zuwachs, bei 12 bis 14 Tagen liegen. Wenn die vorhergesagten ergiebigen Niederschläge zum Sonntag/Montag eintreten, wer die günstigen Windverhältnisse und Bodenverhältnisse nutzen will und wer auf Sicherheit geht, sollte ebenfalls für Freitag/Samstag eine Behandlung einplanen. Falls sich die Wetteraussichten deutlich bessern, kann auch auf die kommende Woche (KW 21) gezogen werden. Dies gilt insbesondere für Gebiete mit geringem Zuwachs.

Für diese Spritzung gilt folgende Mittelempfehlung: Gegen Peronospora, ein Kontaktmittel, wie z.B. Polyram WG (0,8kg/ha; bei fortgeschrittenem Rebstadium 1,2 kg/ha), Delan WG (0,2/ bzw. ,03 kg/ha), oder Folpan 80 WDG (0,4, bzw. 0,6 kg/ha). Gegen Oidium, die Kräusel- und Pockenmilben Netzschwefel (3,6kg/ha). Nur in Anlagen mit fortgeschrittenem Wachstum (6 bis 8 Blattstadium) bringt der Zusatz von phosphonathaltigen Mitteln (z. B. Veriphos mit 1l/ha) einen zusätzlichen Schutz nach vorne.

Rebschutztechnik: Um bei jetzt anstehenden Behandlungen Abdrift zu vermeiden, sollte auf die richtige Einstellung der Düsen, der Luftleitbleche und auf eine reduzierte Luftmenge/-geschwindigkeit geachtet werden. Man sieht immer wieder mal Winzer, welche mit ihren Sprühgeräten bei derzeitigem Entwicklungsstadium fast senkrecht in die Luft sprühen. Das darf nicht sein. Durch die Verwendung von abdriftarmen Düsen, z.B. Injektor- oder Antidriftdüsen, kann die Abdrift entscheidend reduziert werden. Bei der Gerätereinigung dürfen keine Reste der Spritzbrühe oder Reinigungsflüssigkeit in die Kanalisation oder in Oberflächengewässer gelangen.

Schäden an Weißburgunderanlagen: Quer durch das ganze Markgräflerland findet man, hauptsächlich jüngere, aber auch ältere Weißburgunderanlagen, welche starke Wachstumsstörungen aufweisen. Die Triebentwicklung ist deutlich zurück, die Triebe weisen dunkle Strukturen auf, die Blättchen sind eingerollt, teilweise abgestorben. Da ich solche Schäden in Gebieten/Gemarkungen ohne Graupelniederschläge nicht finde, komme ich Mittlerweile zum Schluss, dass es hauptsächlich Folgeschäden durch die Graupelniederschläge vom 27. April sind. Nur teilweise finde ich noch einzelne Thripse dabei. Aus meinen Beobachtungen der vergangenen Tage, gehe ich davon aus, dass sich die Schäden bei ansteigenden Temperaturen auswachsen werden.

Weinbauliche Arbeiten:

Die Nachtfrostgefahr dürfte nun vorbei sein. Die Frostruten können nun entfernt werden.

Stämmchen putzen – mechanisch oder mit „Quickdown“ oder „Shark“ steht jetzt an (erlaubte Sorten beachten). Bei der chemischen Variante muss auf die Windverhältnisse geachtet werden, ansonsten gibt es unschöne Zeichnungen auf den Blättern in der Nachbarschaft. Da die ersten Infektionen durch Peronospora meist die Stammaustriebe treffen, stellt das Stämmchen putzen auch eine mechanische Peronosporabekämpfung dar.

Umstrukturierungsförderung:

Nach erfolgter Pflanzung müssen die Pfropfrebenrechnungen unverzüglich – mit entsprechendem Anschreiben (Anschrift, Unternehmensnummer) - beim zuständigen Landratsamt eingereicht werden. Falls Flurstücke nicht, oder deutlich weniger als beantragt, oder eine andere Sorte bepflanzt wurden, muss dies schriftlich, spätestens mit dem Einreichen der Rechnung dem Landratsamt erklärt werden.

Bei beantragten Flächen mit höherem Förderbetrag (z.B. Steillagen über 30%), welche im Infoschreiben zur Umstrukturierung mit dem CODE 3370 gekennzeichnet sind, muss die Drahtanlage nach einer der folgender Vorgaben erstellt sein:

Entweder Pflanzstäbe, Endpfähle und der erste Draht, oder Pflanzstäbe, und Mittelpfähle. Beachten Sie dazu auch das Ihnen zugegangene Info-Schreiben zur Umstrukturierung.

Stellenanzeige:

Ein Weingut im Markgräflerland ist kurzfristig in einen personellen Engpass gekommen. Wegen der Dringlichkeit hänge ich die entsprechende Stellenanzeige an mein Weinbauinfo dran.

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Mitarbeiter Weinbau/Schlepperfahrer (m/w/d) für Weingut in der Öko-Umstellung zum nächstmöglichen Zeitpunkt gesucht.

Der Betrieb verfügt über einen modernen Maschinenpark. Leistungsgerechte Vergütung ist selbstverständlich.

Tel.: 0171-3745632 E-Mail : j.r.schneider@gmx.de

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Der nächste Aufruf erfolgt am Donnerstag, den 23. Mai.

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