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Weinbauinfo-Nr.07-2019

Datum: 15.05.2019

Datum: 


Agenda:     -2. Pflanzenschutztermin
 
Stand der Vegetation
Mit dem Aufklaren der Nächte seit dem vergangenen Sonntag haben uns die Eisheiligen mit Nachttemperaturen von bis zu -1°C nochmals überrascht. Die vereinzelt sichtbaren Frostschäden (eingedorrte Blattränder, dürre Bodentriebe etc.) zeigen uns, dass wir auch 2019 viel Glück betreffend der Spätfröste hatten. Mit dem heutigen 15.05. „Kalte Sophie“ hoffen wir nun, dass das „Zittern“ ein Ende hat und die vorhergesagten höheren Temperaturen das nach wie vor stockende Rebenwachstum in Schwung bringen. Die Rebenvegetation bewegt sich zwischen 6-7 Blätter, wobei erhebliches Ungleichheit im Wuchs und der Entwicklung der Triebe zu beobachten sind.
Die Wettervorhersage meldet bis einschließlich Freitag trocken, sonnig mit leichter Bewölkung. Ab Samstag steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit langsam an. Von Sonntag bis Dienstag ist eine größere Regenfront vorhergesagt. Hier können laut Vitimeteo stärkere Bodeninfektionen ausgelöst werden. Diesbezüglich sollte die 2. Vorbeugende Pflanzenschutzmaßnahme noch vor dem Wochenende durchgeführt werden. Gutes Spritzfenster auch betreffend geringem Windaufkommen am Freitag!!!
 
Rebschutz
Tierische Schädlinge
Traubenwickler
Wie schon in der letzten Weinbauinfo berichtet hat der Flug insbesondere des „Bekreuzten Traubenwicklers“ an Fahrt aufgenommen. Ein baldiger Flughöhepunkt wird erwartet.

Bitte kontrollieren Sie ihre Fallen im engmaschigen Rhythmus (montags, mittwochs, freitags), und notieren sie die Fangzahlen an den in den Gemarkungen ausgehängten Tafeln!
Wildschaden
Aktuell gehen einige Meldungen von Wildschaden bei uns ein. Es empfiehlt sich bei ersten Anzeichen von Wildfraß den Jagdpächter zu informieren und möglichst umgehend Maßnahmen zur Verhinderung des Wildschadens einzuleiten (frühzeitiges Mulchen, Einstreu von Haarmehlpellets, Aufhängen von CD etc.). Bei Wildschäden sollte eine gütliche Einigung angestrebt werden.
 
Pilzkrankheiten
Peronospora und Oidium

Überwiegend wurde der 1. Pflanzenschutz zwischen dem 02.-07. Mai durchgeführt. Seither ist ein Neuzuwachs von 1-2 Blätter mit geringer Streckung der Gescheine erfolgt. Vor den zum Wochenende vorhergesagten Niederschlägen sollte die 2 Behandlung erfolgen!
 
Zum Einsatz kommen gegen Peronospora ein Kontaktfungizid wie z.B. Delan WG 0,3 Kg/ha oder Polyram WG 1,2 Kg/ha oder Dithane Neotec 1,2 Kg/ha (Aufbrauchfrist) oder Folpan 80 WDG 0,6 Kg/ha. Gegen Oidium setzen wir der Spritzbrühe Netzschwefel wie z.B. Netzschwefel Stulln 5 Kg/ha oder Microthiol WG 6 Kg/ha oder Kumulus WG 3,6 Kg/ha zu.
Zur Steigerung der natürlichen Abwehrkraft der Rebe gegenüber Peronospora kann der Spritzbrühe 1,5L/ha Veriphos oder Frutogard zugegeben werden (Phosphonatstrategie). Teilweise sind erste Anzeichen von Chlorose sichtbar. Hier kann der Zusatz von z.B. Eisencitrat 3L/ha in Verbindung mit 1L/ha Aminosol, Chlorose lindern. Bitte überprüfen Sie die Mischbarkeit besonders in Verbindung mit der Zugabe von weiteren flüssigen Blattdüngern bzw. mit Phopshonaten!!!!
Der Wasseraufwand beträgt 400 L/ha im Spritzverfahren bzw. 100-200 L/ha im Sprühverfahren. Die angegebene Mittelkonzentration bezieht sich auf die fertige Spritzbrühe pro ha und entspricht Basis x 1,5.
Bitte beachten sie die im Beipackzettel der PSM gemachten Angaben zum Mitteleinsatz und dem Anwenderschutz der eingesetzten PSM. Verwenden Sie ausschließlich zugelassene PSM. Vergessen sie nicht die Dokumentation der Pflanzenschutztermine (Mitteleinsatz, Konzentration, Anwender…)!
 
 
Weinbauliche Hinweise
Frosttriebe entfernen

Nach dem Abklingen der Spätfrostgefahr (Eisheilige) sollten die Frostruten baldmöglichst abgeschnitten werden.
Ausbrechen
Das Putzen der Stöcke in Verbindung mit dem Ausbrechen überzähliger Triebe am Stammkopf, bei gleichzeitigem Entfernen der Doppeltriebe sind die jetzt anstehenden Kulturarbeiten in den Reben. Beim Ausbrechen am Kopf sollten sie auf eine gleichmäßige Verteilung von ca. 3 Kopftrieben achten um eine guten Energiefluss am Kopf zu erhalten und Kopfverkahlungen vorzubeugen.
Beim chemischen Stöcke putzen mit Shark oder Quickdown sollte auf die Driftreduzierung besonders Wert gelegt werden. Verwenden sie bitte die vorgeschriebenen driftmindernden Injektordüsen und Spritzschirme. Insbesondere Sharkabdrift führt jährlich zu Unmut unter benachbarten Winzern!
 
 
 
Der nächste Aufruf erfolgt, wenn nicht anders erforderlich, Vegetationsbezogen, innerhalb 1 Woche.
 
Tobias Burtsche
 
Weinbauberatung Kaiserstuhl im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

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