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Pflanzenschutzmeldung Ackerbau Nr. 9

Datum: 14.05.2019

Informationsdienst Pflanzenbau und Pflanzenschutz
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft

14. Mai 2019

Winterweizen

Der Winterweizen ist im Fahnenblattstadium, in Kürze wird sich die Ähre zeigen.
Durch die trockene, kühle Witterung halten sich die bekämpfungswürdigen Pilzkrankheiten in Grenzen, auch aufgrund einer bereits erfolgten Behandlung.
Infektionsgefahr ist laut unserem Prognoseprogramm ISIP am ehesten bei Septoria tritici, Braun- und Gelbrost sowie DTR gegeben, deshalb die Bestände fortlaufend kontrollieren. Es gilt die obersten drei Blätter bis zur Ernte, bzw. bis zur Blütenspritzung gesund zu erhalten. Je nach Sorte, N-versorgung und Wuchshöhe des Weizens, kann bei Lagerrisiko bis spätestens zum Stadium Ährenschieben, bei moderaten Temperaturen, ein Wachstumsregler mit dem Wirkstoff Trinexapac zugemischt werden.
Blattläuse und Getreidehähnchen wurden bisher nur in sehr geringem Umfang gesichtet, eine Maßnahme ist derzeit nicht sinnvoll.

Sommergetreide

Die Sommergerste ist im Stadium Schossen, in sehr mastigen Beständen, ist im unteren Blatt- und Stängelbereich, Mehltau vorhanden. Deshalb jetzt auf Pilzkrankheiten wie z.B. Mehltau und Netzflecken achten. Kontrollieren sie ihre Bestände. Sofern die Bestände gesund sind, kann die Abschlussbehandlung bis zum Grannenspitzen hinausgezögert werden.


Mais

Früh gesäter Mais ist bereits im Drei- bis Vierblattstadium. Bei den feuchten Böden wurden viele Bestände bereits im VA behandelt. Der Herbizideinsatz ist im Maisanbau die wirtschaftlichste Maßnahme. Der Mais läuft zunehmend auf und ist in den meisten Fällen zitronengelb, bei den kalten Temperaturen. Beim Einsatz von Sulfonylwirkstoffen ist bei starken Tag- und Nacht-temperaturschwankungen, Vorsicht geboten. Für Herbizidmaßnahmen im NA müssen deshalb wärmere Temperaturen, die sich zum Wochenende einstellen sollen, abgewartet werden.
Sobald die Hirsen, Seitentriebe bilden, muss die Behandlung beginnen.
Bei moderaten Tages- und Nachttemperaturen können Mittel wie z.B. Spectrum +Laudis, Spectrum + Maran, MaisTer Power oder Elumis P+ Dual Pack eingesetzt werden. Beim Einsatz von Peak, ist die Auflage NW 355 zu beachten, innerhalb eines Dreijahreszeitraumes, darf nur eine Behandlung mit maximal 20 g/ha erfolgen.
Bei den Produkten Laudis, oder Task kann ein Bodenpartner, wie Dual Gold, Spectrum oder Stomp Aqua zugemischt werden, um weitere Hirseauflaufwellen zu stoppen.
Ein besonderes Augenmerk gilt den Wurzelunkräutern wie Winden, Disteln, Quecken, Knöterich oder Ampfer, die teilweise schon weit entwickelt sind. Stumpfblättriger Ampfer kann mit Harmony SX, Arrat + Dash oder Mais Banvel WG behandelt werden. Gegen Disteln und Topinambur steht mit Effigo ein wirksames Präparat zur Verfügung.
Neben Sulfonylharnstoffen sollen auch keine Dicamba-präparate bei starken Schwankungen der Tages- und Nachttemperaturen eingesetzt werden, deshalb wüchsig-warme Temperaturen abwarten. Nicosulfuronhaltige Produkte wie Kelvin, Elumis oder Motivell Forte dürfen nur jedes zweite Jahr auf derselben Fläche eingesetzt werden.
Keine Terbuthylazine im Wasserschutzgebiet, auch in diesem Jahr werden Kontrollen durchgeführt.

Sojabohnen

In Sojabohnen kann bis fünf Tage nach der Saat Spectrum + Aqua Pack oder Artist + Centium CS eingesetzt werden.
Die Sorten ES Mentor, ES Senator oder Mavka dürfen nicht mit Artist behandelt werden, sonst ist mit Schäden zu rechnen.
Im NA kann durch die Neuzulassung von Clearfield Clentiga im Bedarfsfalle noch gegen Gänsefuß, Amarant, schwarzer Nachtschatten und Kamillearten nachbehandelt werden. Ausfallgetreide oder Ungräser lassen sich mit Fusilade Max oder Focus Ultra bereinigen. Es ist zu beachten, dass bei Besatz von Winden und Disteln, keine chemische Behandlung möglich ist.
Jetzt auf Vogelfraß durch Krähen oder Tauben achten, bei Schäden kann über das Landratsamt ein Vergrämungsabschuss beantragt werden.

raphael.maurath@lkbh.de

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